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Autor Thema: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat  (Gelesen 13100 mal)

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Offline HeikoB

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Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« am: 01 Jun 07, 10:44 »
Hallo, liebe Achatfreunde und des Mineralienforums,

Ich sammle nun seit (erst) 6 Jahren Achate, deutsche Achate und speziell bayerische Achate.
Was mir aber immer wieder auffällt ist, dass meiner Meinung nach die Namensgebung der Achate
ziemlich übertrieben wird.

Ich finde es in Ordnung wenn ein Achat nach seinem inneren Aussehen benannt wird, wie z.B. Festungsachat,
Lagenachat usw.
Oftmals wird ein Achat auch nach seiner Fundregion benannt. Okay, gibt einen Hinweis auf seine Herkunft und
ist somit legitim wie ich finde. Da liest man aber z.B.  bei ebay " Picasso-Achat" oder "Schlangenhaut-Achat" ,
oder hört vom "Puma-Achat"  oder " Hirni`s "(Idar-Obersteiner Region).

Da werden Achate nicht nur nach dem inneren Erscheinungsbild benannt, sondern auch nach dem Äußeren
oder andersweitig. So mancher Fantasiename ist für mich total verwirrend und wie ich finde etwas übertrieben.

Sollte ich jetzt unsere im Frankenwald gefundenen Achate als "Blumenkohl-Achate" bezeichnen, wie ein
befreundeter Sammler sie mal scherzhaft nannte ?

Ich würde gerne mal Eure Meinung dazu hören, wie Ihr darüber denkt !   

Vielen Dank im voraus für Eure Antworten !


HeikoB

Offline Donat

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #1 am: 01 Jun 07, 12:13 »
Hallo,
ich hatte schon mal bei E-bay ein Angebot gesehen mit "Blutwurstachat".
Wir haben Zuhause gut gelacht :D
Gruß
Donat

Offline HeikoB

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #2 am: 01 Jun 07, 13:09 »
Hallo Donat,

Blutwurstachat, haha...auch nicht schlecht. Ja, irgendwie ist es dann doch schon wieder lustig,
aber wenn man die Achatsammlerei etwas ernster betrachtet, finde ich die Namensgebungen,
was den Achat angeht , dann doch schon etwas weit hergeholt.

Grüsse aus der Oberpfalz !

Heiko

Offline agatefreak

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #3 am: 01 Jun 07, 14:50 »
Hallo Heiko,

bin ganz Deiner Meinung. Habe die sogen. Puma und Condor Achate aus Argentinien bewusst nicht als solche bezeichnet und auch bei meinen Beschreibungen der Stücke in der Literatur oder bei Ebay bewußt auf diese Irreführung hingewiesen. Viele dieser fantasievollen Namensgebungen stammen aus dem englischsprachigen Raum. Wichtig ist auch die genaue Fundortangabe. Der Beispiele gibt es noch viele und man sollte sich an die Vorgaben im Mineralienatlas unter Achat halten.
Gruß Peter

Offline Mineralroli

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #4 am: 01 Jun 07, 15:34 »
Hallo Heiko
Auch ich stimme Dir ganz zu.Ich wollte das Thema auch schon kürzlich anschneiden.Man sollte bei den Standards bzw. bei den verständlichsten Namen bleiben.
Den Namen "Blutwurstachat" oder "Blumenkohl-Achate" habe ich  so noch nicht gehört halte ich aber auch für unsinnig.Wie Blumenkohl sehen zwar die Achate (außen) von Malargue-Argentinien aus dennoch würde ich diese nie so bezeichnen.
Als den größten Unsinn finde ich den Namen Picasso-Achat.Ich weiß nicht wessen Hirn das entsprungen ist aber derjenige hat wohl noch nie ein Bild von Picasso gesehen.
Picasso malte viele schwarz-weiß Zeichnungen und seine Farbbilder neigen in die Richtung des Expressionismus.Diese Bilder haben mit den Bilder eines Achats gar nichts  gemeinsam.
Nur weil ein Achat eine polierte Oberfläche hat muß man ihm nicht diesen absurden Namen geben.
Diese sog. Picassoachate haben eher ein Ähnlichkeit mit einer venezianischen Karnevalsmaske.Nun kann man diese Achate auch nicht "venizianische Maskenachate" nennen denn der Name Venezia bezieht sich auf eine Örtlichkeit die nicht paßt.
Im Anhang habe ich mal so einen angeblichen Picassoachat und dann so eine Maske .Die Ähnlichkeit ist verblüffender.
Wie schon erwähnt wenn immer mehr Namen auftauchen wird es immer undurchsichtiger und es hilft einem nicht weiter.
Schlangenhautachat lasse ich mir ja noch gefallen obwohl es auch nur ein anpolierter Chalcedon ist.
Beste Grüße
« Letzte Änderung: 01 Jun 07, 16:43 von Mineralroli »

