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Sulfurylfluorid
berthold:
Hallo,
dem Aufschluss-Artikel LIEBER (1) entnehme ich dass Sulfurylfluorid im Wölsendorfer Stinkspat enthalten ist und für den Geruch verantwortlich sein soll. Nun ist aber m.W.n. Sulfurylfluorid geruchlos. Technisch als breit wirksames insektizides Begasungsmittel wird dem SO2F2 ja deswegen aus Sicherheitsgründen gerne ein Geruchsstoff zugesetzt. Nun zitiert ja LIEBER die Arbeit von BRAITHWAITE (2), nur darin taucht zwar Sulfurylfluorid auf, jedoch - wenn ich das richtig lese - ohne dass ihm der Geruch zugeschrieben wird. Ich denke, dass SO2F2 wohl in Spuren enthalten ist, aber nichts mit dem Geruch zu tun hat.
Meine Frage ist nun, ist das eine "Ente" oder ist an der Geschichte etwas dran, dass also Sulflurylfluorid mit dem Geruch von Stinkspat was zu tun hat?
Gruß
Berthold
1) LIEBER, W., "Farbentstehung und -verteilung in Fluorit" in Der Aufschluss 46 (1995), Heft 1, Seiten 1 - 11
2) BRAITHWAITE, R.S.W.; FLOWERS, W.T.; HASZELDINE, R. & RUSSEL, M. (1973): The cause of the colour of BLUE JOHN and other purple fluorites. Mineral Mag. 43, Seiten 243 - 250
berthold:
Hallo
keine Meinungen ?
Gruß
Berthold
Hg:
Hallo Berthold,
also SO2F2 ist wirklich geruchlos. Wie der Zusammenhang zwischen Sulfurylchlorid und der Geruch von Stinkspat geknüpft wurde ist mir ehrlich gesagt auch ein wenig schleierhaft.
Grüße
Andreas
berthold:
Hallo Andreas,
ja, Danke, das ist doch schon etwas.
Ich vermute mal, dass das Sulfurylfluorid nicht so schnell weiterreagiert (ist ja recht stabil) und dass der Geruch auch da nicht entstehen könnte.
Folglich -denke ich- bleibt es dabei, dass aus dem Stinkspat F2 entweicht und dieses dann reagiert (mit der Luft, Feuchtigkeit usw.) - und stinkt.
Gruß
Berthold
Hg:
Hallo Berthold,
noch ein kleiner Nachtrag bezüglich der Stabilität von Sulfurylfluorid (dem Sicherheitsdatenblatt entnommen):
das geruchlose Gas (Siedepunkt -55,4 °C) ist bis 500 °C stabil. Oberhalb dieser Temperatur wird es zu Schwefeldioxid und Schwefel(hexa?)fluorid zersetzt.
Gruß
Andreas
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