Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals
Ziegelerz - Definition
Collector:
Hallo
wofür steht der alte Begriff Ziegelerz ?
hier im Lexikon haben wir einen Artikel über die Gruben Friedrich-Christian und Herrensegen, wo erklärt wird, dass Ziegelerz eine alte bergmännische Bezeichnung für eine Pseudomorphose von Fe-Hydroxid nach Chalcopyrit ist und manchmal Cuprit enthält.
Bin leider etwas verunsichert mit dieser definition . Wer weiß was verlässliches ?
P.S. Sollte die o.a. definition richtig ysein, um welches Fe-Oxid handelt es sich dann ? ( Hämatit, Goethit.... etc etc)
danke und gruß
collector
guefz:
Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass das eine Mischung aus Limonit und Cuprit sein soll. Aber Limonit ist natürlich auch keine präzise Definition. An die Quelle kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Ich habe so etwas in der Art aus Frankreich (La Roche de Rame), ist aber auch nicht näher analysiert.
Günter
smoeller:
Hallo Collector,
Diese Definition hatte ich damals geschrieben.
Ziegelerz ist eine Bezeichnung für eine rötlichbraune (ziegelrote) Pseudomorphose nach Chalkopyrit. Es handelt sich um FeO(OH), wobei im Einzelfall zu untersuchen wäre, welches Mineral (Goethit, Lepidokrokit, Siderogel) vorliegt. Manchmal enthält das Gemenge auch Cuprit, wobei aber keineswegs immer klar ist, ob in jedem Ziegelerz auch Cuprit drin ist. Laut WALENTA (1991) ergaben röntgenographische Untersuchungen die Abwesenheit von Cuprit in einigen Proben.
Glück Auf!
Smoeller
Collector:
Hallo
erstmals danke
Ja, ich hatte deshalb gefragt, weil es da einige ganz unterschiedliche Definitionen gibt.
Im Okrusch z.Bsp. steht, dass Ziegelerz ein Gemenge aus lehmigem Limonit und aus Cuprit ist.
gruß
collector
bardenoki:
Hi Peter,
wenn es eine "alte" Bezeichnung ist, hier eine "alte" Definition aus Meyers Konversationslexikon von 1888:
Rotkupfererz (Cuprit), Mineral aus der Ordnung der Anhydride, bildet reguläre, meist aufgewachsene, zu Drusen oder Gruppen vereinigte Kristalle, findet sich auch derb und eingesprengt, in körnigen bis dichten sowie in netzartig gruppierten, haarförmigen Aggregaten (Kupferblüte, Chalkotrichit). Es ist rot, zuweilen in Bleigrau spielend, nur in sehr dünnen Partien durchscheinend, mit halbmetallischem Diamantglanz, Härte 3,5-4, spez. Gew. 5,7-6, besteht aus Kupferoxydul Cu2O ^[Cu2O] mit 88,8 Proz. Kupfer.
Die häufige Umwandlung zu Kupfercarbonat (Malachit) zeigt sich durch eine grüne Färbung der Kristalle, während umgekehrt das R. bisweilen als eine Oxydationshaut des gediegenen Kupfers (so auch als Überzug antiker Kupfermünzen) vorkommt. Ziegelerze sind innige Gemenge von Brauneisenstein mit R., wie sie durch Zersetzung von Kupferkiesen entstehen. R. findet sich besonders bei Kamsdorf in Thüringen, Siegen in Westfalen, Rheinbreitbach in Rheinpreußen, Chessy bei Lyon, in Ungarn, Cornwall, im Ural, in Chile, Peru. An einigen dieser Orte, namentlich in den transatlantischen Ländern, tritt das Mineral in solchen bedeutenden Mengen auf, daß es ein wichtiges Kupfererz bildet.
Gruß Norbert
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln