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Autor Thema: Schlacke?  (Gelesen 8800 mal)

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Offline titan

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Schlacke?
« am: 12 Mar 07, 22:01 »
Habe dieses Fundstuck in der nähe von Bahngleisen im Porphyr-Bauschotter gefunden.
Dichte ca. 6kg/dm³
Härter als Messer
leicht magnetisch
leitet Strom sehr gut
Soweit kling ich noch normal aber da ich nicht wirklich viel mit Mineralien oder so zu tun habe
beschreibe ich jetzt ein paar Dinge welche ich mit dem Stein gemacht habe, die kein Geol-Mineraloge
wohl machen würde.
Der Stein war ursprünglich schwarz.
Als ich Werkzeuge entrostete blieb noch Rostumwandler (24% Phosphorsäure) übrig--> ab rein mit dem Stein....häftige reaktion.....jetzige Farbe, jedoch nicht Stabil,....nach einlegen in Oel blieb er Stabil...
Wollte dann das Oel abwaschen und nahm Kalkreiniger.....Farbe wechselte ins bräunliche.....bei Chlorreiniger ins bunte ähnlich Bleiglanz.Nach einem anschliff und erneuter folter mit Phosphorsäure sieht er wieder so aus.
Zu Beachten---Oberflächenstrucktur!
Jetzt seit Ihr gefragt!
Und egal was rauskommt der Stein Gefällt mir sehr Gut.
Vorab schon mal Danke
« Letzte Änderung: 24 Jan 17, 16:34 von oliverOliver »

Offline smoeller

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Re: Schlacke?
« Antwort #1 am: 12 Mar 07, 22:07 »
Hallo,

Definitiv Schlacke oder zumindest ein Hüttenprodukt. Dürfte wohl Fayalit sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Klinoklas

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Re: Schlacke?
« Antwort #2 am: 13 Mar 07, 13:19 »
Oder es ist ein Meteorit ;-)

Spaß beiseite. Ich schließe mich smoeller an.
Ich habe auch solche Stücke gefunden. Die stammen tatsächlich
von der Hütte. (Schlacke)

Gruß
René

Offline titan

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Re: Schlacke?
« Antwort #3 am: 13 Mar 07, 20:40 »
Fayalit sieht aber in eurem Atlas arg anders aus.
Hat einer von euch eventuell weitere Fayalit-Bilder oder Ferromangan?
Wo, wie wird Fayalit in der Metallindustrie eingesetzt?

Offline smoeller

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Re: Schlacke?
« Antwort #4 am: 13 Mar 07, 21:00 »
Hallo,

Fayalit ist ein Eisensilikat mit der Formel Fe2SiO4 und gehört zur Olivin-Gruppe.

Fayalit entsteht bei der Eisenerzeugung aus Eisen und den silikatischen Bestandteilen der Erze (vor allem Quarz) und bildet einen großen Teil der bei der Eisenerzeugung anfallenden Schlacke.

Habe Schlacke ähnlichen Aussehens aus Joldelund/Schleswig-Holstein, die zum überwiegenden Anteil aus Fayalit bestehen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline titan

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Re: Schlacke?
« Antwort #5 am: 15 Mar 07, 19:29 »
Frage: Könntest Du bitte ein Photo einstellen ?
Denn Uni Mainz hat mir dies geschrieben:
Nun zum Fundstück: Die rundliche Form und die vielen Blasenhohlräume sprechen dafür, dass dieses Stück tatsächlich aus einem Verhüttungsprozess stammt. Es scheint aber kein silikatisches Schlackenstück zu sein, da die Silikate, die in einer Schlacke üblicherweise vorkommen (Fayalit (Fe2SiO4), Ferrosilit (Fe2Si2O6)) keinen metallischen Glanz aufweisen. Die Strukturen auf der Oberfläche könnten nadelige, d.h. rasch abgekühlte, Kristalle sein, sie könnten aber ebensogut Ätzfiguren sein von der nicht ganz sanften Behandlung mit diversen Säuren. Das magnetische Mineral wird wahrscheinlich Magnetit sein, was in geringen Mengen enthalten ist. Was das restliche Material betrifft, ist es schwer eine Aussage zu treffen. Sie sagten, dass das Stück beim Fund schwarz war. Das könnte tatsächlich ein Hinweis auf ein manganhaltiges Mineral sein, da Mangan bei der Oxidation schwarz wird.
Im Internet habe ich mich kundig gemacht, welche Erze in BW abgebaut wurden, was durchaus hilfreich sein kann, aber ich fand nur Fahlerze. Diese Erze enthalten aber Kupfer und das müsste auch bei den Schlacken eher überwiegend Kupfer- bis rotbraune oder goldene Farben/Verwitterungsfarben hervorrufen.


