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Autor Thema: Anlauffarben mal chemisch betrachtet  (Gelesen 8184 mal)

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Offline Andres

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Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« am: 27 Jun 07, 18:59 »
Hallo Leute,

ich bin heute beim näheren Betrachten meiner Kupferkies/Barytstufe auf Anlauffarben gestoßen. Nun habe ich mich gefragt wie Anlauffarben chemisch gesehen "aussehen". Ist das einfach eine Stoffeigenschaft oder an was liegt das?

MfG Andres

Offline bardenoki

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #1 am: 27 Jun 07, 19:13 »
Hi Andres,

hier mal was dazu aus unserem Lexikon: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Anlauffarben

Gruß Norbert
« Letzte Änderung: 27 Jun 07, 19:17 von bardenoki »

Online Goldi85

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #2 am: 27 Jun 07, 19:15 »
Hallo,
Schau mal hier: http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Anlauffarben
Es handelt sich um ein Interferenzphänomen, dass (meistens) durch einen Überzug aus Oxid zustande kommt. Die dünne Oxidschicht wirkt dabei wie ein optisches Gitter (ähnlich einer CD).

Gruß  Daniel

Oh schon jemand vor mir da 8)

Offline Hg

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #3 am: 27 Jun 07, 19:17 »
Hallo,
hier:
http://wwwex.physik.uni-ulm.de/lehre/gk3a-2002/node30.html
ist das ganze auch schön mathematisch dargestellt  ;D
Interferenz an dünnen Schichten  ;)
Gruß
Andreas

Offline Andres

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #4 am: 27 Jun 07, 20:04 »
genau das wollte ich wissen ( Ursache Oxidschicht)


MfG

Offline caliastos

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #5 am: 02 Jul 07, 17:51 »
schau evtl. auch mal in den ramdohr rein. da siehste dann noch viel mehr bezüglich erze und eigenschaften.

die meisten anlauffarben sind zwar oxide, aber nich alle. schwarz gewordenes silber ist nicht oxidiert, sondern reduziert worden.

Offline Axinit

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #6 am: 02 Jul 07, 18:01 »
Hallo,

ich glaube, da hast Du etwas durcheinander gebracht. Die Schwarzfaerbung von Silber kommt durch die Bildung von Sibersulfid Ag2S zustande, dies ist sicherlich keine Reduktion, da hier Silber formal in der Wertigkeit + 1 vorliegt.

Anlauffarben (Definition nach Roempp's Chemielexikon): Beim Anlassen (= Erhitzen eines Metalls)  bilden sich dünne Schichten transparenter Metalloxide auf der Metalloberfläche, die durch Interferenz des reflektierten Lichts zu Farbeffekten führen. Diese werden als Anlaß- oder Anlauffarben bezeichnet. In erster Näherung hängen die dabei entstehenden Farben von der Oxidschichtdicke ab, und sind damit eine Funktion von Anlaßtemperatur und Anlaßdauer.

GA

Harald

Offline caliastos

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #7 am: 02 Jul 07, 20:22 »
naja, genaugenommen bin ich mir gerade beim silber selber nicht mehr sicher. erinenr mich zwar schon noch wie die gleichungen das definieren, nur weiß ich noch genausogut wie mir bislang 4 verschiedene dozenten es immer angekreidet haben wenn ich silber und oxidiert gesagt habe. das war jedes mal so eine frage, die einen minuspunkte einbrachte, lol.

Offline Krizu

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #8 am: 03 Jul 07, 09:07 »
Hallo,

beim Silber sind es teilweise Schwefelverbindungen.
Bei den Sulfiden meist Oxide  ;)
Die sind im REM mit der EDX gut zu analysieren.
Stellt man eine geringe Anregungsspannung ein, bleiben die Elektronen in der Anlaufschicht stecken und der Bereich wird analysiert. Dreht man die Spannung dann voll auf, gehen die tiefer rein und man hat den eigentlichen Kristall.

MFG

Frank

Offline caliastos

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #9 am: 03 Jul 07, 18:04 »
für alle die sich auch gerne selber erzanschliffe machen. da sind anlauffarben ja gefürchtet, da sie das mineral verdecken. tipp: mal so eine stufe paar jahre gammeln lassen. hab da mal eine 20 jahre vor sich hin gammelnde stufe gesehen. von oben kaum was zu sehen, aber der schliff ist wahnsinnig bunt und sehr faszinierend angelaufen.

Isarkiesel

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #10 am: 04 Jul 07, 13:01 »
Hallo Caliastos,

wenn Du die Anschliffe schon ansprichst, kurze Zwischenfrage: Kann man das Anlaufen solcher Anschliffe irgendwie verhindern? Abgedeckt werden sie ja nicht...

Offline caliastos

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Re: Anlauffarben mal chemisch betrachtet
« Antwort #11 am: 04 Jul 07, 21:15 »
ne, geht absolut nicht. wie willst du das verhindern? wer hat schon im eigenen heim eine vakuumkammer mit einem 100% vakuum (welches eh nur theoretisch zu 100% geht). es schwirren immer irgendwo ein paar sauerstoff-, schwefel- oder andere molekühle herum, die  irgendwann auf die oberfläche treffen. luftdicht abschotten in eine plastikdose macht auch keinen sinn, denn man sperrt luft ja schon in der dose mit ein, die reicht auch schon.

es hilft da eben nur immer wieder nachpolieren. selbst du eine harzschicht (die da ja keinen sinn macht) diffundiert das mit der zeit durch. wie schnell das geht hängt halt nur von der umgebungsluft und dem mineral ab. aber so oder so passiert das irgendwann.

 

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