Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic

Oolith-Geschiebe von Bornholm

<< < (8/9) > >>

Psaronius:
Hallo Tapir,
die Schwierigkeiten der Geschiebebestimmung sind mir schon klar. Kenne selbst Fachleute der Greifswalder Uni, die sich seit Jahrzehnten mit der Problematik beschäftigen, und zugeben, dass sie eigentlich immer noch nicht soviel darüber wissen. D.h. dass u.a. die Herkunft vieler Gesteine unklar ist.
Bei den Oolithen/Onkolithen war es allerdings so, dass man mir eigentlich nicht viel Orte nennen konnte, wo solch Material ansteht.  - Und das Material, dass ich gesehen habe, kaum Ähnlichkeiten mit meinem Fund aufwies (Was aber nicht heißen soll, dass auch vom Optischen manches Gestein sehr variabel ist !).
Dazu kommt, dass eigentlich der Anteil dieser Gesteine an den Geschieben insgesamt relativ gering ist.
- Ansonsten staune ich auch immer über "Spezies", die ganz schnell, nur durch flüchtiges Draufschauen,
Gesteine bestimmen... Geben Dir recht, dass gerade die Gesteinsbestimmung oft recht schwierig ist.
Das ist u.a. ein Grund dafür, dass ich keine kristallinen Geschiebe sammle...
In diesem Sinne,
Gruß
Psaronius

PS: Falls Dir irgendwann mal Vertreter der Onkolithe/Oolithe in die Hände geraten, bin immer an Vergleichsmaterial interessiert...

Tapir:
Hallo Psaronius,

einiges an Material liegt in der Sammlung des LUNG in Sternberg bei Güstrow. (ca. 50-60 paläozoische Ooide, hauptsächlich Sammlung Schulz, Besichtigung entweder nach Anmeldung bei Dr. Karsten Obst, LUNG, Güstrow, oder kurzfristig in diesem Sommer bei mir). Auch im Geschiebearchiv in Greifswald (Geschiebearchiv, nicht Landessammlung!), Ansprechpartner Prof. I. Hinz-Schallreuter, liegt einiges an Material. In beiden Sammlungen leider nicht unbedingt immer stratigraphisch richtig bestimmt.

Ansonsten werde ich die Augen für Dich offen halten. Ich bin diesen Sommer auf Bornholm, Südschweden, Mittelschweden und Südnorwegen unterwegs.

PS: Onkoide (0,5- 4 cm) sind ebenfalls im silurischen Leperditiengestein nicht gerade selten......

Yoscha:
Moin,
im Laufe der letzten zwei Wochen habe ich insgesamt 6 Oolith Stücke, zwar nicht in Bornholmer, aber immerhin in Geschiebe gefunden.
Deshalb würde ich den Thread hier gerne "kapern", da hier ja schon einige mögliche stratigrafische Einordnungen für Geschiebe.Oolithe angesprochen wurden.

Die einzelnen Ooide sind max. 1,5 mm groß (und damit jenseits der Möglichkeiten meiner Fotoausrüstung), das Gestein ist grau. Bei Betrachtung unter dem Bino erkennt man als Kerne vieler Ooide Quarzkörner.
Nach den Angeben in der verfügbaren Literatur (v.a. W.Schulz "Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler") tendiere ich dazu sie ins Malm einzuordnen, da nur hier sog. Sandoolithe mit Quarzkörnern als Ooidkern erwähnt werden.
Wirklich sicher bin ich mir angesichts der doch eher knappen Beschreibungen nicht.

Von daher, kennt jemand andere mögliche Herkünfte für solche "Quarzkernooide" im Ostseebereich, oder hat jemand evtl. Vergleichsfotos von möglichen Kanidaten?

Tapir:
Außer Malm kommt auch noch Dogger und ostbaltisches Oberordovizium in Frage (bei Ooiden mit Quarzkorn als Kristallisationskeim), hilfreich wären hier bestimmbare Fossilien.... (auch bei allen ist eine graue Gesteinsfarbe möglich)

Wie ist denn das Gefüge?

Psaronius:
Hallo Tapir,
erstmal vielen Dank für die Tipps. Dass in Sternberg eine ganze Kollektion von Oolithen liegt, war mir neu.
Werde versuchen, mir die Sachen bald mal anzuschauen...
Da Greifswald fast vor meiner Haustür liegt, ist das natürlich noch günstiger.
Das Problem ist bei mir momentan allerdings die knappe Zeit. - Bin beruflich sehr eingespannt, und eigentlich immer mehr südlich unterwegs...
Freue mich trotzdem, dass diese Rubrik nun wieder etwas aktiver genutzt wird.
Bis dann,
Psaronius

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln