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Autor Thema: rekristall."Donnerkeil"  (Gelesen 11158 mal)

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Offline -M-

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rekristall."Donnerkeil"
« am: 23 Oct 07, 02:31 »
 Hallo,
  "Donnerkeile" sind ja normalerweise kaum der Rede wert, schon gar nicht in Bruchstk., aber
   so einen scheinbar rekristallisierten, hab ich bisher noch nicht gesehen ( mag daran liegen,
   daß ich alles Fossile eher nebenbei einstecke ), teilweise , d.h. nur an der Oberfläche
    mit erkennbaren Rekristallisationsansätzen bedeckte - hab ich bisher auch nur vom selben
    Kies-haufen - welche gefunden. Deshalb nur mal die Frage nach der allgem. Häufigkeit
    solcher Funde  ( oder gibts vielleicht sogar Bilder solcher im Lexikon ? - bin auf den Fossilien-
    seiten noch nicht so viel rumgekommen ) Der auf dem Bild ist jedenfalls nahezu 100% rekristall.
   
    Gruß -M-

Offline hatiras

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #1 am: 23 Oct 07, 07:34 »
hallo,

ich hatte diese erscheinung schon mal als "kieselringe" bezeichnet gelesen. ich glaube das sind verwitterungserscheinungen am material.
ganz so häufig sind die wohl nicht...

gruß

hatiras

Haldenschreck

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #2 am: 23 Oct 07, 08:57 »
hallo,

diese erscheinungen gibt es nicht nur auf belemniten-rostrenbruchstücken sondern auf vielen fossilien - speziell geschiebefossilien. aber auch bei jungen tropfsteinbildungen sieht man diese konzentrischen kreise häufig.

die bildung ist m.e. nicht alltäglich, aber auch nicht selten. die frage ist nur, wie entstehen diese "ringe"..

haldenschreck

Offline -M-

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #3 am: 25 Oct 07, 00:10 »
@ hatiras -
                      Hallo,
                       der Hinweis war hilfreich -  hab bisher garnicht an Verkieselung gedacht, sondern ging bisher immer von Mono-
                       Mineralischer - Rekristallisation ( nach Teil - Auflösung ) aus ... sind aber  tatsächlich Verkieselungen .
                       
 @ Haldenschreck - damit dürfte die Frage nach der Entstehung einerseits schon mal geklärt zu sein, andererseits - warum
                                         gerade in dieser konzentr. Struktur ?
                       
                      Wer kann helfen ?
                   
                       Gruß-M-               
                         

Offline hatiras

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #4 am: 07 Nov 07, 07:27 »
hallo,

scheinbar ist das interesse verebbt oder es weiß keiner etwas neues...

wie und warum die ringe entstanden sind, weiß ich auch nicht.
die ringe sind im "Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler" erwähnt
und werden da auch als kieselsphärolith und buchsche ringe bezeichnet.
vielleicht findet jemand anderes noch etwas genaueres.

gruß

hatiras

Offline RonnyNisz

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #5 am: 07 Nov 07, 11:04 »
Irgendwo hat schon mal jemand Belemniten mit diesen Ringen gepostet - wenn das nicht hier war, kann das eigentlich nur bei den steinkernen (steinkern.de) gewesen sein. Vielleicht den Beitrag da mal reinstellen.

Würde mich auch interessieren, da ich auch ein paar Donnerkeile mit diesen ringförmgen Strukturen habe.

Gruß Ronny

Offline -M-

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #6 am: 07 Nov 07, 14:34 »
 Hallo - schön, daß das Thema noch mal aufgegriffen wird.
               Bei den "Steinkernen", hatte ich mich letztens selber schon mal ein bischen umgeschaut, allerdings auch nur
               soviel rausbekommen, daß diese Ringe wohl gerade bei den Belemniten relativ häufig auftreten ... nur zu ihrer
               Entstehung ( ich denke schon, daß es eine Art Rekristallisation ist ) bzw. wieso sich dabei eben gerade ringförmige
               Strukturen bilden, hab ich bisher auch dort noch nichts gefunden. ( wäre vielleicht eher was für Mineralogen - kann
               mir eigentlich nicht vorstellen, daß die Frage so schwer zu beantworten ist )
               
                Vielen Dank erstmal für die Hinweise , vielleicht  postet ja doch noch  mal jemand etwas dazu, der es weiß bzw.
                 erklären kann ... Gruß -M-
« Letzte Änderung: 22 Feb 13, 12:32 von oliverOliver »

Offline Fossi

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #7 am: 07 Nov 07, 18:21 »
Hallo   -M-

auf dem Bild handelt es sich eindeutig um Kieselringe.

