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Autor Thema: Löslichkeit von versch. Mineralien  (Gelesen 10634 mal)

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Offline Wegwerfit

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Löslichkeit von versch. Mineralien
« am: 30 Nov 07, 22:09 »
Hallo

ich suche Informationen zu der Löslichkeit der Minerale

Jakobsit
Reppiaitit
Argentopentlandit
Picotit (Cr-Spinell)

Hat da wer Information dazu ?

Gruss,
Wegwerfit

Offline berthold

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #1 am: 30 Nov 07, 22:34 »
Hallo,

Löslichkeit unter welchen Bedingungen? In Wasser bei 20°C (wird sich kaum was tun)  ;)

Gruß
Berthold


Offline Wegwerfit

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #2 am: 01 Dec 07, 15:47 »
Löslichkeit in div. Säuren.

Gruss,
Wegwerfit

Offline Hg

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #3 am: 01 Dec 07, 16:22 »
Hallo,
Jakobsit löst sich in HCl
Spinelle lösen sich nur schwer in konz. H2SO4; die Dotierung mit Cr dürfte daran nichts ändern
(Quelle: Mineralien; Handbuch und Führer für den Sammler, Duda, Rejl, Slivka, 1993)

zu den beiden anderen Mineralien habe ich leider nichts gefunden.

Gruß
Andreas

Offline jürgen lange

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #4 am: 03 Dec 07, 19:22 »
hallo, in der vor edv-zeit hatten wir an der uni ein regal mit x-metern eines "handbuches" in grüner farbe mit dem namen gmelin. dort waren unter der hautüberschrift der verschiedenen anorganischen materialien auch die physikalischen eigenschaften, löslichkeiten aufgeführt, da ich ich jetzt in einer kleinstgemeinde wohne und die nächste chemische bibliothek lichtjahre entfernt ist, kann ich nur einen entsprechenden apell an die edv-newcomer richten. gibt's den gmelin online? (das hier nicht interessierende pendant mit namen beilstein im bereich der organischen chemie gibt es mittlerweile online).


glück auf jürgen lange/de

Offline Axinit

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #5 am: 03 Dec 07, 19:47 »
Servus,

Juergen, Du hast natuerlich recht - der GMELIN. Gibt's mittlerweile, d.h. eigentlich schon seit Jahren "online" - hat aber  leider, leider wie (fast) alles Gute seinen (gesalzenen) Preis  8).

Da bleibt dem wissendurstigen Mineralienfreund nur der Weg in die naechste Uni-Bibliothek (viiiiiel Zeit mitbringen um zu verstehen, wie der Gmelin aufgebaut ist) und dann froehlich suchen ...  ;D

Ich koennte mir vorstellen, dass dann die tatsaechliche Relevanz verschiedener Fragen schnell gegen Null tendiert  ;D

Was nun die Loeslichkeit von Argentopentlandit angeht , wuerde auf Grund der generellen Zusammensetzung  davon ausgehen, dass das Mineral in Salpetersaeure loeslich ist. Andere Mineralsauren scheiden wegen des Ag-Gehalts aus, ansonsten muesste man die Probe mit einem Schmelzaufschluss fuer Sulphide in Loesung bringen. Auch hierzu gibt es in der naechstgelegenen UniBib ein sehr gutes Standardwerk: Bock - Aufschlussmethoden der analytischen Chemie.

In diesem Sinne - wie immer - Chemie verlass' mich nie

Harald




Offline jürgen lange

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #6 am: 04 Dec 07, 21:26 »
hallo wegwerfit, ich wollte dich nicht verhöhnen oder so.. tatsächlich, die gmelin geschichte ist nichts für outsider. und du wirst wohl kaum ein fast unbekanntes mineral finden.
axinit hat dir sicher einen richtigen weg beschrieben.

wichtig wäre zu wissen, wozu du deine frage gestellt hast. wenn du vergleichen willst, wäre der ansatz ok. testen löst sich oder löst sich nicht. allerdings gehören dann konzentrationsangaben und temperaturen noch dazu... gut wäre es, wenn du mit aktuellen material die löslichkeit vergleichen könntest..

wenn du dein mineral auf zusammensetzung untersuchen willst, solltest du erst mal mit wasser anfangen, erst kalt, dann erhitzen, bei nichtlösen, vorsichtig zu dieser probe nach erkalten etwas konz. salzsäure geben (damit du eine verdünnte salzsäure bekommst). ggf. dann etwas salpetersäure geben. so kannst du mit wenig substanz viele tests machen und mit erfahrung die geschichte eingrenzen.,. du kannst dann auch sehen, ob carbonate drin sind. manchmal macht auch der umgekehrte weg sinn, erst salpetersäure,wenn du z.b. einen test auf chlorid mit silbernitrat machen willst.

besorgen dir für die zweite fragestellung mal ein buch über den analytischen trannungsgang... 

gruß und noch einmal sorry glück auf jürgen lange/de




Offline Wegwerfit

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #7 am: 05 Dec 07, 18:44 »
Ich will verschiedene Erze auflösen, um die darin enthaltenen, selteneren, Mineralien herauszuätzen. Dabei handelt es sich um Erze mit Jakobsit + Reppiait / Chalkopyrit + Argentopenlandit / Magnetit + Spinell.