Offline HeikoB

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #5 am: 01 Jun 07, 15:56 »
Hallo Peter, hallo Roland,

vielen Dank für Eure ehrlichen Meinungen  ! Ja, das sehe ich genauso, dass da viel Unsinn im Spiel ist.
Sicherlich sollen diese Beschreibungen in irgendeiner Weise verkaufsfördernd sein.

Die Karneol-Quarzdrusen hier in Oberfranken sind vermutlich genauso entstanden wie die Achate von
Malargue, Argentinien. Deshalb haben sie auch das gleiche "blumenkohl-ähnliche" äußere
Erscheinungsbild.

Dieses Erscheinungsbild kennen wir ja auch von den Stücken aus Schöngleina (bei Jena)
 und den Achaten aus dem Main. Letztere sind vermutlich aus dem Kronacher Buntsandstein
(Oberfranken) bis nach Unterfranken und noch weiter bis in den Rhein(Kiesgr. Erftstadt) transportiert
worden.

Die Ähnlichkeit der "Picasso-Achate" mit den Karnevals-Masken ist verblüffend !    Toll getroffen !!!!

Also nochmals vielen Dank und ein schönes Wochenende !


Heiko



Offline Mineralroli

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #6 am: 01 Jun 07, 20:49 »
Hallo Heiko
Ich möchte da noch eine Ergänzung machen.Das betrifft den sog. Condor -Achat und den Puma-Achat.
Diese Bezeichnungen sind völlig unzutreffend.Der Condor-Achat bezieht sich hauptsächlich auf die argentinischen Achate obwohl der Condor auch in Chile,Peru,Ecuador fliegt.
Genau so verhält es sich mit dem Puma-Achat , denn der Puma ist mit Sicherheit nicht bei Achatfundstellen anzutreffen.
Ist schon irre was da für Phantasien kursieren.
Beste Grüße

Offline agatefreak

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #7 am: 01 Jun 07, 22:57 »
Falsch mineralroli,

der Puma ist an vielen argentinischen Achatfundstellen heimisch. Die Fundstelle Los Leones heist übersetzt: "bei den Löwen" (Puma). Auch habe ich bei vielen Exkursionen im Canon Atuel und Malargue oft Spuren von Pumas (Berglöwen) entdecken können. Die Tiere sind natürlich sehr scheu und vermeiden die Begegnung mit dem Menschen.
Sicherlich hat natürlich die Bezeichnung "Puma Agate" nichts mit dem Achat von Malargue gemeinsam , weder im Aussehen noch im Geruch!!!  Dieser Fantasienamen wurde von einem argent. Händler der in USA lebt  in Umlauf gebracht. Weitere Infos auch in meinem Artikel über die Fundstelle in der Ausgabe 04/2005 der Mineralien-Welt.

Offline Ralf

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #8 am: 02 Jun 07, 09:55 »
Eine sehr interessante Diskussion. Auch wenn ich hier mal wieder etwas gegen den Strom schwimme.  ;D

