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Autor Thema: Typlokalität Goethit  (Gelesen 5189 mal)

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Offline Collector

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Typlokalität Goethit
« am: 02 Apr 07, 15:48 »
Hallo

wer kann weiterhelfen ?

Suche die Typlokalität von Goethit  - wer kann weiterhelfen oder weiß Literatur oder links ?

Danke
collector

Offline berthold

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #1 am: 02 Apr 07, 16:46 »
Hallo Peter,

das wird schwer werden denn:

(aus www.br-online.de)
Zitat
Manches Stück hat Goethe auch geschenkt bekommen, wie zum Beispiel einen ungemein schönen rubinroten Eisenglimmer. Dieser kam vom Siegener Pfarrer Achenbach und von Johann Daniel Engels, dem Bergmeister aus Siegen und Ehrenmitglied der Mineralogischen Gesellschaft zu Jena. Und die beiden Herrn waren es auch, die am 6. Februar 1806 den Vorschlag machten, den Rubinglimmer Goethe zu Ehren „Goethit“ zu nennen. Noch im selben Jahr ging der Name in die Mineralogie ein, verschwand jedoch bald wieder. Goethe hat das offenbar nicht sehr geschmerzt. 1820 bekannte er: „Mir war es genug, dass bei einem so schönen Naturprodukt man auch nur einen Augenblick an mich gedacht hatte.“ Damals konnte Goethe allerdings nicht ahnen, dass mit der von Franz von Kobell verfassten und 32 Jahre nach Goethes Tod im Jahr 1864 in München erschienenen „Geschichte der Mineralogie“ die Bezeichnung „Goethit“ dann für verschiedene Abarten des Minerals doch wieder eingeführt wurde.

Nun stelle ich mir unter "rubinroten Eisenglimmer" Eisenglimmer aber Hämatit, nicht Goethit vor, dem braucht man also nicht weiter nachzugehen. Und auch Kobell hat die Definition nicht mit genügender Schärfe gegeben.

Gruß
Berthold

Offline giantcrystal

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #2 am: 02 Apr 07, 16:46 »
Hallo Peter

also in meiner Sammlungsdatei steht als TL : Hollertsgrube, Siegerland



Glück Auf

Thomas

Offline Collector

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #3 am: 02 Apr 07, 17:10 »
@Berthold
@Thomas

Super, danke

Berthold: Meinst Du, ich kann diesen Text so ins MIneralienportraitvübernehmen oder liegt da copyright drauf ? ( evtl. müsste mans dann interpretieren). ???

Thomas: Die rote Farbe spricht eher für Lepidokrokit, der ja bekannterweise in sehr guter Ausbildung aus Siegerländer Gruben kam.

Es gab - soweit ich das nachvollziehen kann, im Siegerland sowohl einen Hollerter Zug (bei Kirchen /Betzdorf) sowie eine Grube Hollertszug (in Herford, nach heute ist danach eine Herforder Strasse benannt). Beide Lagerstätten wurden unter den jeweiligen unterschiedlichen Namen von dem Siegerland Bergbau-Spezialisten Gleichmann beschrieben.
Das Mineral Goethit wurde ja bereits 1806 in Minnesota entdeckt - hiess aber dann noch nicht Goethit.

Nun, genau hier ist mein Problem, da ich keinerlei Literaturangaben zueiner ersten echten mineralogischen Beschreibung finden kann.

Warten wir mal noch n bisschen ab, vielleicht hat noch jemand ne Idee.

Erstmals aber danke
Gruß
collector

Offline as

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #4 am: 02 Apr 07, 17:31 »
Hallo Peter,

in mindat.org wird Goethite mit
"Type Locality: Hollertszug Mine, Herdorf, Siegerland, Rhineland-Palatinate, Germany " angegeben.
Allerdings leider ohne direkte Quellenangabe mit Bezug auf die TL.
Aber vielleicht helfen die übrigen dort getroffenen Quellenangaben ja weiter?

