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"Riesling"-Beryll aus Deutschland - woher
Collector:
Hallo
so weit ich nachvollziehen kann, wurde das Vorkommen im Kirchberger Granit bei Irfersgrün (inkl. der Lochmühle) erst in den 1960er Jahren entdeckt, bzw. bei Straßenbauarbeiten aufgeschlossen . Außerdem gabs da Beryll "nur" als Aquamarin.
Die Riesling-Berylle in außergewöhnlicher Edelsteinqualität wurden jedoch um 1840 gefunden.
Gruß
collector
uwe:
1840 reichte Deutschland weiter nach Osten als heute. Das damalige Ostdeutschland gehört heute zu Polen und der Tschechei. Ich denke der Fundort wird irgendwo im Riesengebirge oder Isergebirge liegen - möglicherweise auch noch weiter im Südosten. Es ist auch zu bedenken, daß es damals viele deutschsprachige Gebiete im heutigen Rumänien oder der Ukraine gab. Möglicherweise hat der britische Geologe auch nur von einem deutschsprachigen Gebiet im Osten gesprochen ?
Also ich denke nicht, daß der betreffende Beryll in Sachsen gefunden wurde
Gruß
Uwe.
Psaronius:
Könnte Uwes Aussage so akzeptieren. Da über die sächsischen Mineralien sehr viel veröffentlicht wurde, ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass Funde solcher Qualität und Seltenheit, in der Literatur woanders nicht erwähnt wurden. Selbst wenn eventuell der Fundort geheim bleiben sollte, hätten doch irgendwo die Berylle aufgeführt sein müssen. Auch vom Riesengebirge, wo ja einiges an Edelsteinen gefunden wurde, sind mir keinerlei Infos in dieser Sache bekannt.
Manchmal sind solche "Einzelinfos" aus der Literatur auch Mißverständnisse oder bewußte Täuschungen,
um Fundstellen zu tarnen, oder Steine aufzuwerten...
Trotzdem eine interessante Behauptung.
Gruß
Psaronius
Schluchti:
Ich habe nun auch nochmal etwas in der greifbaren Literatur geschaut, und folgende Werke auf Hinweise nach gelblich-grünen Beryllfunden in Edelsteinqualität aus Deutschland und überhaupt in Europa abgesucht:
-Max Bauer, Edelsteinkunde, Leipzig 1909, ca. 750 Seiten (davon ca. 23 Seiten über Beryll und seine weltweiten Vorkommen)
-Mohsen Manutchehr-Danai, Dictionary of gems and gemology, Berlin Heidelberg, 2000
-Frenzel, Mineralogisches Lexicon für das Königreich Sachsen, 1874
- Vollstädt, Heiner/ Baumgärtel, Rolf, Edelsteine, Leipzig 1986
- Vollstädt, Heiner / Baumgärtel, Rolf; Einheimische Edelsteine; Dresden 1977
Kurz gesagt, es findet sich weder ein Hinweis auf gute Funde von gelbgrünem Beryll in Deutschland, noch in Europa. Der Begriff Riesling-Beryll taucht auch nirgendwo auf.
Von der Beschreibung her könnten die Funde auf den grünlichgelben Beryll von Mursinka, Ural passen, wo 1828 hervorragende gelbgrüne transparente Kristalle gefunden worden sind.
Zudem wäre noch zu überlegen, ob der gelbgrüner Heliodor aus Namibia in Betracht käme (Deutsch-Südwestafrika). Wobei die Kolonie allerdings auch erst deutlich nach 1840 begründet wurde.
Bei mindat sind als Fundzeitraum übrigens die 1850er Jahre angegeben. http://www.mindat.org/min-26429.html
Psaronius:
@Collector
Nachdem eigentlich keiner in der Literatur etwas über die "Rieslinge" gefunden hat, - nicht mal einen klitzekleinen Hinweis, würde mich jetzt doch einmal die genaue Quelle der ganz oben genannten Info interessieren... Wo sind diese Edelsteine mit Bezug auf den ostdeutschen Fundort erwähnt ?
Gibt es in dieser Literatur eventuell Hinweise, woher diese Info kommen könnte ?
Wäre ja nicht das erste Mal, das Fehlinformationen lange Zeiten überdauern, oder einfach abgeschrieben und dadurch weiterverbreitet werden...
Man müßte einfach mal die Quelle zurückverfolgen.
Gruß
Psaronius
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