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Autor Thema: Beobachtungen auf Mineralienbörsen  (Gelesen 9622 mal)

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Offline grauerstar

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Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« am: 21 Nov 07, 11:26 »
Geschätze Sammelfreunde,

ich möchte ganz gern mal etwas ansprechen was, soweit ich weiß, noch nicht diskutiert wurde. Dazu muss ich zunächst was zu meinen Sammelgewohnheiten sagen. Ich habe mich auf Sachsen, Tschechien und die Slowakai spezialisiert. Aber ich komme nicht umhin die ein oder andere internationale Stufe zu kaufen (ich möchte von den internationalen Klassikern je eine Stufe haben). Ich sammle zu mehr als 60% nur auf Börsen oder durch Tausch, da mir meist die Möglichkeit zum selbst Sammeln fehlt. Daher leiste ich mir den Luxus nur unbeschädigte, dafür nicht zu große Stufen zu kaufen. Jetzt ist es nicht so, dass sich auch bei älteren Fundstellen immer wieder größere Funde ereignen und gutes Material zu einem moderaten Preis auf den Markt kommt. Und genau dann schlage ich zu. So, das zur Vorgeschichte :)

Ich möchte gern meine Erfahrungen um das Mineralienangebot verschiedener Börsen mitteilen. Und zwar in der Hinsicht, welche Stufen oder Fundorte derzeit vermehrt angeboten werden.
Zum einen war da die Börse in Steyr/Österreich:
Mir fiel da vor allem die große Anzahl sehr guter Prasemstufen von Serifos auf. Offenbar ist dort ein größerer Fund gelungen, denn die Preise waren günstig.

Baden bei Wien war die nächste Börse:
Auch hier wieder der Prasem von Serifos. Zusätzlich aber fanden sich sehr gute Stufen aus der Adelaide Mine in Dundas/Tasmanien. Die Krokoite hatten eine hohe Qualität und auch der Preis schreckte nicht ab: 35Euro für eine unbeschädigte Stufe bis 5 cm und freistehenden XX!

Worauf ich hinaus will: ich bin vielleicht nicht der Einzige, der solche Klassiker sucht und über Infos zu günstigen Neufunden glücklich ist. Mit solchen Daten kann man das Angebot einer Börse besser einordnen, weil man einen Bezug zum weiteren Angebot des Marktes hat. Ich würde mich freuen, wenn diese Infos reichlich sprudeln und werde natürlich auch meine Beobachtungen mitteilen. Ich hoffe mein Anliegen richtig formuliert zu haben :)

Grüße aus Linz,
Robert

Offline loparit

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #1 am: 21 Nov 07, 13:47 »
Hallo Robert,

die Idee finde ich sehr gut, denn nicht jeder hat die Möglichkeit sich auf vielen verschiedenen Börsen umzusehen um dann eine solche Entwicklung zu beobachten und gar mitzuteilen. Auch mir ist das mit den Prasemstufen in München aufgefallen. Aber ich bin zu wenig auf Börsen um da genauere Mitteilungen zu machen.
Deshalb wäre eine solche Einrichtung hier sehr interessant!

Gruß loparit

Offline Goldi85

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #2 am: 21 Nov 07, 18:22 »
Hallo,

Die Prasemstufen sind mir auch schon aufgefallen ( obwohl ich seit langem nur auf einer Börse war - in Siegen! ). Ich dachte immer, da wäre Sammelverbot?

Gruß  Daniel

Offline Klinoklas

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #3 am: 21 Nov 07, 18:25 »
Die Prasemstufen gab es schon vor ein paar Jahren in den Dortmunder Westfalenhallen.
Optisch genial und richtig groß für wirklich wenig Geld.
Wenn da mal nicht was faul ist.  ;)

@Goldi

Das mit dem Sammelverbot hatte ich auch irgendwo gelesen.

Gruß
René

Offline grauerstar

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #4 am: 23 Nov 07, 10:42 »
Ich habe eben einen Sammler kontaktiert, welcher bis 2003 auf Serifos sammeln war. Er bestätigte mir, dass bereits am Hafen auf das Sammelverbot hingewiesen wurde. Er selbst wurde jedoch nicht behelligt und konnte seine Stufen immer ausführen. Allerdings, so schreibt er, ist das reine Glückssache. Er hörte aus erster Hand, dass auch schon Sammler festgenommen wurden.

