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Autor Thema: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)  (Gelesen 1219 mal)

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Offline vanderheide

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Ein zweiter Versuch!
Der Camping liegt direkt am Mittelmeer unweit von Castiglione della Pescaia (etwas nord-westlich von Grosseto)

Auf einem Spaziergang wurde dieses Steinchen auf einem Naturweg in der direkten Umgebung vom Campingplatz gefunden.
Es zeigte eine Vielseitigkeit, glitzerte zum Teil im Sonnlicht und faszinierte beim Beobachten.

Ich versuchte mit dem Fotoapparat das Steinchen abzubilden. Die Fotos genügten nicht.

So machte ich eine Reihe Bilder mit dem Mikroskop. Ich verwendete weisses LED-Licht. Der Einfall des Lichtes wechselte ich, deshalb musste ich von jeder Seite einige Bilder machen.

Fakten:
• Grösse: 25 x 20 x 10 mm
• An einer Stelle (markiert) ist es magnetisch
• Ich konnte es weder mit Kupfer noch mit einem Stahlstift ritzen
• Auf einer Glasplatte ritzte der Stein

Fotos:
1.   Ist die erste Ansicht (hier sind die Seitenansichten a – d angegeben)
2.   Die vier Seitenansichtsseiten
3.   Die Rückseite
4.   Ein Zentimetermass zeigt die Grösse aller Aufnahmen

Fragen nach den Bestandteilen:
• Magnetit kann den Magnet anziehen
• Ist es ein Plutonit, Vulkanit oder Metamorphit?
• Dunkelgräuliche Stellen schillern bei einem bestimmten Lichteinfall, kann es Orthopyroxen
   sein?
• ist das Weissliche Feldspat (Plagionklas, oder Orthoklas)?

Könnte es ein Mafitit sein?

Bitte stellen Sie Fragen und geben Sie mir Hinweise, wenn etwas wichtiges fehlt.

Herzlichen Dank, Hans

Offline vanderheide

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #1 am: 06 Jan 26, 19:24 »
Weitere Aufnahmen

Offline oliverOliver

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #2 am: 06 Jan 26, 19:33 »
hallo,
das ist jetzt nur geraten, bzw. anhand der Bilder "aus dem Bauch heraus":
die olivbraunen bis "goldbraun" schimmernden xx könnten evtl. Enstatit/Bronzit sein, und wenn du auch Magnetit festgestellt hast, könnte(!!) es sich vielleicht um einen Bronzit-Serpentinit handeln. Zum Enstatit (als Pyroxen) würde die festgestellte hohe Härte passen, andere Bestandteile (z.B. die Blassgrünen, Serpentin-Minerale?) sollten dann aber deutlich weicher sein.
Wie gesagt, nur eine ad-hoc-Assoziation, will damit nicht sagen, dass das wirklich so ist ....
lg
oliver

Offline vanderheide

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #3 am: 06 Jan 26, 20:38 »
Vielen Dank Oliver, für die prompte Antwort. Damit scheint es für dich auch ein Plutonit zu sein und mit meiner Andeutung eines Mafitits, die sich auch gerne in Serpentinit umwandeln, finden wir eine Richtung. Danke schön!
Hans

Offline oliverOliver

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #4 am: 06 Jan 26, 22:08 »
hallo Hans,
wie gesagt, verlass dich nicht drauf - Gestein nach Foto ist ja fast immer schwierig, und besonders, wenn es "bunt" zusammengesetzt ist - da kann ja jedes Handstück anders aussehen (und theoretisch zu einer anderen/abweichenden Einschätzung bzw. Ansprache führen).
lg
oliver

Offline vanderheide

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #5 am: 06 Jan 26, 23:00 »
Hallo Oliver,
Da verstehen wir uns. Ich kenne Geologen, die sich weigeren etwas virtuell anzuschauen, weil sie nicht tasten, nicht das Gewicht prüfen, nicht den Stein im Licht bewegen können u.s.w. Dennoch kann ich es nicht lassen, auch wenn diese Steinchen den Wert dafür nicht haben. "Schmeisse sie weg!", antwortete mir mal jemand. Ich möchte einfach wissen, wie weit geht die Erfahrung, welche Möglichkeiten haben virtuelle Bilder und welche Qualität der Bilder braucht es? Ich hoffe, es meldet sich noch jemand. Gruss, Hans

Offline vanderheide

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #6 am: 08 Jan 26, 20:34 »
Hallo Zusammen, hier meinen abschliessenden Bericht:
Der Stein hat die Härte von 6 bis 7, bei bestimmten Lichteinfälle sehe ich Schimmern von Plagioklas und Pyroxen, Magnetit konnte ich mit dem Magneten eindeutig eingrenzen, dieser Bestandteil gibt einen metallischen Glanz. Das Gefüge besteht aus nebeneinander und sich durchdringenden Körnern.
Meines Erachtens ist es ein Plutonit, den man mafisches Gestein nennt.
Eine entsprechende Ausführung zu diesem Gestein fand ich in www.kristallin.de - Gesteinsliste - Diabas/Dolerit. Die Bilder auf dieser Website sind in Übereinstimmung mit meinen Bildern, die ich von diesem Stein und auch von dem grösseren Stein gemacht habe. Weil die Benennung Diabas scheints veraltet ist, würde ich meine Steine mit Dolerit ansprechen.

Online Chrisch

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #7 am: 08 Jan 26, 20:50 »
Also die Diabase und Dolerite, die ich kenne, sehen anders aus. Und die besagten Geologen würde ich mit Status "seriös" einstufen. Frage mich nur irgendwie nach dem Sinn dieser Diskussion...

