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Vorarlberg: Zufallsfund Palmblatt aus dem Flysch
Yoscha:
Hast du vielleicht ein Bild von der Seite des Stücks, wo die "Beulen" angeschnitten sind?
Ich habe einen vagen Verdacht, aber um den zu bestätigen oder zu widerlägen wäre ein solcher Anschnitt vlt. hilfreich.
gsiberger:
... glaub nicht dass das viel hilft!
Yoscha:
Hm, stimmt, sehr viel Neues bietet die Seitenansicht wirklich nicht.
Was meine Vermutung wäre:
Es sind einfach nur Sedimentstrukturen. Ich habe schon öfters recht ähnliche gesehen.
Wobei es wie gesagt nur eine Vermutung ist und ich es anhand der Bilder weder bestätigen noch ausschließen kann.
In Flyschsedimenten im Allgemeinen (damit meine ich jetzt nicht den alpinen Flysch, sondern Flysch als synorogene Ablagerungen jedes Gebirges) finden sich meist nicht so viele Fossilien.
Wobei es da genug Ausnahmen gibt, auf meiner letzten Exkursion fand ich in Mitten variszischer Flyschsedimente prompt inkohltes Holz. Das war allerdings extrem kleingehäkselt und nicht mitnehmenswert (besonders, da ich auf der Station davor richtig schöne Pflanzenfossilien gesehen hatte).
Pflanzenfossilien in Flyschen sind eben meistens eher kleingehäkselt (natürlich mit Ausnahmen) und in Folge der recht raschen Ablagerung von Flyschen (riesige Schlammlavinen, die von Gebirge ins Becken rauschen) ist eine Inkohlung der Pflanzenreste im luftdichten Seiment nicht unwahrscheinlich.
Auf deinem Stück kann ich aber keine Inkohlungsspuren erkennen.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich kenne mich mit der Geologie dieser speziellen Lokation zu wenig aus, um genaues sagen zu können.
Ich hoffe, das hat jetzt irgendwie doch weitergeholfen :).
gsiberger:
Hallo!
Ja ich weiß, was du meinst, das ist es aber ziemlich sicher nicht. Ich bring das "Palmblatt" in nächster Zeit mal zu nem Geologen, ich sag euch dann was dabei rauskommt.
Mfg gsiberger =)
oliverOliver:
Nun, es gibt – wenn auch nicht häufig – in der Flyschzone (konkret in der am Alpennordrand ;)) durchaus auch Pflanzenfossilien, die nicht unbedingt kleingehäckselt und inkohlt sein müssen.
Etwa die fossilen Harze, aber auch verkieselte und inkohlt-verkieselte Hölzer, sowie Abdrücke von Pflanzen.
Siehe etwa:
• F. Bachmayer, Ein Myrica (?)-Blatt im Flyschharz. Ann.NHM Wien 77, 1973, 59-62.
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/ANNA_77_0059-0062.pdf
• W. Berger, Ein Lauraceenholz aus dem Oberkreideflysch des Lainzer Tiergartens bei Wien: Laurinoxylon weylandi n. sp. Österr. Botan. Zeitschr. 100, Wien 1953.
• W. Berger, Die Pflanzenreste im Flysch. Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien, 58. Band, 1965, 233 – 239.
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/MittGeolGes_58_0233-0239.pdf
• W. Berger, Ein Marattiaceen-Stammrest aus dem Oberkreide-Flysch von Wien-Rosental. Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien, 59. Band, 1966, Heft 2, 151—155.
http://www2.uibk.ac.at/downloads/oegg/Band_59_2_151_155.pdf
@ KOstMineral:
Wie datieren die von dir genannten Schichten ? Noch oberkretazäisch, oder schon paläogen ?
@ gsiberger:
Warst schon das Stück begutachten lassen ?
Ich würde das ja eher einem Paläontologen als einem Geologen zeigen.
p.s.:
In der Literatur werden auch Pflanzenreste im Flysch aus Bayern (Tegernsee) und OÖ (Attersee) erwähnt - dürfte also entlang der ganzen Ostalpen-Nordseite abundzu mal vorkommen.
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