Hallo alle,
für die Lagerstätte Hartenstein/Schlema/Alberoda waren schon zu DDR-Zeiten die Messen gelesen. Der Abbau wurde schon stark herunter gefahren und Vorrichtungsgrubenbaue wurden so gut wie keine mehr aufgefahren. Diese Lagerstätte zählt in Bezug auf Uranerze als weitestgehend ausgeerzt, ebenso Pöhla. Auch der Aufbereitungsbetrieb 101 in Crossen der die Erze aus dem Erzgebirge aufbereitete wurde bereits 1989 (unabhängig von der politischen Wende) geschlossen.
Wenn man sich die nackten Zahlen der gesicherten und prognostizierten Uranmetallvorräte wie sie Schluchti aufgeführt hat ansieht ist das nur die halbe Wahrheit. Aus meiner Tätigkeit weis ich wo und wie diese Vorräte liegen und wie die Gehalte dieser Erze sind.
Die von Schluchti aufgeführte Lagerstätte Culmitzsch/Sorge/Gauern/Gera-Süd mit einen Restvorrat von 3.350,0 t Uranmetall wurde bis 1967 abgebaut und dann wegen Unrentabilität abgeworfen! Die Durchschnittsgehalte liegen hier bei 0,065 % und die Überdeckung mit tauben Gestein dieser flözartigen permotriasischen Lagerstätte (Tonstein) die im Tagebaubetrieb gebaut wurde beträgt 50 bis 60 m mit steigender Tendenz. Mehrere Versuch dieser Lagerstätte im Untertagebetrieb zu erschließen sind aus Standsicherheitsgründen und wegen mehrerer Wassereinbrüche gescheitert.
Sämtliche Bergbaubetriebe im Ronneburger Raum, außer Drosen, sollten in den 1990er Jahrer geschlossen werden und die Russen wollten sich aus dem gesamten Uranerzabbau in der DDR zurückziehen. Die Wismut als Uranerzproduzent war ein Auslaufmodell! Überhaupt war der gesamte Uranerzbergbau im gesamten Ostblock nur durchführbar auf Grund der besonderen Nachkriegsumstände und dem Drang und Zwang unbedingt das militärische Gleichgewicht mit Atombomben herzustellen was in einem beispiellosen Wettrüsten im Kalten Krieg gipfelte. Unter anderen Umständen wäre niemals Uranerz mit Gehalten unter 0,08% abgebaut worden, höher waren die in Thüringen nicht! Allenfalls der Gangerzbergbau im Erzgebirge wäre unter Umständen für eine friedliche Nutzung rentabel gewesen.
Eine Wiederaufnahme eines Uranerzbergbau es, geschweige denn einer Aufbereitung, in Deutschland halte ich schon aus politischen Gründen für undurchführbar, egal wie hoch der Weltmarktpreis für Uran auch immer klettern möge.
Übrigens gibt es auch für Uranerze noch einige kleinere Lagerstätten in Sachsen und Thüringen die bis ins Detail erkundet aber schon damals aus Rentabilitätsgründen nicht abgebaut wurden. Zwei dieser Lagerstätten sind z. B. Neumark/Vogtland und Delitzsch bei Leipzig.
Gruß Jürgen