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Autor Thema: Welche Epoxydharze zum Verschließen breiter Risse im Achat ?  (Gelesen 16727 mal)

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Offline HeikoB

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Hallo,

@ Noudi: Danke für Deinen Link !  Das Akepox 1000 von AKEMI könnte gut sein, da er vergilbungsarm ist.
                    Es gilt noch zu klären, ob er sich auch wirklich gut schleifen und polieren lässt , wie angegeben wurde.

@Fabian99/Caliastos/Helicat  - Danke für Eure Tipps !!

Ich habe bei der Firma  R&G (www.r-g.de) angerufen und Hr. Ott von der technischen Beratung erklärte mir folgendes:
Epoxydharze wären für unsere Zwecke am besten geeignet, weil sie bei der Aushärtung wenig zur Schrumpfung neigen
und deshalb dauerhaft den Riss ausfüllen. Nachteil, alle Epoxydkleber vergilben unter UV-Licht . Es gibt aber
vergilbungsarme, sprich UV-beständigere Epoxydharze. Da wir unsere Achate eh meist in der Wohnung ausstellen,
wird es wohl ausreichen.Nach einer gewissen Zeit unter UV-Licht vergilben sie nur wenig.

Andere Gießharze neigen mehr zu Schrumpfungen beim Aushärten, bleiben aber wasserklar (UV-beständig).
Es könnte aber passieren, dass nach dem Aushärten das Harz sich wieder von Riss gelöst hat.

Er empfahl mir zwei Varianten: Epoxydharz HT 2 (hochtransparent), 685 g kosten 13,80 €, bei 45 min Aushärtzeit
                                                            EP Gießharz, wasserklar, Aushärtzeit 6-7 Std, 1 Kg kosten 22,- €.

Oben genannte Harze neigen zur Selbsentlüftung von Blasen. Eine Temperaturerhöhung um 10° C  halbiert bei beiden
Klebern  jeweils die Aushärtzeit. Er empfahl eine Aushärtung bei 30-40°C im Backofen.

Beide Harze wären schleif,- und polierbar.

Ich habe mir beide Varianten bestellt und werde sie dann mal eingehend testen.

Grüsse

Heiko





Offline Helicat135

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Sag ich doch - mit dem Wasserklaren Harz :P

na dann mal viel Erfolg!

Offline HeikoB

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Hallo Helicat135,

ja das war ein guter Tipp !  Danke !  ;D

Heiko

Offline Blackminer

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Hallo Schleifergemeinde!
Ich habe noch folgenden Tipp aus dem Uni- Schleiflabor bekommen. Vor dem Harzen sollten die betreffenden Stücke erwärmt werden. Das Harz zieht dann wirklich in alle Ritzen. Im Labor wird der Muffelofen benutzt. Ich habs mit dem Backofen gemacht oder die Stücke im Sommer einige Zeit in die Sonne gelegt.  Die Stücken können ruhig richtig warm sein (nicht kochendheiß!).

Allerdings wolte man mir nicht verraten, wie der Markenname des Harzes ist. Nach dem Mischen riecht es in der Richtung "alte Socken" und beim Aushärten soll man gut lüften (Araldit?). Nach 24 Stunden bei Zimmertemperatur ist die Mischung ausgehärtet. Soll das Härten schneller gehen, einfach mehr Härter nehmen. Trotzdem lasse ich die Stücke 3Tage liegen. Dann ist man unter Garantie auf der richtigen Seite.

Sekundenkleber würde ich nicht nehmen. Im ersten Versuch hatte ich den Kleber mit dem Vogelnamen benutzt. Zu dünnflüssig und beim Schleifen hat sich das Schleifkorn reingesetzt. Die Konsistenz war wie Kaugummi geworden.

Viele Grüße und Glück auf!

Offline Andreas-

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Hallo Heiko,

ich verfolge die Diskussion mit Interesse. Bin auf deine Versuche gespannt. Mir wurde einmal gesagt, dass Epoxidharz nur bedingt zum Verfüllen von (größeren) Rissen/Löchern geeignet ist, da es sich nach mehreren Jahren vom Stein lösen kann. Ich weiß aber nicht, ob das tatsächlich stimmt bzw ob das auch für deine Zwecke (nur kleine Risse) von Relevanz ist.