Gruß

as


Offline giantcrystal

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #5 am: 02 Apr 07, 17:46 »
Athena Mineralogy gibt als Typlokalität

 Hollerter Zug, Kirchen, Rheinland, Germany

Glück Auf

Thomas

Offline Günter Blaß

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #6 am: 02 Apr 07, 18:22 »
Nach MDate-Lite (für die VEröffentlichung von Typlocalitäten und Erstbeschreibungen zuständig):


Goethite:
FIRST DESCRIPTION:
            Year: 1806
         Author: Lenz JG
     Literature: Tab.ges. Mineralreich (1806) p. 46 ]
      Location: Germany -- Rheinland-Pfalz -- Kreis Altenkirchen, Siegerländer Erzbezirk -- Grünebach (near Herdorf) -- Hollerter Zug mine ]
Depositories: No Depository ]
Named_after:  ]

GA Günter Blaß

Offline anatasi

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #7 am: 02 Apr 07, 18:44 »
Hallo, ich schreibe hier wörtlich aus Hey's Mineral Index, 1993, S. 265:
J.G.Lenz (1806) Tab.gesammt.Mineraleich p.46; cited by J.C.Ullmann (1814) Syst.tab.Uebersicht min.-einfach Foss,. pag. 304 Göthit). Corrected by F.S.Beudant (1832) Traité min. 2, 704 (Goethite) .... on spec. from Hindlow Quarry, Derbyshire, England... The name was originally given to the material known as rubinglimmer of J.F.L Hausmann (1813).......
Im weiteren nennt auch er Hollerter Zug, Kirchen, Rheinland, Germany
Glück Auf!
anatasi

Offline berthold

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #8 am: 02 Apr 07, 19:03 »
Hallo,

also o.k., Goethit als Name taucht erstmals 1806 auf. Aber: Die Frage der Typlokalität hängt ja nicht am Namen sondern am Mineral. Und nochmal: Goethit (1806) kann sich nur auf den "rubinroten Eisenglimmer" (wohl Hämatit oder Lepidokrokit) bezogen haben, also nicht auf das das Mineral, das wir heute unter Goethit verstehen. So ist die Frage der Typlokalität von Goethit nicht mit der Frage der Typlokalität vom  "rubinroten Eisenglimmer" gleichzusetzen. Also kommt der Hollerter Zug nicht in Frage.

Man müsste nachforschen mit welchen Proben die heute gültige Definition von Goethit gemacht wurde, nur das kann die Typlokalität sein. 

Gruß
Berthold

@Peter: Das mit dem Copyright: Könnte man umformulieren oder als Zitat (mit Quellenangabe ist das problemlos) machen.
« Letzte Änderung: 02 Apr 07, 19:11 von berthold »

Offline raritätenjäger

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #9 am: 02 Apr 07, 19:09 »
Hallo,

Die genannte Beschreibung bezog sich wohl auf Lepidokrokit, welcher in sehr schönen xx vom Hollerter Zug bekannt ist. Diesen kennt man ja heute noch unter dem Namen "Rubinglimmer".

Glückauf
Andreas

Offline stollentroll

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #10 am: 02 Apr 07, 19:26 »
In der alten Literatur wurde zwischen Goethit und Lepidokrokit im heutigen Sinn nicht unterschieden. Sogar noch bei Hintze 1915 sind Goethit und Lepidokrokit Synonyme und bezeichnen ein Mineral.
Das ursprünglich als "Rubinroter Eisenglimmer" (J.P. Becher, 1789), dann kürzer als Rubinglimmer und dann als Goethit beschriebene Mineral ist nach den Angaben zur Kristallform (z.B. Mohs 1804) sicher Lepidokrokit. Die Typlokalität sollte besser offen bleiben.

Glück Auf



Offline berthold

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Re: Typlokalität Goethit
« Antwort #11 am: 02 Apr 07, 20:10 »
Hallo stollentroll,

volle Zustimmung. Haben eben noch gefunden:

(http://www.britannica.com/eb/article-9037194/goethite)
Zitat
It was named in 1806 for J.W. von Goethe, a German poet and philosopher with a keen interest in minerals. The name was originally applied to lepidocrocite [g-FeO(OH)], a less common mineral with the same chemical composition as goethite but with a different crystal structure. In goethite, oxygen and hydroxyl anions are closely packed in hexagonal arrays, while in lepidocrocite they are arranged in cubic arrays; in both structures, however, iron cations occupy the octahedral interstices.

..also ganz klar, Hollerter Zug ist nicht Typlokalität von Goethit.

Gruß
Berthold

 

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