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Essigsäure
Fossilea:
Hallo zusammen,
ich habe beim Aussäuern von Fossilien gerne die Essigessenz von Surig mit 25% Essigsäure verwendet. Nun bin ich auf die 80%ige Essigsäure von Primasur gestoßen und wollte Fossilien der gleichen Art damit bearbeiten. Aber beim Einlegen des Kalksteines wurde keine Reaktion ausgelöst. Hat jemand dafür eine Erklärung?
Hals- und Steinbruch
Jakob
Isarkiesel:
Hallo Jakob,
vorweg, eine hieb- und stichfeste Erklärung habe ich nicht (müßte spekulieren über Aciditätsfunktionen, Aktivitäten von Protonen im Lösungsmittel Essigsäure gegenüber Wasser, kinetischen oder thermodynamischen Hemmungen, etc.); allerdings habe ich gelesen, dass es möglich sein soll, Kalkstein in Eisessig (100%ige Essigsäure) einzulegen, ohne dass einem das Zeug um die Ohren sprudelt. Würde man auch nicht erwarten.
Mach doch einfach mal (vorsichtig!!!) folgendes Experiment: Nimm eine kleine Menge der 80%igen Essigsäure und einen kleinen Kalkstein, leg ihn hinein und gib langsam - am besten in abgemessenen Mengen - Wasser zu und beobachte, wann eine Reaktion einsetzt. (Schutzbrille und Kittel nicht vergessen! So hochprozentige Essigsäure ist in den Augen und auf den Klamotten unangenehm!).
Gruß,
Holger
smoeller:
Hallo,
Würde auch sagen: Essigsäure in der Konzentration ist kaum protoniert. Das Maximum derAcidität liegt meines Wissens bei ca. 60 %. Also am Besten das Ganze mit Wasser vorsichtig verdünnen.
Glück Auf!
Smoeller
trommeln:
Giesst du Wasser in die Säure, dann geschiet das Ungeheure!
Ataxioceras:
Hallo!
Bei hohen Säurekonzentrationen muß man nicht nur die Konzentration, sondern auch die Aktivität, also allgemein ausgedrückt die Wirksamkeit der Säure, berücksichtigen. Zum einen ist Essigsäure eine schwache Säure, zum anderen ist diese bei einer Konzentration von 80% fast vollständig protoniert (bei Eisessig sowieso vollständig), so daß die Säure nicht wirken kann. Verwenden kannst du dieses Konzentrat ohne Probleme, nur würde ich es je nach Anwendung verdünnen und auch nicht zu hochprozentig arbeiten. Das Wasser dient zudem zur Aufnahme der bei der Reaktion entstehenden Salze (z. B. Natriumacetat).
Schöne Grüße
Volker
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