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Autor Thema: Ochsenauge ?  (Gelesen 3281 mal)

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Offline berthold

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Ochsenauge ?
« am: 15 Apr 07, 19:05 »
Hallo zusammen,

eine Frage an die Fluorit-Profis hier: Kann man das Stück auf dem Foto unten als "Ochsenauge" bezeichnen? Das Stück ist etwa einen cm groß und kommt aus dem Wölsendorfer Revier  / Bleiloch und war in Quarz eingewachsen.

Gruß
Berthold

Offline Conny3

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #1 am: 15 Apr 07, 19:13 »
Hallo Berthold,

ich würde eindeutig "Ja" sagen. Typisch gekrümmte Flächen.

Gruß Conny

Offline raritätenjäger

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #2 am: 15 Apr 07, 19:31 »
Man kann nicht nur, man muss. Astreines Ochsenauge. Schön scharfkantig, sehr schönes Teil! Wusste gar nicht, dass es sowas aus dem Wölsendorfer Revier gibt...

Glückauf
Andreas

Offline berthold

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #3 am: 15 Apr 07, 19:38 »
Hallo,

Zitat
Wusste gar nicht, dass es sowas aus dem Wölsendorfer Revier gibt...

ich auch nicht, bis gestern am Bleiloch  :D

Gruß
Berthold

Offline geomueller

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #4 am: 15 Apr 07, 19:48 »
Hallo Berthold,

kann mich nur anschließen, eindeutig ein Ochsenauge. Damit ist ein weiteres Vorkommen für diese äußerst seltene Ausbildung nachgewiesen, oder war das aus Wölsendorf schon bekannt? Auch deine Beschreibung "eingewachsen in Quarz", passt. Ochsenaugen kommen immer eingewachsen vor, da sie nur unter eingespannten Bedingungen unter Zugabe von Druck entstehen, die ursprünglichen Oktaeder verformen sich und platzen schließlich an den Kanten auf. In Schönbrunn/Vogtland kamen sie immer in einer Matrix aus Quarz und Paradoxit vor.

Gratuliere schöner Fund!

Gruß Jürgen

Offline berthold

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #5 am: 15 Apr 07, 19:54 »
Hallo Jürgen,

vielen Dank für die Gratulation.

Aus dem Wölsendorfer Revier ist diese Form bisher nicht bekannt (daher auch meine Frage).

Gruß
Berthold

Offline Schluchti

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #6 am: 15 Apr 07, 20:00 »
Ja, würde das auch als wunderschönes Ochsenauge bezeichnen. Glückwunsch zu diesem tollen Fund!


Da hänge ich mich gleich nochmal thematisch ran. Hier habe ich eine Stufe mit Fluorit-Hexaedern aus dem Steinbruch Bögl in Dörfel bei Annaberg. Dort sind zahlreiche gekrümmt erscheinende Oktaederflächen als Phantome in transparenten Hexaedern ausgebildet. In einem Kristall bilden diese ein nahezu ideal erscheinendes Ochsenauge. Aber nur als Phantom im Inneren des Hexaeders. Wie läßt sich diese Bildung erklären? Anbei mal ein Foto, des nur schwer zu fotografierenden Phantoms. Kantenlänge des Hexaeders ist 7mm.

Offline berthold

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #7 am: 15 Apr 07, 20:21 »
Hallo Schluchti,

also ich sehe da zwei sehr unterschiedliche Mechanismen. Einmal die zonare Färbung, die zu scheinbar schwebenden Oktaederflächen im Kristall fürht und für den Fall des Ochsenauges "fortgesetztes Wachsen von Oktaedern mit silikatischen Trennschichten".

Die Frage, warum im Phantom-Fall nicht die komplette Form gefärbt ist KÖNNTE man wie folgt beantworten: In einer früheren Wachstumsphase hatte der Kristall die Form einer Kombination von Oktaeder (dominant) und Rhombendodekaeder. In einer kurzen folgenden Wachstumsphase wechselte die Lösungszusammensetzung (z.B. so, dass sich mehr Farbzentren bilden konnen) und es wuchsen nur die Oktaederflächen weiter. Dann nochmaliger Wechsel der Lösung, mit klarem Fluorit wächst der Kristall zur vorliegenden Form heran. So etwas ähnliches habe ich übrigens auch aus dem Wölsendorfer Revier:   http://www.berthold-weber.de/w_f_ph.htm

Ein sehr wesentlicher Unterschied: Ich habe noch nie -wie beim Ochsenauge- gekrümmte Flächen in einem Phantom gesehen.

Also, für mich sind das zwei Paar Stiefel.

Gruß
Berthold

Offline Schluchti

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #8 am: 15 Apr 07, 20:33 »
Ja, es sind eindeutig gekrümmte "Flächen", wie eben bei einem Ochsenauge. Dies sieht man aber praktisch nur bei dem normalen Betrachten mit dem Auge, weil man dort räumlich in den Kristall "hineinsehen" kann. Auf Fotos kommt dies nicht deutlich genug zur Geltung.

Meine laienhafte Deutung: Es wuchs dort zunächst ein Ochsenauge  heran, welches später durch den transparenten Fluorit überwachsen/verdrängt wurde und nur das lila "Farbgitter" blieb stehen.

Offline berthold

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Re: Ochsenauge ?
« Antwort #9 am: 15 Apr 07, 21:58 »
Hallo,

Zitat
Es wuchs dort zunächst ein Ochsenauge  heran, welches später durch den transparenten Fluorit überwachsen/verdrängt wurde und nur das lila "Farbgitter" blieb stehen.

geht eigentlich nicht denn Ochsenaugen sind ja immer eingewachsen  ???

Gruß
Berthold

 

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