Ergo: Auf Serifos ist das Sammeln von Mineralien offiziell verboten (auch auf Anfrage ist keine Erlaubnis zu bekommen). Nur, wie überall ist es so, dass man nicht zwangläufig erwischt werden muss und somit auch neue Stufen auf den Markt kommen. Und ich finde: Zum Glück!!

Grüße,
Robert

Offline berthold

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #5 am: 23 Nov 07, 11:13 »
Hallo,

@Robert: Genau so ist es.

Auf die Gefahr hin, dass ich gesteinigt werde möchte ich einen Gedanken in den Raum stellen:

Ist es gut Mineralien oder Fossilien zu erwerben die sicher aus illegalen Aktionen stammen?

Gut, Serifos sehe ich da nicht so problematisch, aber wie ist es mit -auf den Börsen ja immer wieder angeboteten- sichtlichen Neufunden aus Naturschutzgebieten oder aus Steinbrüchen mit 100% Sammelverbot? Leisten wir (ich nehme mich da nicht aus) nicht manchen Nacht-und Nebel Raubgräberaktionen Vorschub? Von der rechtlichen Situation möchte ich mal nichts schreiben, da schlafen die Hunde ja noch.

Gruß
Berthold

Offline minuwe

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #6 am: 23 Nov 07, 15:18 »
Hallo,

Wenn mir bekannt wäre, dass durch das Sammeln der angebotenen Stufen Schaden am Denkmal entstanden ist (z. Bsp. Standorte seltener Pflanzen, Geotope)  würde ich nichts davon kaufen, wäre wirklich nicht in Ordnung, da hat jeder Sammler seine Verantwortung. Selbst wenn der nächste Käufer hinter mir stehen würde.
Keine Probleme hätte ich bei Material von einer denkmalgeschützten Halde, wenn sichergestellt ist, dass die Schurfe wieder ordentlich verschlossen sind, denn da wird ja nur Material umgeschichtet, und auch das wenige Entnommene gefährdet nicht den Zweck des Denkmals. Dort geht mes darum, den "Haufen" als solchen zu bewahren. Nur, woher erfährt man das jeweils immer?

Glück Auf
Uwe

Offline Maggy

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #7 am: 24 Nov 07, 07:29 »
Hallo miteinander,

also was den Nicht-Aufkauf von "illegalen" Stufen betrifft: Das mag im Bereich von Deutschland oder den angrenzenden europäischen Raum informell vielleicht noch möglich sein. Aber was macht man mit Stufen aus Brasilien,Südostasien oder Pakistan? Mal davon abgesehen, dass bei Letztgenannten meines Wissens nach Naturschutz so gut wie nicht existiert, fördert nicht generell der Ankauf von Stufen aus solchen Ländern u.U. eine Zerstörung der Natur (Abholzung von Regenwald für neue Minen, etc.)?

Ich hab in der Mineralienbuchsammlung von meinem Vater ein antiquarisches Stück mit dem Titel "Smaragde unter dem Urwald" gefunden, da ging es um den Beginn der Smaragdminen in Kolumbien. Also bei der Beschreibung wie leichtfertig dort ganze Hänge abgeholzt wurden und Schlamm und Abwässer auf viele Kilometer die Flüsse in tote Gewässer verwandet hat, ist mir übel geworden.

Natürlich wird sich die Verweigerung einzelner solche Stufen zu kaufen kaum auf die Bedingungen vor Ort auswirken - dazu ist sicher auch die Schmuckindustrie ein zu großer Abnehmer - und man muss auch bedenken, dass einige Regionen bereits wirtschaftlich vom Mineralienabbau abhängig sind - aber ein bißchen darüber nachdenken schadet ja auch niemanden.

Um zum eigentlichen Thema des Beitrages zurückzukommen:
Mir sind die Prasemstufen in Baden auch aufgefallen und ich war schon schwer in Versuchung - bin allerdings dann bei den Rutil auf Hämatit aus Brasilien (Bahira) hängengeblieben, die für meine Meinung ebenfalls in großer Anzahl und zu halbwegs günstigen Preisen vorhanden waren.

Ich war jetzt ein paar Jahre lang auf keiner Börse mehr und war generell über das eher moderate Preisniveau überrascht. Einzige Ausnahme (die mir aufgefallen ist): Aquamarine aus Pakistan (teilweise auf Muskovit) - da sind die Preise nach wie vor in astronomischen Höhen.

lg
maggy


Offline jürgen lange

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #8 am: 24 Nov 07, 11:37 »
hallo leute:

die diskussion geht wohl weg vom ursprünglich gewollten, nämlich eine preisübersicht zu schaffen. ich kann den wunsch nachvollziehen eine solche übersicht haben zu wollen. aber geht das überhaupt, ist nicht jede stufe ein individuum?

und jeder der verkaufen will, wird irgendwie alles mitschleppen wollen, was er auch nur tragen kann. es gilt doch irgendwie die notwendigen kosten klein und den gewinn hoch zu gestalten. dies wäre bei den energiekosten ja auch irgendwie nachvollziehbar.

und: wir nutzen die miniaturisierung unserer elektronik, handies, laptops ...... sind aus unserem alltag nicht wegzudenken. aber :um die rohstoffe dazu wird in afrika ein krieg geführt.

und die schönen antimonitstufen aus china sind doch auch nicht by fair means aus dem berg geholt? aber: haben die menschen dort nicht auch ein anrecht auf essen, bildung, gutgehen?

viele verbote gelten faktisch für die "fremden" und die "einheimischen" bedienen sich und können im schutz der gesetze abräumen.
in unseren geoparks wird mit begeisterung präsentiert, was die vorgänger haben suchen und finden können. aber jetzt ist in den geoparks das sammeln tabu. auch ein wenig schräg.

eigentlich müsste man die wirtschaftliche komponente unseres hobbies total streichen. eigentlich müsste man manchmal moral einfach vergessen und nicht über alles nachdenken müssen.

gruß jürgen lange/de




Offline uwe

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #9 am: 25 Nov 07, 16:40 »
Ich halte diese und andere Diskusssionen in diesem Forum über die Preise von Mineralien für wenig sinnvoll. Es gilt eben seit jeher und vermutlich bis in alle Ewigkeit: "Ein Stein ist soviel wert, wie ein Narr dafür auszugeben bereit ist."

Gruß
Uwe

Offline Hg

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #10 am: 25 Nov 07, 16:54 »
Ich halte diese und andere Diskusssionen in diesem Forum über die Preise von Mineralien für wenig sinnvoll. Es gilt eben seit jeher und vermutlich bis in alle Ewigkeit: "Ein Stein ist soviel wert, wie ein Narr dafür auszugeben bereit ist."

Gruß
Uwe

Hallo Uwe,
meine volle Zustimmung; dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Gruß
Andreas

Offline UlrichW

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #11 am: 25 Nov 07, 18:04 »
Ich halte diese und andere Diskusssionen in diesem Forum über die Preise von Mineralien für wenig sinnvoll.

Hallo Uwe,

ich denke da anders!
Nur vorweg, ich spreche über Sammler und Liebhaber, nicht über Esotheriker und anderes Volk.
Ich glaube, daß gerade solche Preisdiskussionen den Sinn für faire gute Preise schärfen und dem ewigen Abgezocke Einhalt gebieten. Wie anders, als durch Diskussionen soll einem "Narr" klar gemacht werden, daß er ein Narr wäre wenn er xxx zum Preis von yyy kaufen würde.

Ich sage nicht, daß der Preis für eine Stufe dieses oder jenes sein muss, sondern ich sage, daß zur waren "Wertfindung" viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Und wie bitte soll man das ohne Diskussion machen?