Jedenfalls besitze  ich ein Stück versteienrtes Holz bei dem ein Loch mit Harz gefüllt wurde - muss schon einige Jahre her sein. Jedenfalls hat sich die Verbindung Holz-Harz leicht gelöst weswegen man nicht mehr durch das Harz auf das Holz sieht sondern die Sicht im Harz endet (besser kann ich es nicht erklären - siehe Foto). Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich, ob dies an der Qualität des verwendeten Harzes liegt oder ob dieser Effekt im Lauf der Jahre bei allen Harzen auftritt. Das müssten wohl erfahrerenere Sammler/Schleifer besser wissen.

lg
Andreas

Offline Helicat135

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  • Master of Disaster
naja, die Qualität der Harze ist schon sehr verschieden. Das von R&S zum Beispiel wird im Flugzeugbau verwendet- Da darf sich nichts lösen.
Wenn Man es wirklich in einen erwärmten Riss gibt, verteilt es sich auch deutlich besser und haftet entsprechend ´besser.

Offline HeikoB

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Hallo,

@ Blackminer:  Ja, mit der Wärme das hatte mir Herr Ott auch geraten. Ein bekannter Sammler aus dem
                                Fichtelgebirge arbeitet an der Steinfachchule in Wunsiedel. Er verwendet Araldit By 158
                                (Harz) und Adurit 21 (Härter). Allerdings ist das Zeug sehr allergiauslösend und wohl auch
                                 giftig und sollte nur draußen oder bei guter Belüftung verwendet werden. Es soll sich aber
                                 sehr gut schleifen und polieren lassen und ziemlich glashart sein. Nur wollte ich mit so einem
                                 Material nur im Notfall arbeiten, wenn sich nichts vergleichbares findet.
 
@ Andreas :         Das werden die Versuche dann zeigen ob das heutige Material dem von früher überlegen ist.
                                  Sollte aber so sein. Das werden dann aber erst die Jahre zeigen ob das Material stabil
                                  bleibt.


Grüsse aus der Oberpfalz

Heiko


                               

Offline jürgen lange

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mal ne frage, muss es unbedingt epoxyharz sein? wegen der viskosität der mischung etc.
ich habe lengenbach-stücke mal mit wasserglas-lösung (aus dem baumarkt, typ grundierung von saugenden putzen o.ä.) benutzt. war auch nicht schlecht. dauert vielleicht beim abbinden etwas länger, da auch so eine trocknungsreaktion abläuft. wäre mal eine idee.

es gibt hier in der region steinmetze, die ihre brüchigen stücke nachkleben und dann zu grabsteinen etc. verschleifen. da scheint es kein vergilbungsproblem zu geben.

gruß und glück auf jürgen lange

Offline HeikoB

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Hallo Jürgen,

mit Wasserglas zu arbeiten ist für mich eine neue Idee, habe da aber keinerlei  Erfahrungswerte.
Lässt sich Wasserglas auch schleifen und polieren ? 
Wie sieht es mit Schrumpfungen bei Aushärten aus ?

Der Kleber den die Steinmetzte verwenden wird vermutlich ähnlich sein, wie oben schon von mir erwähnt
wurde (Araldit mit Härter). Muß ich aber mal direkt bei einem Steinmetz nachfragen. Vielleicht hat da
auch jeder seine Favoriten.

Einstweilen herzlichen Dank für Deine Tipps und Denkanstösse !

Grüsse

Heiko



Offline Donat

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Hallo,
vielleicht hilft auch die Seite ein wenig:

http://www.schmalstieg-gmbh.de/html/kleberspachtel.html
Gruß
Donat

Offline HeikoB

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Hallo Donut,

sehr interessant der Link ! 

Das scheint ja genau das richtige Material zu sein !

Muß ich mir auch gleich mal zum Ausprobieren bestellen.

