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Autor Thema: Parasymplesit von Schacht 371 Hartenstein - oder doch was anderes?  (Gelesen 4930 mal)

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Offline Schluchti

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Auf einer Stufe von der Halde 371, Hartenstein habe ich in einer winzigen Druse diese grünlich-blauen, strahligen xx entdeckt. Es handelt sich um eine Dolomitstufe, die von Arsenbröckchen durchsetzt und angewittert ist. Es haben sich rund um einen größeren Arsenhof ebenso gefärbte bläulich-grünliche Beläge abgeschieden. Nur in dieser einen Druse ist das Material frei auskristallisiert. 

Mein erster Gedanke angesichts der nadeligen Ausbildung und der Farbe war Parasymplesit. Käme da noch ein anderes Mineral in Frage?

Anbei mal ein Bild der Druse, Bildbreite 1,5 mm

Offline stollentroll

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ich würde es auch für Parasymplesit halten

Glück Auf

Offline smoeller

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Hallo,

Parasymplesit oder Symplesit. Obwohl vieles Parasymplesit ist. Sicher ist beides nur durch Röntgen (Kristallsystem!!) zu unterscheiden. In vielen ähnlichen Vorkommen ist aber bislang nur der monokline Parasymplesit beschrieben.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Uwe Kolitsch

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Würde auch sagen: Parasymplesit oder Symplesit oder beides (nur mit XRD-Methoden feststellbar).

Offline Schluchti

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Herzlichen Dank für Eure Einschätzung!  :D

Symplesit ist meines Wissens bislang noch nicht beschrieben für Schlema/Alberoda/Hartenstein, Parasymplesit schon. Mal schauen, ob sich irgendwie mal die Gelegenheit ergibt, das Material röntgen zu lassen. Leider ist nur sehr wenig davon vorhanden.   

Offline Moni

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Hallo Leute,

ich weis, es gehört nicht unbedingt zum Thema, aber:

wann kommt eigentlich die Vorsilbe Para in der Mineralienbezeichnung zum Einsatz. Chemisch sind das z.B. die Stellung mehrerer substutuierter Seitenketten untereinander. Aber hier  ??? ?

Gruß Moni   

Offline smoeller

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Hallo,

@moni,

Ist halt eine Bezeichnung.
para bedeutet eigentlich wirklich nichts als "neben", hier ist wohl so gemeint: wenn neben einem Mineral (z.B. Symplesit) ein anderes vorkommt, das diesem sehr ähnlich sieht (der Parasymplesit). Die Bezeichnung stammt noch aus Zeiten, als man noch nicht auf Röntgenbeugung zur Gitterbestimmung zurückgreifen konnte und chem. Analysen nasschemisch geführt wurden. Heute weiss man, dass es sich um Polymorphe handelt. Auch später wurden für Polymorphe einer Verbindung manchmal solche Bezeichnungen verwendet (Para-, Ortho- und Klinochrysotil).

Ist sicher eingängiger, als zwei nahe verwandte Minerale mit zwei unterschiedlichen Namen zu versehen.

@Schluchti: Ist aber sicher ratsam, den Symplesit durch eine Analyse auszuschließen. Das nicht beschriebene Vorkommen ist kein Kriterium. Würde aber auch zu 80% von Parasymplesit ausgehen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Aus Erfahrung heraus möchte ich den von Smoeller genannten Prozentsatz auf 99% erhöhen, daß es sich um Parasymplesit handelt. Man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß es sich in so einen (oder ähnlichen Fall) immer um das häufigere oder bereits von der Fundstelle nachgewiesene Mineral handelt.. Neufunde waren vor -zig Jahren noch eher wahrscheinlicher als heute.

Ich würde mir das teure Röntgen sparen und Parasymplesit auf das Etikett schreiben. Es ist ja bei dieser Kristallausbildung auch so eine sehr sammelnswerte Stufe.

Glück Auf
Uwe

Offline Moni

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Hallo Smoeller

danke für die Aufklärung. Die Defizite in der Nomenklatur der Mineralien kommen eben immer wieder zu tage ...

Gruß Moni

Offline raritätenjäger

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Moin allerseits,

Ich pack nochmal 0,5 Prozent drauf... Aber ernsthaft, oft sind diese Kristalle auch Mischkristalle (mit überwiegendem Parasymplesitanteil). Dies ist meines Wissens bei den Stücken vom Saubachriss der Fall (nur hier eben umgekehrt) und auch aus Schneeberg sind beide Minerale beschrieben, so z.B. ist Parasymplesit recht häufig in der Grube Daniel aufgetreten (hier gabs wohl auch Stücke, bei denen Symplesit überwog). Summa summarum ist davon auszugehen, dass es sich hier um Parasymplesit mit sehr wahrscheinlichen Anteilen von Symplesit oder anderen Mineralen wie Erythrin handelt.

Glückauf
Andreas

Offline Uwe Kolitsch

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"Die Defizite in der Nomenklatur der Mineralien kommen eben immer wieder zu tage ..."

Verstehe ich nicht.

Offline Günter Blaß

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Die Defizite in der Nomenklatur der Mineralien kommen eben immer wieder zu tage ...
Versteh ich auch nicht!

Ich würde mir das teure Röntgen sparen und Parasymplesit auf das Etikett schreiben.
Würde ich nicht so einfach machen. Würde bei der Wahrheit bleiben und Parasymplesit/Symplesit schreiben, mit dem Zusatz nicht untersucht. Ansonsten stehen vielleicht die "Erben"  vor dem Problem, dass sie zwar eine sauber beschriftete Stufe besitzen, aber unter Umständen auf die Nase fallen, wenn sich sich dann doch herausstellt´, dass es Symplesit ist.

GA Günter Blaß

 

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