Im großen und ganzen würde ich vom äußeren des Stückes sagen, dass es sich nicht um eine silikatische Schlacke selber handelt, sondern um den metallischen Teil, der nach dem Abstich der Schlacke normalerweise im Ofen zurück bleibt. Wenn das Stück direkt aus dem Ofen wäre, würde es aber eher massiv sein, da es langsam abkühlen kann. Da bei einem Abstich mit der Schlacke auch immer etwas Metall mit aus dem Ofen fließt, welches dann die gleiche blasige Struktur wie die Schlacke selber aufweisen kann (durch rasche Abkühlung bleiben die Entgasungs-Blasen "eingefrohren"), würde ich sagen, dass es sich bei Ihrem Fundstück um ein solches Stück handelt. Von den Eigenschaften (silber, schwarze Oxidation, Härte, magnetisch) würde ich sagen, dass das Stück aus einem Verhüttungsprozess stammt, in dem Eisenerz, in dem auch häufig Mangan enthalten ist, verhüttet wurde.


Es wäre sehr hilfreich, wenn man das Stück zersägen (bzw. eine Ecke absägen) könnte, um das noch unbehandelte/unverwitterte Innere zu sehen. Das könnte weiteren Aufschluss geben auf den Mineralgehalt des Fundstückes. Aber es liegt in Ihrem Ermessen, ob Sie das Ihrem Fundstück antun wollen, oder ob diese etwas ungenaue Aussage meinerseits für Sie genügt.


Gruß titan

Offline smoeller

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Re: Schlacke?
« Antwort #6 am: 15 Mar 07, 19:48 »
Hallo,

In der Tat sind Fayalit/Ferrosilit nicht metallisch glänzend. Dennoch sind einige der Schlacken aus Joldelund nahezu metallglänzend. Mache am Wochenende mal ein Foto.

Meinst du mit BW Baden-Württemberg?
Dort wurden durchaus auch Eisenerze abgebaut und verhüttet. Abbaue waren bei Neuenbürg-Pforzheim, im Bühlertal, bei Waldkirch und Zunsweier, Ringsheim, Schliengen-Liel-Auggen, Eisenbach, Fluorn-Winzeln und im Klettgau. Verhüttet wurden aber seit ca. 1960 fast nur noch Erze aus Übersee. Mangan hingegen wurde im Schwarzwald nur in Eisenbach und Oberröthenbach versuchsweise gewonnen und in bescheidener Menge abgebaut. Nicht auszuschließen ist die Herkunft des Mangans aus Übersee (Manganstahlproduktion) oder als Beimengung in Eisenhydroxid-Lagerstätten (Limonit von Neuenbürg und Ringsheim).
Fahlerze wurden vor allem im Mittelalter und der frühen Neuzeit wegen des Ag-Gehaltes verhüttet. Daneben noch Bleiglanz.

Fahlerze von der Grube Clara bei Wolfach werden noch heute als Ag-Erz gefördert.

Glück Auf!
Smoeller

Offline titan

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Re: Schlacke?
« Antwort #7 am: 15 Mar 07, 20:18 »
Danke schonmal im vorraus.
Deponie Grube Clara is klasse war vor nen paar Jahren mal da muß aber jetzt erstma warten bis alle Kiddys laufen können.

Offline smoeller

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Re: Schlacke?
« Antwort #8 am: 15 Mar 07, 20:43 »
Hallo Titan,

Da musst du ohne Kinder hinfahren oder warten, bis sie 18 sind. Betreten erst ab 18 Jahren.

Glück Auf!
Smoeller

 

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