Gruß Chrisch

Offline vanderheide

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #8 am: 09 Jan 26, 20:25 »
Warum dieser Aufwand für zwei „unbedeutende“ Steinchen, für die sich niemand interessierte? Ich zählte in meinem ersten Thread 1 204 Aufrufe, im zweiten 924 und im letzten 313.

Ab 2008/09 habe ich über zehn Jahre lang unzählige Beiträge im Mineralienatlas veröffentlicht. Viele haben sich damals daran beteiligt und sehr hilfreiche Beiträge geliefert. Vielleicht hat sich dieser Trend verändert? Ich weiß es nicht, ich war lange nicht mehr hier.

Das Spektrum der Gesteine muss weit gefasst werden.
Wer sich mit dem Serpentinit der Clemgiaschlucht in Graubünden auskennt und auch den Serpentinit bei Motta Naluns und in den höheren Lagen kennt, kann eine umfangreiche Sammlung von Serpentiniten anlegen. Wenn man jetzt auf den Gornergrat bei Zermatt kommt und dort den Serpentinit kennenlernt, von dem es dort in Höhen von über 4000 Metern ein riesiges Vorkommen gibt – das gesamte Breithorn und der Pollux gehören dazu –, dann sieht der Serpentinit dort völlig anders aus. An anderen Orten kann man wiederum andere Eindrücke gewinnen.

Im Mineralienatlas wird mit Bildern gearbeitet (das Forum ist ohne Bilder nicht vorstellbar). Die Bilder sind das hauptsächliche Kommunikationsmittel. Als ich die Aufforderung erhielt, deutlichere Bilder zu liefern, habe ich das getan.
Durch Tests, die ich an den Objekten durchführte, gewann ich einige bedeutende Eigenschaften hinzu.
Ich wollte wissen, wie weit ich gehen musste. Das war der Sinn meines Versuchs.
Diese Frage ist nun beantwortet.
Gruss, Hans

Online Chrisch

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #9 am: 10 Jan 26, 22:25 »
Was hat ein im Prinzip herkunftsloses Strandgeröll aus der Toskana, dem eine fragliche Bezeichnung zugeordnet wird, mit konkreten schweizerischen Serpentinit-Vorkommen zu tun!?  ??? Erschließt sich mir nicht...

"Ich wollte wissen, wie weit ich gehen musste. Das war der Sinn meines Versuchs. Diese Frage ist nun beantwortet."

Sorry, es waren nur mehr Bilder, keine besseren, und welche bedeutenden Eigenschaften? Minerale haben eindeutige Härten, Gesteine sind dagegen Mineralgemische, und bei einem solchen kleinen Stück ist eine Zuordnung immer schwierig, da sich generell die Frage nach der Repräsentanz für das Gesamtgestein stellt. Diabas ist ein Vulkanit, und jetzt offiziell vielleicht ein "Palaeo-Basalt", aber nicht automatisch ein Dolerit. Für Antworten auf die Fragen sind Gesteins-Dünnschliffe, Geochemie und XRD relevant, keine Aufrufe. Nix für ungut, liest sich aber so, als wäre die Beschäftigung damit an sich und nicht ein konkretes Ergebnis der Sinn...

Gruß Chrisch

Offline vanderheide

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #10 am: 11 Jan 26, 13:19 »
Hallo Chrisch,
ich glaube, unsere Auffassungen liegen ziemlich weit auseinander. Ich fasse kurz zusammen, in welcher Hinsicht sie sich unterscheiden:

Zum Fundort: Ich habe „in etwa“ den Fundort erwähnt. Auf Koordinaten habe ich verzichtet, jedoch habe ich mit einem „OpenStreetMap-Bild“ angedeutet, dass der Fundort einige Kilometer von der Küste entfernt ist.
Unter „Strand“ verstehe ich etwas anderes, wenn du schreibst: „Was hat ein im Prinzip herkunftsloses Strandgeröll aus der Toskana …“

Zum Bildverständnis in Relation zu Gesteinsbenennungen: Wenn ich schreibe, dass das Spektrum von Gesteinen weit gefasst werden soll, dann meine ich damit etwas anderes als deine enge Ansicht: „Dolerite, die ich kenne, sehen anders aus …“ Das heißt: Du berufst dich auf Vorstellungen, die du dir irgendwann gemacht hast. Wenn du aber etwas siehst, das du so nicht einordnen kannst, schaffst du es nicht, den Unterschied zu bezeichnen. Dann werden die Vorstellungen zur Befangenheit und nützen niemandem etwas.
Deshalb gab ich meine Schilderung vom Serpentinit als Beispiel, um auf die Verschiedenheit des Aussehens eines Gesteins hinzuweisen. Aus dem Zusammenhang gerissen, kann man einen Witz daraus machen.

Eine Diskussion?
Du stellst die Frage: „Frage mich nur irgendwie nach dem Sinn dieser Diskussion ...”
Welche Diskussion meinst du? Ich sehe meine Beiträge leider als Monolog. Deine Bemerkungen waren bezugslos. Sie führten lediglich zu besseren Aufnahmen, aber unter einer Diskussion verstehe ich etwas anderes.

Ich habe noch andere Hinweise erhalten, die weiterführen. Im Kontext dieser Ergebnisse schließe ich hier jedoch gerne ab.
Danke für deine Teilnahme, Chrisch.
Gruß, Hans

Offline vanderheide

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Re: Ein Steinchen beim Camping Maremma Sans Souci (Toskana)
« Antwort #11 am: 11 Jan 26, 19:11 »
Ergänzung:
Um die topographischen Vorstellungen zu korrigieren, hier noch zwei Bilder:
Das „Strandgeröll“ ist soweit das Auge reicht: Sand.
Auf dem Hügel am Horizont wurden die Steinchen auf einem Naturpfad gefunden.

 

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