Grundsätzlich bin ich gegen Namensgebungen, die nur mit der Absicht vergeben werden eine höhere Wertigkeit zu vermitteln. Das finden wir ja im Bereich Esotherik besonders deutlich, und nicht nur bei Achaten.
Eine Namensgebung um einen bestimmten Achat  von anderen abzugrenzen halte ich eigentlich gar nicht für so verkehrt. Es vereinfacht die Kommunikation und jeder weiß worüber gesprochen wird. Auch wenn der Puma-Achat de fakto nix mit einer Raubkatze gemein hat, ist inzwischen die Definition überall bekannt. Sicher hätte man ihn vielleicht besser Malargüe-Achat genannt und gleich auch einen Bezug zur Region gehabt, aber so ist es halt.
Was den Picassoachat angeht hab ich auch geschmunzelt, als ich das zum ersten mal gehört habe. Aber welcher Name wäre denn dafür der richtige gewesen ? Venezianischer Maskenachat hört sich auch ein bisschen seltsam an :D. Einfach nur " Achat aus Madagaskar " ? O.k., aber da gibt viele Fundstellen ( die oft nicht bekannt sind oder nicht bekannt gemacht werden ) und wie soll man da kommunikativ differenzieren ? Am besten wäre es, einen Achat nach seiner Fundstelle zu benennen, das ist eindeutig und klar. Es sei denn die Stelle hat einen Ellenlangen Namen und das auch noch in französisch oder Indonesisch. Wer will das aussprechen ? Picasso ist da doch einfacher.  Besonders problematisch wird´s, wenn die wirkliche Fundstelle nicht genannt werden will. An sich schon ein Frevel, aber dann bekommt der Achat auch noch einen wirklich falschen Namen. Hat sich der Name " Würzburgachat " einmal eingebürgert und nachher stellt sich heraus, dass die Fundstelle tatsächlich in Bremen liegt, wird´s arg kompliziert.
Also mich stören die Namen nicht, solange sie nicht aus monetären Gründen absichtlich irreführend sind. Wissenschaftlich sind sie eigentlich ohne Belang.
Unterscheiden muß man noch, ob man mit der Namensgebung einen Achat aus einer bestimmten Region definieren will, oder einen Typus, der an vielen Stellen vorkommen kann. Letzteres halte ich auch für verfehlt. Eigentlich gibt es für alle Typen eine Bezeichnung, wie wir sie ja auch im Lexikon aufbauen. Also z.B. aus einem Festungsachat noch einen Raubritterburgachat differenzieren zu wollen ist völliger Blödsinn, wird sich aber auch nicht durchsetzen. Das sind eher lokale oder subjektive Erklärungsversuche.

Ralf

Offline Mineralroli

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #9 am: 02 Jun 07, 13:00 »
Hallo Ralf
Eine gute Einstellung die Du da vermittelt hast.
Das mit dem "venezianischen Maskenachat" war ja nur ein Vergleich ohne damit einen neuen Namen in die Welt setzen zu wollen.Zumindest ist die Ähnlichkeit weit größer als bei der Picassovariante.Wie ich schon geschrieben habe gibt es überhaupt keine Übereinstimmung mit den Bildern von Pablo Picasso.Hier mal ein Link um sich einen Eindruck zu verschaffen:
http://www.allposters.de/gallery.asp?aid=96333269&c=c&search=27394&lang=3&GCID=s15100x014&KEYWORD=picasso&Referrer=http%3A%2F%2Fwww%2Egoogle%2Ede%2Fsearch%3Fq%3DPicasso%26sourceid%3Dnavclient%2Dff%26ie%3DUTF%2D8%26rls%3DDVFA%2CDVFA%3A1970%2D%2D2%2CDVFA%3Ade&SAID=96333269&SAIDTime=6%2F2%2F2007+3%3A16%3A11+AM&maid=96333269&AffClickThroughID=994211708
Vielleicht ist es auch sinnvoller wenn wir als Sammlergemeinschaft solche Namen weniger oder gar nicht verwenden.So besteht die Möglichkeit das die unsinnigen Namensgebungen ihre Bedeutung verlieren bez. in Vergessenheit geraten (ist aber nur schwer anzunehmen).Man muß ja die falschen Bezeichnungen nicht übernehmen und weiter verbreiten,da muß es doch eine Möglichkeit der Korrektur geben.Nur weil diese sich eingebürgert haben und dazu zähle ich auch den Skolezitachat muß man es nicht weiter tragen.Wenn nun jemand seine Achate in der eigenen Sammlung so bezeichnet dann ist da auch o.k.
Es liegt auch als Sammlergemeinschaft bei uns ob ein Name Bestand hat oder nicht.

