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Autor Thema: "Riesling"-Beryll aus Deutschland - woher  (Gelesen 11897 mal)

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Online stoanklopfer

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #15 am: 13 Nov 08, 11:05 »
Bei Edelstein-"Fachleuten" habe ich oft so meine Zweifel, wenns um Definitionen und Fundorte geht.

... und speziell um die Preisgestaltung! Manche fallen dann auf das "Geschwafel" von den ganz "besonderen" Fund- und sonstigen Umständen auch tatsächlich herein.

stoanklopfer

Offline Psaronius

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #16 am: 13 Nov 08, 12:55 »
Hallo,
da muss ich Dir beipflichten ! Die vielen Phantasienamen, die mehr verwirren als klären, scheinen typisch für manche Steinehändler zu sein.
Hatte auch schon an Topase o.ä. gedacht...
Gruß
Psaronius

Offline berthold

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #17 am: 13 Nov 08, 15:20 »
Hallo,

in älterer Literatur ist immer wieder von einem "weingelben" Edelstein, dem "Böhmischen Topas" die Rede. Das ist freilich kein Beryll (und auch kein Topas) sondern ein Quarz (Citrin). Ich könnte mir vorstellen, dass der "Riesling Beryll" nichts anderes ist (war).

Gruß
Berthold

Offline smoeller

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #18 am: 13 Nov 08, 20:05 »
Hallo,

@Collector: In der Mineralien-Welt 6/96 steht in dem Artikel zu Schlaggenwald nichts von irgendwelchen Edelberyllen. Beryll kam demnach nur in blauer, weißer und grünlicher Farbe eingewachsen vor.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Tobi

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #19 am: 17 Nov 08, 10:56 »
Hallo,

meine Gedanken gehen auch in die Richtung, wie sie Psaronius und Berthold eingeschlagen haben: Wer sagt denn, dass der "Riesling-Beryll" wirklich ein Beryll ist? ...

Ist ja schön und gut, dass dieser ominöse Edelstein sogar einen Eintrag bei Mindat hat, wo er als Beryll-Varietät deklariert ist. Aber da es ja anscheinend keine wirklichen (wissenschaftlichen) Nachweise dieses "Minerals" gibt und da man in der spärlich vorhandenen Literatur ja stets voneinander abgeschrieben hat, ist das alles ja wirklich ein wenig fragwürdig :-\

Gruß

Offline Collector

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #20 am: 17 Nov 08, 12:17 »
Hallo

an sowas hatte ich auch schon gedacht (Topas vom Schneckenstein ? - warum nicht ?) - doch demgegenüber soll es ja noch solche Zeitzeugen geben - aber:  Diese Riesling-Berylle sind u.a. Teil des Schmucks des englischen Königshauses und da kommt man leider schlecht dran.
Auch wenn man eventuell mit dem neuen Sauerstoff-Isotopenverfahren von Giuliani festestellen könnte, woher diese Steine kamen - Hauptproblem ist und bleibt, dass niemand auf der Welt, außer den englischen Königs, solche Steine zu besitzen scheint.

Ein anderer gedanklicher Ansatz wäre, dass diese Riesling-berylle ursprünglich rieslinggrüne-goldgrüne Heliodore aus dem Ural (Murzinka, Alabashka) oder aus der Ukraine waren, auf den damaligen Handelswegn nach Deutschland oder Böhmen gelangten und hier verschliffen wurden.

Solche Verwechslungen gab ja in der Geschichte des Mineraliensammelns sehr häufig, dass ursprünliche Fundorte mit dem Ort des Schleifens verschmolzen und auf einmal tolle Dioptase mit Fundort St. Petersburg in die Kabinette gelangten.

Weiß jemand, wo es um 1840 bis etwas später bekannte Steinschleifereien im heutigen Sachsen bzw Böhmen gab ? Und - wann wurden die ersten Schneckenstein-Topase geschliffen ?

Gruß
collector

Offline Psaronius

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #21 am: 17 Nov 08, 16:23 »
Hallo,
meines Wissens sollen Schneckenstein-Topase auch im britischen Königsschmuck verarbeitet worden sein, - jedenfalls hat man damit mal immer im Erzgebirge medienwirksam geworben....
Leider kann man diese Behauptung recht schwer überprüfen.
Schleifereien in Böhmen ?
Die meisten gab es wohl in der Stadt Turnov. Zeitweilig war dieser Ort das Zentrum der Edelsteinbearbeitung und des Edelsteinhandels in Europa (Noch bevor Idar-Oberstein eine ähnliche Bedeutung erlangte !). Schleifereien gab es aber auch am sächsischen Hof in Dresden.
Gruß
Psaronius

Offline Stänlsucher

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #22 am: 17 Nov 08, 20:39 »
Glück Auf,
der Schneckenstein wurde erst 1727 offiziell vom "Finder" an dem Kurfürsten angezeigt.Wobei der Finder schon vorher Steine(Topas) auser Landes gebracht haben soll!
Da Dresden über eine säch. Schmucksteinsammlung verfügt,wäre eine Anfrage da ev. nicht ganz uninteressant!?

Glück Auf
Lutz

Offline minuwe

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #23 am: 18 Nov 08, 00:55 »
Zitat
Und - wann wurden die ersten Schneckenstein-Topase geschliffen ?
Im Jahre 1737 wurde der Abbau am Felsen begonnen. Man kann davon ausgehen, dass die Steine nicht lange liegen gelassen wurden, sondern sogleich mit dem Schleifen begonnen wurde. Es wurden 485 der schönsten Exemplare in die Englische Königskrone eingearbeitet.

An den Schneckenstein als FO für die Rieslinge glaube ich nicht. Erstens war in den anderen Quellen die Rede von einem kleinen Vorkommen, der Schneckenstein ist bezüglich der Ausbeute keineswegs ein kleines (deutsches) Vorkommen gewesen. Die grünlichen Exemplare waren wohl auch nicht so frisch und satt gelbgrün, eher blassgrün, so wie die blauen blassblau sind.

Gruß
Uwe

Offline turmalin77

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Re: Beryll aus Deutschland - woher
« Antwort #24 am: 18 Nov 08, 08:17 »
Warum fragt ihr nicht mal im "tower" an? Oder vorher im National History Museum in London?

Die wissen vielleicht mehr. Und irgendjemand wird wohl aufgeschrieben haben, woher die
Steine stammen.

Glück auf,

Lars