Fossilien / Fossils / Fósiles > Bayern
Hilfe!? Riesenschachtelhalm aus dem Tertiär?!
triassammler:
Hallo!
--- Zitat von: erbse am 21 Mar 09, 21:05 ---ich glaube so ungewöhnlich ist Dein Fund nicht, in einem Konglomerat sind ja eigentliche immer Gesteine aus früheren Zeitaltern wieder zur Ablagerung gekommen.
--- Ende Zitat ---
Ungewöhnlich wäre in diesem Fall aber, woher ein wesentlich älterer Riesenschachtelhalm (ich habe beim ersten Anschauen auch spontan an einen Schachtelhalm aus der Mittel- oder Obertrias gedacht, Unterjura wäre aber theoretisch auch noch möglich) bei der gegebenen geologischen Ausgangssituation kommen soll. Es handelt sich um Nagelfluh, deren Komponenten auf den kristallinen Teil der Alpen zurückgehen. Größere Festlandsbereiche waren zur Hauptverbreitungszeit der Riesenschachtelhalme im heutigen Alpenraum nicht gegeben (Ausnahme: alles früher als Perm); im Gegensatz zu vollterrestrischen Floren, die sich auch auf isolierten, kleinen Inseln entwickeln konnten (vgl. die Farn- und Nadelbaumfloren der oberjurassischen Lagunen), waren die Schachtelhalme auf beständig von Süßwasser gespeiste Feuchtgebiete angewiesen, deren Entstehung setzt aber wiederum komplexere morphologische Gegebenheiten voraus, wie sie auf Atollen nicht gegeben sind. Aus dem Alpenraum konnte also mangels entsprechender Populationen kein Schachtelhalmrest in die Nagelfluh gelangen, und der Transport von Norden her scheidet aus.
Weiters stört mich, dass das Fossil scheinbar nicht auf einer abgesetzten xenolithischen Matrix, sondern in der Grundmasse der Nagelfluh direkt eingebettet ist. Wie hätte ein nur mm-dicker Pflanzenabdruck ohne stabilisierende Matrix den Transport überstehen können? Die Größe und Form der assozierten Kiesel sagt einiges über die aufgewendete Transportenergie aus - wenn Quarz schon so stark gerundet wird, wie ergeht es dann einem Stück Sedimentgestein?
Ich habe zwar auch schon unterjurassische Belemnitenrostren in alttertiären Kalken gefunden, da lagen jedoch Einbettungsort und Juarkalk-Kliff nur einige 100 m auseinander, und die an sich recht stabilen Rostren waren schon derartig durch das primäre Herauswittern und den Transport in Küstennähe so stark beschädigt und abgerollt, dass der Fall einer sekundären Lagerstätte eindeutig war.
Da man an dem Stück auch keine Nodien erkennt (die einzige sichtbare Einschnürung scheint mir eher durch Sedimentauflast entstanden zu sein) würde ich eher das Blatt eines miozänen Gewächses (Palme?) in Betracht ziehen. Das würde auch gut zur Beobachtung passen, dass weitere Pflanzenreste und insbesondere ein Laubblattabdruck (das Blatt stammt sicher aus der Ablagerungszeit der Nagelfluh) gefunden wurden.
Gruß,
Triassammler
Psaronius:
Hallo,
muss meinem Vorredner ( - besser Vorschreiber ?) beipflichten. Auch ich würde im ersten Moment auf Schachtelhalm tippen, aber da der Fossilienrest recht klein ist, kann das Fragment mit der markanten Längsstreifung auch der Rest eines Blattes (typisch u.a. für Einkeimblättrige) oder etwas anderes sein.
Für eine eindeutige Aussage ist einfach zu wenig Material da...
Gruß
Psaronius
wolfilain:
Hallo
Anfangs hätt ich auch geschrieben das das wohl nicht sein kann.
Aber wartet mal - es gibt auch noch rezenten Schachtelhalm der ein paar cm Dicke Sprosse hatt.
Also - es is unwahrscheinlich aber nicht unmöglich.
grüße
triassammler:
--- Zitat von: wolfilain am 25 Mar 09, 14:46 ---Aber wartet mal - es gibt auch noch rezenten Schachtelhalm der ein paar cm Dicke Sprosse hatt.
--- Ende Zitat ---
Equisetum telmateia?
Die Größe steht ja nicht zur Diskussion, nur die Herkunft aus aufgearbeiteten älteren Sedimenten. Zuerst sollte aber mal versucht werden festzustellen, was für ein Pflanzenrest es ist.
Gruß,
Triassammler
Kili:
Hallo zusammen,
ich kann das Rätse lösen. Hab selber lange darüber nachgedacht selbst in der Staatssammlung München konnten (wollten?) sie mir nicht weiterhelfen.
Leider ist es nicht so spektakulär wie ein riesenschachtelhalm..
es handelt sich lediglich um den Abdruck von angetrockneten/verwitterten Holz. Habe vergleichbare Exemplare in der Nähe gefunden die den entscheidenden Hinweis gaben.
Der "Blattansatz" ist auf einen verfüllten trockenriss zurückzu führen.
Lg Kili
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln