Bei den Typlokalitäten Deutschland ist mir aufgefallen, dass dort auch ein paar diskreditierte Minerale auftauchen: Castaingit und Hydrophilit. Da dies keine eigenständigen Minerale mehr sind, haben die in einer Typlokalität-Mineralliste eigentlich nichts zu suchen.
Ein paar Fehler hab ich beim schnellen Durchsehen auch gefunden:
Aluminit:
"Pädagogium Halle 1" gibt es nicht, TL ist der Botanische Garten des Pädagogiums
Bismutit:
Nach der Originalbeschreibung: BREITHAUPT, A. (1841): Ueber das natürliche kohlensaure Wismutoxyd.- Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie 53, 627-630
ist die Beschreibung und Analyse an Material von der Grube Arme Hilfe, Ullersreuth, Thüringen gemacht worden. Das ist also die Typlokalität. Als weitere Fundorte lediglich erwähnt werden Schneeberg (ohne Grubenangabe), Aue (Neue Hoffnung-Stolln) und Johanngeorgenstadt (Bergmännischer Preussen Hoffnung-Stolln).
Kobaltkoritnigit
Nach der Originalbeschreibung stammt das Typexemplar aus dem sächsischen Erzgebirge, vermutlich Marienberger Revier.
Maucherit
Nach der Originalbeschreibung: GRÜNLING, F. (1913): Maucherit Ni3As2, ein neues Nickelmineral aus den Kobaltrücken des Mansfelder Kupferschiefers.- Centralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 225-226
stammt das Typmaterial aus Eisleben.
Die Angabe Mansfeld, Graf-Hohenthal-Schacht ist falsch.
Weilit
In der Originalbeschreibung ist nur "Schneeberg" angegeben, dort steht nichts von Neustädtel, Weißer Hirsch, Walpurgis Flacher
Xanthokon
In der Originalbeschreibung
BREITHAUPT, A. (1840): Xanthokon, ein neues Glied der Ordnung der Blenden.- Journal für praktische Chemie 20, 67-69
steht nur die Grube Himmelsfürst, aber nichts vom Glückauf-Schacht (soweit ich das jetzt in Erinnerung habe, gab es den zu der Zeit noch gar nicht).
Glück Auf
der Stollentroll