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Sulfurylfluorid

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Krizu:
BTW:
Wer liefert den Schwefel?

MFG

Frank

berthold:
Hallo,

in praktisch jedem Anschliff kann man Eisen-, Kupfer- oder Bleisulfide makroskopisch oder wenigstens mikroskopisch sehen. Ich denke, das dürfte die S-Quelle sein.

Gruß
Berthold

Axinit:
Hallo,

nach dem bereits Gesagten ist es sicherlich plausibel, Sulfurylfluorid als Verursacher des Geruchs von Stinkspat auszuschliessen.

Geht man von der Arbeitshypothese aus, dass im Stinkspat durch Radiolyse von Calciumfluorid elementares Fluor gebildet wird, reagiert dieses spontan mit allen anwesenden Verunreingungen  (z. B. Sulfide, Wasser). Moegliche Reaktionsprodukte sind neben Sulfurylfluorid auch Thionylfluorid (SOF2) (Reaktion mit Sulfiden) bzw. Fluorwasserstoff (HF; Reaktion mit Wasserspuren).

Es ist denkbar, dass im Festkoerper eingeschlossenes Fluor mangels Reaktionspartnern als solches erhalten bleibt. Beim Anschlagen des Stinkspats reagiert eventuell vorliegendes elementares Fluor sofort mit Wasserspuren aus der Umgebung zu HF. Thionylfluorid ist wesentlich reaktionsfaehiger als Sulfurylfluorid und wird in Gegenwart von Wasser zu Schwefeldioxid und HF hydrolysiert.

In allen Faellen entstuende also beim Anschlagen von Stinkspat-Proben Fluorwasserstoff HF (als Gas oder Aerosol), das einen "stechenden Geruch" (aehnlich Chlor oder HCl) besitzt und somit zwanglos den "stinkenden Spat" erklaeren koennte. Darueberhinaus koennte die Annahme der Bildung von Thionylfluorid (in Spuren) auch den massenspektrometrischen Nachweis von Schwefeldioxid (s. Scan in Berthold's Beitrag) bei der Pyrolyse von Stinkspat plausibel machen.

GA

Harald



Krizu:

--- Zitat von: Axinit am 12 Apr 07, 15:21 ---Es ist denkbar, dass im Festkoerper eingeschlossenes Fluor mangels Reaktionspartnern als solches erhalten bleibt.
--- Ende Zitat ---

Hallo,

an dieser Stelle hat ich vor langer Zeit einmal eine kontroverse Diskussion, die sich bis heute noch nicht deutlich klären lies:

Wenn ich einen Festkörper bestrahle, entstehen verschiedene Effekte, z.B. alle Sorten von Farbzentren.
Mache ich das im Labor entstehen z.B. F-Zentren und H-Zentren, die sich wiederum gegenseitig vernichten (Meine Aussage/Beobachtung).

Es gibt aber auch Literaturstellen, nachdem es zu einer Fehlstellenkondensation kommen soll und sich Ca-Kolloide bilden, in der Mineralienliteratur oftmals (meiner Meinung nach fäschlicherweise) als elementares Ca beschrieben. Dieses Ca (Kondensierte H-Zentren?) sollen die Farbe machen.
Wenn das ganze so ist, hast du aber über geologische Zeiträume einen Reaktionspartner für das F! "Elementares" Ca.

Schlimm wird es aber in der Natur: NaCl wird gelb-braun bei der Bestrahlung. Die Natur liefert aber meist blaue Hallit-Kristalle. Da ist die Störstelle an einem K gebunden.
Kann es nicht hier auch so in etwa sein, dass zwei Zentren beteiligt sind, und der Überschuss an F reagieren kann?

Es bleibt nicht einfach!

MfG

Frank




Axinit:
Hallo Frank,

jetzt wird es wirklich kompliziert ! Ich gebe zu, dass der von Dir zitierte Satz eine "Mogelpackung" darstellt, da eleganterweise das Problem der durch Radiolyse initiierten Redoxreaktionen umgangen wird ... Das Vorliegen von "elementarem Ca" in Stinkspat ist sicher, wie Du schon schreibst, nicht haltbar.

Mir ging es eigentlich darum, zu versuchen, eine plausible Antwort auf Berthold's Frage zu finden, die versuchsweise moeglichst viele experimentelle Erkenntnisse und die chemische Realitaet in Einklang bringt.

Waerst Du so nett, noch einmal zu erklaeren, was Du damit meinst (bin hier leider nicht wirklich sattelfest): Kann es nicht hier auch so in etwa sein, dass zwei Zentren beteiligt sind, und der Überschuss an F reagieren kann?

Gruesse

Harald

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