Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining
Himmelsfürst Fundgrube
Stefan:
Hallo,
nennt sich die Grube "Himmelsfürst" oder "Himmelsfürst Fundgrube" oder ist Fundgrube nur ein anderer Begriff für Grube?
z.B. im Revier Freiberg.
Gruß Stefan
hoe:
Hallo Stefan,
so ganz genau genormt ist der Begriff wohl nicht und wird sowohl für einzelne Gruben als auch Zusammenschlüssen von mehreren Gruben verwendet. Die "Himmelsfürst Fundgrube" von Brand Erbisdorf meint meines Wissens nach nur den einen Schacht, während mit der "Himmelfahrt Fundgrube" von Freiberg der Zusammenschluß von Thurmhof, Abraham, David, Alte Elisabeth und Reiche Zeche zu einer Gewerkschaft gemeint ist.
http://www.bew-bed.de/projekte/bed_n/karte_b.html
Glück auf!
Holger
stollentroll:
Die Himmelsfürst Fundgrube bezeichnet nicht nur einen einzelnen Schacht. Auch der recht bekannte Glückauf-Schacht gehört zur Himmelsfürst-Fundgrube.
Eine Zusammenfassung der Geschichte:
Über die erste Belehnung von Himmelsfürst sind keine exakten Angaben überliefert. Sie muß nach 1554, aber vor 1573 erfolgt sein, da die Grube in letztgenanntem Jahr bereits in den Ausbeutebögen auftaucht. Der Bergbau begann auf dem Kreuz des Teich Flachen mit dem Neuglück Spat. In dessen Nähe wurde der Fund- oder Alte Teich Kunstschacht niedergebracht. Auf dem Teich Flachen fand sich das Silber meist gediegen, als Glaserz oder anderen reichen Silberezen. 1747 wurde eine Silbermasse von 1¼ Zentner gefunden, wovon eine Fundtafel im Glasschacht (Fortsetzung des Fundschachtes unter dem Thelersberger Stolln) zwischen 1. und 2. Gezeugstrecke kündet. Bis Mitte des 18. Jh. lieferte nur der Teich Flache das Ausbringen von Himmelsfürst, später trug der 1746 gemutete Wiedergefunden Glück Stehende zur Erzlieferung bei. Um den Wiedergefunden Glück Stehenden gab es eine mehrere Jahre dauernde Gangstreitigkeit mit der Nachbargrube Weisser Schwan und Volle Rose, die 1794 mit dem Ankauf der Grube endete. Östlich vom Fundpunkt des Teich Flachen wurde als Beilehn der Junge Himmelsfürst auf dem Hoffend Glück Stenden bebaut. Im 18. Jh. wurde 128 m nördlich des Fundschachtes der Frankenschacht niedergebracht, der 1854 die Teufe von 419 m erreichte. 1775 wurde der Dorothea Stehende durch den Dorothea Tagesschacht (82 m östlich vom Frankenschacht) erschlossen. Bis 1779 erfolgte in allen Schächten von Himmelsfürst die Förderung von Menschenhand, erst danach wurde im Frankenschacht über den beiden Kunsträdern ein Kehrrad eingebaut, mit dem auch über ein Stangenvorgelege ein Göpel im Dorothea Tagesschacht betrieben wurde. 1779 wurde als nächster Hauptschacht der Vertrau auf Gott Schacht 360 m südlich vom Fundschacht aufgenommen. 1810 fuhr man auf der 3. Gezeugstrecke östlich vom Vertrau auf Gott Flachen den Jupiter Stehenden an und legte auf diesem Gang den Reichelt Schacht an. Nach neuen Mutungen und Ankauf kleiner Gruben südöstlich vom Reichelt Schacht reichte der dort befindliche Wassergöpel nicht mehr aus und es wurde 1854 die im Felde angrenzende Grube Gelobt Land Fundgrube mit dem Lade des Bundes Schacht erworben. 1859 begann man mit dem Abteufen des Neuschachtes, der schließlich 480 m Teufe erreichte
zusammengestellt nach:
NEUBERT, E.W. (1880): Beitrag zur Geschichte der Grube Himmelsfürst Fdgr. Hinter Erbisdorf.- Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen im Königreiche Sachsen, 27-36
Glückauf
der Stollentroll
Schluchti:
Danke für die Literaturstelle! :D
Btw.: Hier finden sich (fast) alle Jahrbücher im Volltext in digitaler Form: http://www.tu-freiberg.de/~ub/el-bibl/jb_sachsen/jb_sachsen.html
smoeller:
Hallo,
Es gab im sächsischen Bergwesen eine ganz genaue Festlegung des Begriffes Fundgrube. Sie hat etwas mit der Größe des verliehenen Grubenfeldes zu tun. Daneben gab es auch Ma(a)ßgruben (z.B. Turmhof in Freiberg). Die Himmelsfürst-Fdgr. umfasste unter anderem die Schächte Glück Auf, Vertrau auf Gott und Frankenschacht.
Glück Auf!
Smoeller
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