Diese wurden z. B. ganz kurz angesprochen beim AP-H,  Heft 4,  1983,   Seite 6

Die Hefte des AP-H sind runterzuladen unter
http://www.ap-h.de/download.html

Eigene derartige Funde sind überwiegend auf Belemniten-Rostren aus Lägerdorf.
Diese sind in der Regel stark angewittert, teilweise erwecken sie den Eindruck als hätten sie längere Zeit sauren Regen ertragen.

Viel Erfolg bei den weiteren Nachforschungen
wünscht
Fossi


Offline -M-

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #8 am: 07 Nov 07, 19:52 »
 Hallo Fossi -
                           "Kieselringe", "Kieselsphärolithe", "Buchsche Ringe" - soweit waren wir schon - die Frage ist wie gesagt -
                             die Entstehung derselben - im Allgemeinen, und Speziellen ( warum gerade in Ringen ? ) ...
                            Dank für den Link, werde ihn mir gleich mal ansehen - Gruß-M-

Offline RonnyNisz

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #9 am: 07 Nov 07, 19:54 »
Toller Link, nicht nur für Diese Frage!

Danke, Fossi!!!

Anbei mal das Zitat aus dem Link:

Kieselringe bilden sich, wenn
Kalk angelöst und durch Kieselsäure
ersetzt wird. Sie entstehen
entweder auf Kalkplatten
oder auf verwitternden Fossilien
wie z.B. auf Muschelschalen und
Belemniten. Typisch ist ihre konzentrische
Ringbildung.


Gruß Ronny

Offline -M-

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #10 am: 07 Nov 07, 23:45 »
 Hallo Fossi - kann mich da Ronny nur anschließen - interessante Seite - Danke für den Link.
                           
                           Gleichwohl, eine Antwort auf die Frage nach den speziellen Gründen für die ringförmige Struktur, 
                            konnte ich auch dort nicht finden. ( daß deren Ursache eher im Calzit / Aragonit der Belemniten -
                            als in der Kieselsäure begründet ist, ist anzunehmen - aber - wieso Ringe ? - und noch dazu durchbrochene ? )   
                                                                                                         
                            Kann vielleicht ein "Mineraloge" mal dazu einen Vorschlag machen ?
                             Oder hat sonst wer eine Theorie parat  ?

                             Gruß -M-
           

Offline smoeller

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #11 am: 08 Nov 07, 00:08 »
Hallo,

Dürfte mit der Kohäsion im Kieselsäuregel zusammenhängen. Ähnlich wie bei Flüssigkeitstropfen. Die ideale Form mit dem Besten Verhältnis Volumen zu Oberfläche ist die Kugel. Das es unten flach ist, liegt an der Adhäsion zwischen Kalk und Kieselsäure. Nur bei dichten Flüssigkeiten (elementares Hg) ist die Form auch auf der Unterlage nahezu eine Kugelform. Die Form des Tropfens hängt überdies noch von der Benetzbarkeit des Materials und diese wieder von der Struktur der Grenzfläche und den beteiligten Verbindungen ab. So bildet Wasser auf Fett Tropfen mit nach innen gezogenen Rändern an der Grenzfläche (Fett hydrophob), bei Glas hingegen sind die Ränder nach außen gestülpt (Regentropfen an Scheibe).

Das ringförmige Aussehen (nur eine Idee) könnte nun mit der Schrumpfung des Materials aufgrund des Wasserverlustes bei Koagulation und Härtung verursacht sein. Diese erfolgte anscheinend vom Rand her und führte dazu, dass die Kieselsäure in Richtung Rand transportiert wird, woraus dann eine Abnahme des Gehaltes in der Mitte resultiert, daraus dann die Ringform. Als die Mitte dran war, gab es halt kein Material mehr.

Glück Auf!
Smoeller

Offline -M-

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Re: rekristall."Donnerkeil"
« Antwort #12 am: 08 Nov 07, 00:29 »
 Hallo Sebastian -  das scheint mir in die richtige Richtung zu gehen - wenn nicht sogar schon die Antwort zu sein !
                                     (  muß es mir  aber wohl   noch ein paar mal durch den Kopf gehen lassen ... )
                                       
                                       Vielen Dank - Gruß-M-

 

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