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Autor Thema: Blei-Zink-Mineralien  (Gelesen 4195 mal)

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Offline MichaelP

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Blei-Zink-Mineralien
« am: 15 Apr 07, 19:58 »
Hallo zusammen,
ich habe wieder einmal ein paar Mineralien einer undokumentierten Blei-Zink-Mine im Oberbergischen, die ich nicht bestimmen kann.
Die Paragenese ähnelt vermutlich der der benachbarten Minen Castor und Silberkaule.
Bild1: Bildbreite ca. 1,6 mm
Die einzelnen Kristalle sind "stäbchenförmig" und teilweise durchsichtig.
Sieht anders aus als die bisher gefundenen Cerussit- oder Aragonitbüschel.

Offline MichaelP

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #1 am: 15 Apr 07, 19:59 »
Bild2: Bildbreite ca. 2,5 mm

Offline MichaelP

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #2 am: 15 Apr 07, 20:01 »
Bild3: Bildbreite ca. 0,8 mm (daher leider sehr unscharf)

Offline MichaelP

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #3 am: 15 Apr 07, 20:02 »
und noch Bild4: Bildbreite ca. 2 mm
zuerst dachte ich an Galenit, aber mit so einer rotbraunen Kruste habe ich das noch nicht gesehen.
Die Kristallform scheint auch anders zu sein (soweit man das erkennen kann).

Viele Grüße

Michael

Offline smoeller

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #4 am: 15 Apr 07, 21:42 »
Hallo,

1. Gips vielleicht (farblose nadeln), das weiße könnte Aragonit, Gips oder Baryt sein.

2. Mn-Oxid, Delafossit oder Tenorit

3. Baryt??

4. könnte angewittertes Sulfid mit Limonit sein. Sulfid= Pyrit, Sphalerit oder doch Galenit. Auch Kupferglanz (Chalkosin oder Djurleit ps. n. Chalkopyrit ist denkbar).

Glück Auf!
Smoeller

Offline Florian

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #5 am: 16 Apr 07, 09:39 »
Hi,

zu Bild 1. könnte doch Hemimorphit sein - von der Paragenese her könnte es doch passen oder?

zu Bild2. stimm ich smoeller nur zu - geht wohl in die Richtung Tenorit - Mn-Oxid

zu Bild3. Tja da kann ich nicht viel sagen dazu ... auch Hemimorphit, oder vielleicht Cerussit oder Baryt....

zu Bild4 - schliess ich mich auch Smollers tip an.... :-)

Gruss und Glück AUf

FLo

Offline Klinoklas

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #6 am: 16 Apr 07, 10:25 »
Bei Bild 1 habe ich auch sofort an Hemimorphit gedacht.
Ich habe aus der Ojuela Mine in Mexiko auch solche Hemimorphitaggregate.
Dort werden sie allerdings von Konichalcit begleitet. Anonsten Farbe und Form
kommen hin.

Aber 100% sicher bin ich mir nicht.
Wie Florian schon geschrieben hat von der Paragenese könnte es passen.

Gruß
René

Offline MichaelP

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #7 am: 16 Apr 07, 22:21 »
Erstmal danke für die Hilfe.
Ich habe mir noch einmal die beschriebenen Paragenesen der umliegenden Minen durchgelesen.
Baryt kommt da nicht vor.
Bild1:
Lanarkit wäre auch noch möglich, scheidet aber direkt wieder aus, weil ich keine Fluoreszenz feststellen konnte.
Bleiben Gips oder Hemimorphit. Da die Kristallenden niicht spitz zulaufen sondern einen Winkel von 90° zur Längsachse bilden,
wobei die Ecken mehr oder weniger abgeflacht sind, gehe ich jetzt von Hemimorphit aus.
Bild2:
Tenorit könnte passen, kommt in der benachbarten Grube Castor auch vor.
Aber warum sprecht ihr von Manganoxyd ? Tenorit ist CuO ?
Bild3:
Ich gehe hier auch von Hemimorphit aus.
Bild4:
die stahlgraue Farbe der Kristalle unter der Kruste und die Kristallform lassen mich zu Chalkosin tendieren.
Bei mindat.org habe ich ein Bild mit einer ähnlichen Kruste gesehen. Dort wird die Kruste als Bornit beschrieben.
Chalkosin kommt in der benachbarten Silberkaule vor. Bornit wird in den umliegenden Minen nicht beschrieben.
Könnte es Chalkosin mit einer Kruste aus Limonit sein ?

Offline Klinoklas

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #8 am: 16 Apr 07, 22:45 »
Hallo Michael

Ich denke smoeller meint das es sich um Mangan Oxid oder um Delafossit bzw. Tenorit handeln könnte.
Das Mineral auf Bild 4 ist ja wirklich rätselhaft. Ist das grüne auf der linken Bildseite ein Lichreflex oder ein Mineral?

Gruß
René

Offline smoeller

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #9 am: 17 Apr 07, 12:11 »
Hallo,

Dürfte dann Hemimorphit sein.

@Klinoklas: Genauso meinte ich es.


Solche schwarzen Krusten sind optisch nicht bestimmbar. Hier spricht der hohe Glanz möglicherweise tatsächlich für ein Mineral wie Tenorit, aber auch Manganogel oder Asbolan haben solchen Glanz.

Das 4.: Die roten Krusten sind mit ziemlicher Sicherheit amorphes/schlecht kristallisiertes FeOOH (Limonit/Siderogel). Das Mineral darunter ist anhand des Fotos nicht eindeutig, könnte mal Chalkopyrit gewesen sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline MichaelP

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Re: Blei-Zink-Mineralien
« Antwort #10 am: 17 Apr 07, 21:38 »
Ich habe mal versucht, unter dem Mikroskop mit Härtestiften die Härte zu bestimmen.

Bild2: Härte scheint so 2-2,5 zu sein. Tenorit würde dann ausscheiden. Mache ich einen Fehler, wenn ich das mit Manganomelan bezeichne ?
Das ist doch ein Oberbegriff für allerhand Manganoxyde, oder ?

Bild4: @Klinoklas: das grüne ist ein Lichtreflex.
Auf diesen rotbraun umkrusteten Mineralien sind winzige sechseckige Täfelchen aufgewachsen.
An so einem Täfelchen kam es zu diesem Lichtreflex.
Ich habe noch ein anderes Bild angehangen, wo man das halbwegs erkennen kann.
Was die Täfelchen für ein Mineral sind, weiß ich auch nicht. Vielleicht Dickit ?
Die Härte des Minerals unter der rotbraunen Kruste liegt bei 3-3,5.
Mit dem Härtestift 3 konnte ich lediglich die (oxydierte ?) Oberfläche abkratzen.
Erst der Stift mit der Härte 4 konnte das Mineral ritzen. Es ist dunkelgrau und stark metallisch glänzend.
Es scheint auch mild zu sein. Jedenfalls flogen keine Splitter beim Ritzen.
Ansonsten sind auf der Stufe kleine Siderit- und Quarzkristalle. Vielleicht hilft das ?

Viele Grüße

Michael

 

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