Was den Puma-acht betrifft da korrigiere ich meine vorangegangene Bemerkung teilweise die durch agatefreak nochmals umschrieben wurde.
Nebenbei sei noch bemerkt das es den Puma auch in Nordamerika gibt.Da dieser Achat mit der Katze gar nichts zutun hat,ich zitiere "weder im Aussehen noch im Geruch!!!" ist die Bezeichnung auf das Verbreitungsgebiet angewendet.Da dieses Tier nun auch in Nordamerika heimisch ist so ist diese Bezeichnung falsch da sie sich nicht eindeutig zuordnen läßt.

Ich bin für die klassischen und allgemein üblichen Namen .
Die Namensgebung die sich auf die Örtlichkeiten beziehen,wie z.B. Laguna-achat,Fairburn-achat,
Lake Superior-achat ...........oder auch Lausitzer Achat finde ich dagegen absolut in Ordnung.
Ich erwarte aber in der Zukunft noch weitere Namensgebungen.Spätestens dann wenn in China spektakuläre Achatfunde gemacht werden.Zur Zeit ist da noch tote Hose aber ich kann mir nicht vorstellen das es in dem riesigen Land keine schönen Achate gibt.
Beste Grüße an alle

Offline Ralf

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #10 am: 02 Jun 07, 18:28 »
Hallo Roland,

ich hab Dich schon richtig verstanden und gebe Dir bezgl. Picasso recht. Klarer Fall. Was den Namensgeber da angetrieben hat, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben.

Es ist ja zumeist so, dass die Namensgebung durch den Händler geschieht, der die Ware als erster oder als erster in größeren Mengen auf den Markt bringt. Oft geschieht das in den USA und so ist der Name schon etabliert bevor die Sammler darüber diskutieren können, so z.B. auch beim Picasso Achat.
Ungeachtet dessen finde ich es gut und richtig, wenn Leute wie Peter diese Fantasienamen dann mit Hintergrundinformationen und dem ausklabüsern der korrekten Fundstelle aufklären. So bei den Condor- und Pumaachaten. Ob man das Kind dann wirklich umtaufen muss, weiß ich nicht, es wird auch schwer sein. Die Namensgebung nach Lokalität ist sicher der beste Weg. Aber auch da gibt es ein Problem, nämlich die Aussprache. Manchmal werde ich nach Dendritenachaten aus Eskesehir gefragt. Gesprochen wie geschrieben. Richtig ausgesprochen heißt es aber ( hoffe ich zumindest ) Eschkeschir. Frag mal einen Türken, wo Eskesehir ( gesprochen wie geschrieben ) liegt. Er wird es nicht wissen.
Und wenn ich dann jetzt an Chinesische Achte denke, wird mir ganz übel  ;D

Es gibt dort übrigens wunderschöne Achate, aber leider kaum Sammler wie bei uns. Und die Händlerschaft muß diesen Markt erst noch entdecken. Außerdem ist es wohl nicht erlaubt Rohsteine aus China auszuführen, so hat es mir jedenfalls ein Chinesischer Freund gesagt. Also gibts zur Zeit nur Trommelware. Aber das ist ein anderes Thema.

Um es noch eimal zu bekräftigen. Namensgebungen die bewusst in die Irre führen oder gar hart am Rande des Betrugs wandeln sind klar abzuklehnen. Ich erinnere da nur an die spektulären " Tuxedo achate " .

Ralf

PS. Ich bin sehr froh darüber, dass die Pumaachate nicht den Geruch mit dem echten Puma gemein haben. Wir würden sie dann wohl aufbewahren wie andere Ihre Uranmineralien :P

Offline HeikoB

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #11 am: 03 Jun 07, 09:16 »
Hallo Leute,

herzlichen  Dank für Eure regen Anteilnahme bezüglich dieses Themas. Ihr habt sehr schön hinterleuchtet , wie
diese Namen (z.B. Condor-Achat, Puma-Achat) überhaupt zustande gekommen sind, was von meiner Seite nicht
bekannt war.

Eine Umbenennung solcher Achate, wäre wahrscheinlich sinnlos, da sich diese Namen schon so eingebrannt haben.
Bei neuen Achatfundstellen wäre es allerdings sinnvoll, nur befürchte ich, dass das so weiter gehandhabt wird wie
bisher, nämlich, dass weitere fantasievolle Namen erfunden werden.

Den "Skolezitachat", diese Bezeichnung finde ich wie Mineralroli auch schon murniert hat, in den meisten Fällen nicht
zutreffend ist. Man sollte sich eher an den Begriff  "Pseudomorphose" halten.