Wer einen völlig überteuerten Antimonit aus China kauft, kauft Ihn nicht um die armen armen Mineure in China zu unterstützen, sondern weil er ihn haben will. Und wer das Mineraliengeschäft kennt, weis, daß von dem Geld was hier bezahlt wird so gut wie nichts im Ursprungsland bei den Mineuren ankommt. 
Warum also die Gewinne der Zwischenhändler bezahlen? Weil es entweder nicht anders geht, oder man eben lange lange nach einem preiswerten Angebotsuchen muss. Und das entspricht nicht dem Zeitgeist, also "alles schnell haben zu wollen". Diese "alles schnell haben zu wollen" erzeugt auch hohe Preise für geringe Qualität, wenn es viele gleichzeitig tun.

Unter Anderem genau hier sollten Diskussionen angreifen, also den echten Wert zu ermitteln zu versuchen.

Zitat
Es gilt eben seit jeher und vermutlich bis in alle Ewigkeit: "Ein Stein ist soviel wert, wie ein Narr dafür auszugeben bereit ist."

Ist es nicht primäres Anliegen dieses Forums, Narren aufzuklären?
Ich sehen in solchen Diskussionen immer wieder die "Was-interressiert-mich-der-Preis"-Fraktion auf die "Geiz-ist-geil"-Generation prallen. Beides ist so falsch wie nur irgendwas. Trotzdem zeigt sich bei derartigen Diskussionen wie der Markt agiert und reagiert.

Wird einem das bewusst, sieht man, was an seinen Mineralien einen tatsächlichen Wert darstellt und was nur "Liebhaberwerte" sind. Bei Liebhaberwerten stimme ich deinem Satz zu: "Der Stein ist wert, was jemand dafür aus Liebhaberrei bezahlen will". Bei üblicher Handelsware aber, gelten die Marktgesetze, also auch die Marktpreise. Und wenn die zu hoch sind, dann darf man durchaus darüber diskutieren.

Noch etwas in Allgemeinen, also nicht an Uwe gerichtet:

Ich halte im übrigen die Verweise auf die hungernde Reisbauernschaft oder die armen Marrokaner in Preisdiskussionen für ziemlich daneben, denn wer macht sich schon Gedanken darüber, wenn er seinen neuen Laptop zum Schnäppchenpreis kauft oder die 10Kg-Kiste marrokanische Apfelsinen für 5 Euro bei Aldi abschleppt!


Glück auf
Ulrich



Offline trommeln

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #12 am: 25 Nov 07, 21:10 »
Bin eben zurück von der Mineralienbörse Zürich
hier unverbindlich einige Fotos die ich extra für gewisse Miglieder gemacht habe...
http://www.forums9.ch/hp/stuhl/MesseZ/

Ich war das 1. Mal an einer Börse und habe fast nix gekauft, allerdings viele neue Kontakte geknüpft und Fundorte ausgetauscht...

Aufgefallen ist mir folgendes, ( weiss aber nicht ob das neu ist...):
Opal wird überall und in jeder Form angeboten und auch direkt am Stand bearbeitet... Die Preise sagen mir nichts... aber mich hat nur die Häufigkeit überrascht




Offline grauerstar

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Re: Beobachtungen auf Mineralienbörsen
« Antwort #13 am: 22 Mar 09, 11:37 »
Hallo Leute!

Ich war gestern auf der Intermineralia in Baden bei Wien. Da ich die Börse kenne, muss ich leider sagen dass sie diesmal abgebaut hat. Gute 2/3 des Angebots waren Schmuck, Esoterik und Schnick-Schnack. Der Grund, weswegen es sich für mich gelohnt hat, waren wie meist nur zwei, drei Anbieter die interessante Stufen (Zepteramethyst aus Schemnitz, schöne Tirolite aus der Slowakai und Gold aus Tschechien) hatten (Zepteramethyst aus Schemnitz, schöne Tirolite aus der Slowakai und Gold aus Tschechien). Für einen erfolgreichen Besuch kann das reichen, ein fader Beigeschmck bleibt jedoch. Die Atmosphäre ist mir zu esoterisch, echte Mineraliengespräche sind selten. Und das finde ich schade!
Aufgefallen ist mir jedoch, dass sich das Angebot an pakistanischen Mineralien erhöht hat. Und auch die Preise haben, so mein Empfinden, etwas nachgegeben. Sonst kann ich nichts Spektakuäres vermelden  :-\

Grüße aus Österreich,
Robert