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Autor Thema: Schleifen von Flurit  (Gelesen 16900 mal)

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Offline RonnyNisz

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #15 am: 18 Aug 07, 23:46 »
Hat ja mit dem eigentlichen Thema nix mehr zu tun, aber:

Zitat: der Staub bzw. das enthaltene Fluor ist giftig. Also: Immer genug Binde- und Kühlmittel, ergo: Wasser, verwenden

Ich dachte immer, Fluorit sei in der Zahnpasta. Vergifte ich mich da jeden Morgen???

Gruß Ronny,
der sich morgen früh wohl trotzdem die Zähne putzen wird....

Isarkiesel

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #16 am: 19 Aug 07, 12:50 »
Ich dachte immer, Fluorit sei in der Zahnpasta. Vergifte ich mich da jeden Morgen???

Hallo,

das in der Zahnpasta enthaltene Natriumfluorit dürfte sogar deutlich kritischer sein als das Calciumfluorid des natürlichen Flußspats: Es ist nämlich deutlich besser löslich. Als "reine" Chemikalie ist Natriumfluorit deshalb mit einem Totenkopf gekennzeichnet... ;D

Da die toxische Wirkung von Fluorid-Ionen im Körper meines Wissens nach auf der Ausfällung schwerlöslichen Calciumfluorids beruht, erscheint es mir zweifelhaft, ob man sich mit Flußspat vergiften kann: Für jedes Mol Calcium, das durch freigewordenes Fluorid gebunden wird, ist zuvor ein Mol freigesetzt worden. (Hierbei bleiben die schädlichen Effekte mineralischer Stäube auf die Lunge allerdings unberücksichtigt. Wer auf die Staublunge verzichten will, verwendet sowieso beim Schneiden/Schleifen genügend Kühlmittel und ggf. Atemschutz, auch ohne Fluor.)

Offline caliastos

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #17 am: 19 Aug 07, 17:17 »
wobei staublunge, silikose und asbesthose  und co. auch absolut nichts mit vergiftung zu tun haben.

alle stäube als giftig zu bezeichnen ist da auch schlicht falsch. und naß schleifen ist nicht nur aus gesundheitsgründen ziemlich dumm. das macht die stücke und das werkzeug auch mal gerne kaputt.

der totenkopf auf chemikalien steht zudem nicht ausschließlich für giftig.

stabiler fluor-verbindungen sind an sich harmlos. und CaF ist da schon recht ordentlich stabil. klein zermahlen heißt ja nicht sofort freisetzung des fluors. und wie ja schon erwähnt wurde enthalten zahnpasten weitaus besserlösliches fluor. der sinn dabei ist der einbau selbigens in die zähne ---> ergibt dort stabilisierendes CaF.

was reines fluor so giftig macht ist seine extreme reaktivität. reines fluorgas, HF und flußsäure (aq) sind nicht gerade die harmlosesten verbindungen. die hohe reaktivität führt zudem auch zu nachher stabilen endprodukten, die der körper nicht einfach so zackzack in die gefährlichen einzelkomponenten zerlegt.

reines natrium oder chlor sind ja auch nicht unbedingt harmlos, aber als kochsalz essen wir es täglich. ist das kochsalz demnach giftig? nein; oder wer nimmt das in großen mengen zu sich? mit fluorit is das ähnlich.
« Letzte Änderung: 19 Aug 07, 17:23 von caliastos »

Isarkiesel

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #18 am: 19 Aug 07, 18:20 »
der totenkopf auf chemikalien steht zudem nicht ausschließlich für giftig.

Nein; er steht für "Giftig" und "SEHR Giftig" ;D

Offline Sven

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #19 am: 20 Aug 07, 09:29 »
@ caliastos:
Zitat
"und naß schleifen ist nicht nur aus gesundheitsgründen ziemlich dumm. das macht die stücke und das werkzeug auch mal gerne kaputt."
Meinst du das ernst? sollte wohl eher "trocken schleifen" heissen, oder?

Klar, der Hinweis auf die Gefahren der Stäube ist mehr allgemeiner Natur, und Staub=giftig ist natürlich auch nicht allgemeingültig richtig. Dann besser Staub=potentiell gesundheitsgefährdend. Klar ist auch der Vergleich mit Natrium und Chlor, es ging mir auch eher darum auf die latent vorhandene Gefahr hinzuweisen, wenn jemand fragt, was beim schleifen von Fluorit zu beachten wäre. Ich denke es ist im Umgang mit solchen Materialien immer besser, übervorsichtig zu sein, als evtl. unbewusst Risiken einzugehen.

Grüße, Sven

Offline caliastos

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #20 am: 20 Aug 07, 23:55 »
stimmt, da fehlt ein "nicht".

latent vorhandene gefahr aber ist selbst bei fluorit nicht gegeben.  das zeug ist einfach zu stabil. wie eben bei kochsalz auch. reines chlorgas ist alles andere als gesund. aber dennoch wird es im großen stil abgebaut. an sich gibt es eher wenige minerale, die gefahrenstoffe freisetzen. freisetzung "gefährlicher", reiner elemente an sich ist mir jetzt bei keinem mineral so spontan geläufig. kritisch wäre z.b. asbest oder quecksilberminerale. aber durch schleifmittel und wasser elemente freisetzen, die einem schaden, naja, würde da mal einfach sagen "sehr unwahrscheinlich". die meisten minerale sind ja an sich eher schlecht im wasser zu lösen. um die elemente freizusetzen müßte man die bildungsbedingungen einstellen, was eher unwahrscheinlich ist, und dazu noch das element vom rest trennen.

Offline flourine

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #21 am: 24 Aug 07, 11:25 »
 ???Jetzt schwirrt mir der Kopf - all meine schönen Flourite mit denen ich praktisch lebe..... na ja dies scheint ja ok zu sein, so wie die Zahnpasta..... die Tips kommen noch rechtzeitig, bevor ich mich in Taten stürzen werde
 ;) ;) dich ich hoffentlich überlebe

Offline RonnyNisz

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #22 am: 28 Aug 07, 22:57 »
Ich war gerade bei Freunden, die ein Juweliergeschäft betreiben. Seit ca 10 Jahren werden ihnen auch geschliffene Fluorite als Steine für Ketten in Würfel- und Kugelform angeboten. Es muß also funktionieren, sie zu schleifen.

Gruß Ronny

Offline Sven

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Re: Schleifen von Flurit
« Antwort #23 am: 29 Aug 07, 09:46 »
@ fluorine: Natürlich wirst du das überleben ;D, es ging ja nur darum, auf mögliche Gefahren hinzuweisen. Und wie schon gesagt, beim Nassschleifen mit genügend Kühlmittel wird ja der Staub sowieso gebunden (und der Stein vor Überhitzung geschont). Wie heist noch der schöne Satz bei mindat immer:
Zitat
There is no specific data on health dangers or toxicity for this mineral, however you should always treat mineral samples as potentially toxic/dangerous and use sensible precautions when handling them.
Das gilt natürlich auch für Fluorit. Aber, wie ja schon mehrfach gesagt wurde, ist es sehr unwahrscheinlich bzw. chemisch nicht möglich, dass sich Fluor aus dem Fluorit "löst" (> Stabilität der chem. Verbindung).

@ Ronny: Klar funktioniert es, Fluorit zu schleifen! hat ja niemand das Gegenteil behauptet...

Gruß, Sven

 

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