Super Hinweis !!!    Danke !!!

Grüsse

Heiko

Offline kugel-frank

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  • Sammlungs-Schwerpunkt: Schneekopfkugeln
    • schneekopfkugel.de
Hallo Heiko und alle anderen Interessierten!

Ich habe gerade mal mit meinem Sammel und Schleifpartner gesprochen...

Wir das heißt er verwendet einen Zweikomponenten Kleber einer Fa. Kremer Pigmente Co KG (ich hoffe ich habe das jetzt richtig geschrieben) mit dem Namen: Araldit XW 396 XW 397/ 2020.

Da er und ich danach weiter Schleifen und Polieren kann ich nur sagen; das Zeug ist wirklich gut, extrem fest, klar; es lassen sich nicht nur Risse damit kaschieren sondern auch Bruchstellen/ Ausbrüche.

Gibt wohl auch kleinere Abpackungen a (2 x) 15 ml, da müssen wohl aber mindestens 6 Packungen abgenommen werden. Wegen dem Preis schaut mal selber im Katalog, ganz billig ist das (sehr ! gute) Zeug nicht; ist halt wie fast immer im Leben.

Also bis später Grüße aus Thüringen

Frank

PS.: Es schneit mal wieder heftig, soll wohl nichts mehr werden mit einer letzten Tour dieses Jahr...

Offline HeikoB

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Hallo Frank,

prima, nun weiß ich wenigstens mit welchem Harz Ihr arbeitet.

Ich kann kurz einenZwischenbericht geben. Also ich habe jetzt die zwei Harze von der Fa. R&G bekommen.
Es ist einmal das Harz HT2 und EP Giessharz wasserklar. Beide Harze incl. Härter und die Rohsteine (
diese im Backofen auf 40° C)  habe ich im Wasserbad auf 40° C erwärmt und mit Einwegspritzen aus der
Apotheke aufgezogen und dosiert.
Dann in einen Kunststoffbecher gegeben und eine Minute gerührt. Beide Harze sind relativ dünnflüssig.

Wenn man Löcher und Risse befüllen will, die nicht am Rand des Rohsteines sitzen, kann man dies bei Achathälften
mit der Schnittfläche nach oben tun und aushärten lassen. Das dauert ca. 24 bzw.48 Std. bis die Harze wirklich hart
und nicht mehr klebrig sind.  Die Blasen haben sich selbst entlüftet.Soweit so gut.

Ein Problem habe ich mit Rissen, die bis zum Rand des Rohsteines gehen. Hier lief das Harz aus den Rissen an
der Mandel herunter und ich habe die Stücke dann mit der Schniitfläche nach unten auf Zeitungspapier plan
aufgelegt. Überstehende Sägekanten sind hier störend, da das Stück dann nicht plan aufliegt und das Harz auch
wieder herausläuft.

Ein weiteres Problem sind die verbleibenden Blasen im Harz/Riss, da wenn sie auf der Unterseite aufgelegt sind, keine
Entlüftung mehr stattfinden kann.

Wie handhabt Ihr das ?   Tipps?

Hier würde nur eine Vakuumanlage die Blasen herausziehen.

Bin gerade dabei die Stücke zu läppen/schleifen. Melde mich dann wieder wenn ich mehr weiß bzw. herausgefunden
habe.


Grüsse

HeikoB

Offline Krizu

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Hallo,

Was ist mit einer Gips-Plombe an der Seite der Mandel, um den Riss so abzudichten, dass kein Material rausfliesst?

MfG

Frank

Offline HeikoB

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Hallo Krizu,

ja, in diese Richtung, mit Gips oder einem anderen Material, wird es wohl gehen. Anhaftende Gipsreste könnte
man notfalls wegsäuern.

Vielleicht geht auch Steinkitt, wie er zum Befestigen in den Jousi-Kästchen verwendet wird. Ich meine den
mehr ölenden Kitt, der sich wie Kaugummi (geht vielleicht auch ?) wieder abziehen lässt.

Danke für Deinen Tipp !

Grüsse

Heiko



 

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