Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals

Zerfallsreihen

<< < (2/3) > >>

Hg:
Moin Frank,
auf der Nuklidkarte stehen bei U-238 und U-235 Zahlenwerte für Spontanspaltung. Aber da kann mir keiner erzählen, dass man da etwas an Spaltprodukten groß was finden wird:
SF U-238: 5,47*10-6%
SF U-235: 2,0*10-9%
Ein typische Spantanspalter ist z.B. Cf-254  8)
Smöller hat da einfach zwei völlig unterschiedliche Begriffe durcheinandergebracht. Nach der Spaltung war ja in der Ausgangsfrage auch nicht gefragt  ;)
Gruß
Andreas

Krizu:
ok, das sind wirklich kleine Zahlen  8)

MfG

Frank

smoeller:
Hallo,

Sorry, meinte natürlich Tochterisotope/Zerfallsprodukte.

Man datiert das Alter von Erzgängen auch mit der U-Pb-Zerfallsreihe in Pechblende. Dies ist aber ungleich schwieriger und ungenauer als etwa den 40K-Zerfall der hydrothermal alterierten Feldspäte/Biotite/Amphibole des Nebengesteins heranzuziehen. Pechblende kann nämlich sehr entweder Fremdelemente einbauen oder eng mit Pb-Sulfid verwachsen sein. Auch diffundieren Zerfallsprodukte leicht über Risse heraus.

Für solche Anwendungen ist die Frage, wie z.B. das Blei in der Pechblende oder im Zirko gebunden wird, sehr interessant und über Zirkon gibt es zumindest Forschungen.

In jedem Falle sind die radioaktiven Zerfallsprodukte hier Störstellen. In Zirkon liegt U z.B. in der Wertigkeit +IV vor, die mit dem Zr4+ gut übereinstimmt. Pb liegt dagegen als Pb2+ vor. Hier ist die Ausgangsfrage tatsächlich gut: Werden ständig neue Bindungen geknüpft?  In der Tat wohl eher nicht. In der Realität entstehen lokale Ladungsdefekte (2+ statt 4+ usw.). Dies führt schließlich zu einer Zerstörung des Gitters, der Kristall wird isotrop (metamikt).

Selbst wenn neue Bindungen geknüpft würden (wüsste aber nicht, dass das in der Realität passiert), würde der Kristall das nicht lange mitmachen. So zerfällt Radium (+2) zu Radon (+0) und dieses weiter zu Polonium (+2,+6). Und dies innerhalb von nur wenigen Tagen. Eine Verbindung mit vierwertigem U würde hieran wohl in jedem Falle zu knabbern haben.

Glück Auf!
Smoeller

HakkiMalää:
Danke für die vielen aufschlussreichen Antworten ;D
Ich muss nämlich sagen, dass ich selbst im Chemie Leistungskurs meine Frage hab nicht beantworten können.
Nun weis ichs ;D

PS: Ist sowas auch gebiet der Geochemie?

Krizu:
Hallo,

ich würde mich echt nicht an chemische Bindungen in einem Kristall aufhängen. Ein Kristall ist eher ein Kollektiv (wie die Borgs  8) ). Du kannst Sauerstoffleerstellen haben, du kannst Zwischengitterplätze besetzten und das Ganze in einer Höhe, die eher dramatisch ist (Stichwort: Reale Dichte vs. Röntgendichte).

Wenn ein Zirkon jetzt echt mal 1% U im Gitter hat, zerfällt davon pro Jahr nur eine kleine Menge, vermutlich ppb - genaue Zahlen habe ich gerde nicht. Also sind wir mit der Störstellenbildung mit Zerfall pro Jahr im oben ppt-Bereich. Gleichzeitig mit dem Alpha-Zerfall fährt aber der Alpha-Panzer durchs Gitter und erzeugt einige Milliarden Ionenpaare.

Was ist schlimmer? Die Wertigkeitsänderung eines Atoms um zwei in einem Kollektiv von Atomen oder die vielen Ionenpaare?

MfG

Frank

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln