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Wie heißt diese Bildung?

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berthold:
Hallo Ralf,

wie smoeller schreibt sind solche Perimorphosen nicht selten. Allerdings ist die angegebene Temeratur viel zu hoch, ich würde 120-160°C annehmen. Mit einem Zustand zwischen flüssig und gasförmig hat das nichts zu tun. Hintergrund solcher Bildungen ist die wechselnde Zusammensetzung der hydrothermalen Lösungen. Zunächst Ca+F Übersättigung, (Fluorit kristallisiert), dann Kieselsäure-Übersättigung (und Quarz kristallisiert), dann Ca+F Untersättigung (und Fluorit löst sich). Solche Schwankungen der Lösungszusammensetzung sind bei hydrothermal gebildeten Gängen sehr verbreitet, es können noch andere Phasen (Baryt, Erze) beteiligt sein. Quarz-Perimorphosen sind auch im Wölsendorfer Flußspatrevier weit verbreitet.

Gruß
Berthold

Psaronius:
@smoeller, berthold
Hallo, macht weiter ! Interessant Eure Ausführungen zu lesen, - würde mir wünschen, dass desöfteren über solche Probleme diskutiert wird...
Gruß
Psaronius

Ralf:
Jo, wirklich interessant. Meine Beiträge waren als Frage gedacht, nicht als Zweifel an Euren Ausführungen.
So hab ich auch gleich noch eine weitere Frage. Wenn sich bei einer Untersättigung der Fluorit wieder auflöst, warum betrifft das dann nur einen einzelnen, oder wenige Kristalle. Müssten dann nicht alle Kristalle einer Stufe mehr oder weniger gleichmäßig angelöst sein ?

Ralf

berthold:
Hallo,


--- Zitat ---Wenn sich bei einer Untersättigung der Fluorit wieder auflöst, warum betrifft das dann nur einen einzelnen, oder wenige Kristalle.
--- Ende Zitat ---

Es kann sogar nur einzelne Flächen/Richtungen betreffen. Die Vorgänge bei Lösungserscheinungen sind sehr komplex (Lösungsanisotropie), es entstehen  gerne bizarre Formen (z.B. die Pyramidenwurzeln, unechte Szepter) oder hoch indizierte Flächen (731). Für die genaueren Umstände dieser Bildung biete ich zwei Modelle an:

1.) Der Lösungsvorgang betraf alle Kristalle, die großen und die kleinen. Nur blieb bie den Kleinen nichts übrig was in einer späteren Kristallisationsphase (an gleicher Stelle) wieder einen Kristall hätte bilden können.

2.) Der Lösungsvorgang war selektiv. Da skann man sich so vorstellen, dass beispielsweise die anderen Kristalle durch eine (Fremd-) Mineralschicht geschützt waren. Möglicherweise gehörte der weggelöste Kristall einer späteren Generation an die ggf. nicht geschützt (überkrustet) war.

Für den ersten Fall könnte man möglicherweise im Fluorit eingewachsenen Quarz (bestenfalls sogar in Perimorphosenform) finden, das dürfte bei Möglichkeit zwei nicht sein.

Gruß
Berthold 

Ralf:
Danke Berthold, wieder ein bisschen schlauer geworden.

Ralf

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