Ich denke, dass wir Sammlerinnen und Sammler bei der Namensgebung von  Achaten eine Vorbildfunktion ausüben
sollten und Achate korrekt benennen müssen, also entweder nach Fundregion und, oder nach allgemeingültigen Begriffen
des Aussehens (z.B. Lagenachat (Uruguaytyp), Festungsachat, Röhrenachat, Gangachat usw.).

Glück Auf  !

HeikoB




Offline agatefreak

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #12 am: 03 Jun 07, 10:06 »
Hallo Heiko,

noch ein typisches Beispiel einer fantasievollen Namensgebung ist der "Crazy Lace" Achat aus Mexiko. Fundort: Sierra Santa Lucia , Chihuahua , Mexiko. Der Name hat sich schon vor über 30  Jahren vorallem in den USA ausgeprägt. Heute ist die Bezeichnung allgemein üblich und in der Literatur voll anerkannt. Dies ist ein schönes Beispiel wie sich auch Fantasiebezeichnungen voll durchsetzen können. Solche Achatbildungen sind natürlich besonders außergewöhnlich und lassen dadurch eigene Namensgebungen sinnvoll erscheinen. Ähnlich ist es mit dem "Skolezit-Achat" von Wendelsheim. Hier fand die Namensgebung ca. 1972 statt. Wie jeder versierte Achatsammler heute weiß ist dies natürlich in erster Linie eine Achatpseudomorphose. Die Bildungen können von vielen anderen Mineralien gebildet worden sein , also nicht nur Skolezit aber auszuschließen ist dies nicht. Auch hier hat die Namensgebung nun seit über 35 Jahren Eingang in die Sammlungen gefunden und ist nicht mehr wegzudiskutieren.
Viele Grüße und noch viel Spaß beim Achatesammeln
Peter

Offline Mineralroli

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #13 am: 03 Jun 07, 21:43 »
"Crazy Lace" Achat aus Mexiko.Diese Bezeichnung ist durchaus o.k. denn wenn man sich diese Bänderstrukturen (auch mal durch das Mikroskop) anschaut dann sind diese wirklich verrückt und teilw. mit der Achatgenese nur schwer erklärbar.
Wer nun seinen Pseudoachat von Wendelsheim in seiner Sammlung als Skolezitachat bezeichnet das sein ihm überlassen.Ich lege mich da nicht fest und werde in der Zukunft einige dieser Achat untersuchen lassen ob der Großteil aus Skolezit besteht.Sollte ich falsch liegen so werde ich mich auch korrigieren.
Gruß Roland

Offline Stephkling

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Re: Übertriebende Namensvielfalt beim Achat
« Antwort #14 am: 29 Jul 07, 23:46 »
Hallo miteinander,
möchte dieses Thema doch noch einmal aufgreifen.
- ich finde (als relativer Neuling) die Namensbezeichnungen in Ihrer Vielfalt schon sehr verwirrend. 8)
   So langsam versteh ich die Einteilung schon, denke aber -  bei der riesigen Vielfalt der Achate ist auch
   die riesige Auswahl der Namen nicht verwunderlich; die wissenschaftliche Einteilung nicht einfach.
- Die Bezeichnungen 'Friedensachat' (in Büchern) und 'Fleischachat' (Achatschleifer in Idar-Oberstein für
  die rosafarbigen Achate) sind mir im Forum noch nicht begegnet, ebenso der Begriff 'Jaspachat' -
  lieber wieder vergessen?
- Bei der Vielfalt der Namen gibt es einen Achattyp aus der Freisener Region für die ich im Lexikon noch
  keine passende Bezeichnung gefunden habe. Der Achatschleifer aus Idar-Oberstein bezeichnete ihn
  als 'Fleischachat'. Allerdings gibt es diese Art auch in weiß und gelb. Bei einigen ist verwunderlich, daß 
  sie im Rohzustand Feuchtigkeit aufzusaugen scheinen.
- Viele Achate aus dem Lierbachtal sind doch eher Chalcedone da sie keine Bänderungen aufweisen,
  vor allem die schönen grünen, oder irre ich?

Ich hoffe jemand kann mir helfen ein bischen Licht ins Dunkel zu bringen. :D

Grüße Stephan

 

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