Auf meinem Programm für schweizer Fundorte ("wipertech" heissts) wird angegeben, dass Reppiait auf Oxalsäure und Schwefelsäure reagiert, Argentopentlandit auf Phosphorsäure, Salpetersäure, HCl und Schwefelsäure. Ich bin erstaunt, dass diese Angaben so präzis sind, denn bis jetzt habe ich noch keine anderen Angaben gefunden, die dasselbe, wenn überhaupt, sagen. Ich dachte vielleicht weiss jemand von euch mehr.

Gruss,
Wegwerfit

Offline heli

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #8 am: 05 Dec 07, 19:19 »
Um das ganze zu entwirren.

Ich glaube, dass die Frage falsch und unvollständig gestellt wurde. Wenn bestimmte Mineralien herausgelöst werden sollen, ist die gesamte Paragenese zu beschreiben.

Nur dann macht es Sinn,darüber zu diskutieren, welche Säure das umgebende Material wegätzt, die gesuchten Mineralien aber erhalten bleiben.

Offline Wegwerfit

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #9 am: 05 Dec 07, 20:42 »
Ok, also: Die (relevanten) Paragenesen sind 2 Beiträge weiter oben aufgeführt. (ersteres = Erz, zweiteres = Einschluss in ersterem)

Was an der Frage falsch ist verstehe ich nicht ganz, denn wenn ich die jeweiligen Säuren kenne, kann ich mir ja selber zusammenreimen, welche Säure geeignet ist.

Gruss,
Wegwerfit

Offline caliastos

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #10 am: 05 Dec 07, 21:26 »
Falsch ist die Frage welches Mineral sich worin löst. Dabei steht Mineral für einen +/- Reinstoff und nicht für ein Gemisch (also Mineral in/auf XY). Das ist eben der Fehler. Denn wenn du nun z.b. Bleiglanz und Calcit zusammen hast, dann kannste beide mit HCL auflösen, geht nur unterschiedlich schnell. Wenn du nun den Bleiglanz aus dem Calcit lösen willst, so wird dieser angegriffen, umgekehrt verschwindet dabei sogar der Calcit.

Da in einem Gestein oft mehr als 1 Mineral vorkommt, sollte man schon wissen, was man weglösen will und was stehen soll. Es bringt nichts, wenn man versuchen will ein Mineral wegzulösen, man aber dazu eine Säure braucht, die das zu erhaltende Mineral auch zerlegt.

Calcit ist wie Dolomit in HCL löslich, doch hängt die Löslichkeit von Dolomit dabei von der Konzentration ab. Andere Minerale sind vllt. nicht bei Raumtemperatur in der Säure löslich, sondern erst bei vllt 100° (und Säure kochen ist schon mal ne heikle Sache). Dann haste auch noch das Problem, daß Wechselwirkungen entstehen.

Allein wenn man schaut, was bei der Mineralbildung einwirkt. Das sind Druck, Temperatur, Fluide, Edukte, Phasen, Zeit usw. Da bringt es nichts sich nur an der Löslichkeit in Säure XY zu orientieren. Nicht bei komplexeren Mineralenverwachsungen. Dummerweise sind zusammen vorkommende Minerale auch gerne mal ähnlich anfällig.

Offline Hg

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #11 am: 06 Dec 07, 13:27 »
Hallo Wegwerfit,
Zitat
dass Reppiait auf Oxalsäure und Schwefelsäure reagiert, Argentopentlandit auf Phosphorsäure, Salpetersäure, HCl und Schwefelsäure.

Dann wird das Ganze schon sehr problematisch, weil du damit schon sämtliche brauchbaren Säuren ausschließt  :-\
Die Erze (wenn es Sulfide sind) lösen sich meistens ganz gut in HCl oder Salpetersäure.
Gruß
Andreas

Offline Wegwerfit

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #12 am: 06 Dec 07, 18:23 »
Zitat
Falsch ist die Frage welches Mineral sich worin löst. Dabei steht Mineral für einen +/- Reinstoff und nicht für ein Gemisch (also Mineral in/auf XY). Das ist eben der Fehler. Denn wenn du nun z.b. Bleiglanz und Calcit zusammen hast, dann kannste beide mit HCL auflösen, geht nur unterschiedlich schnell. Wenn du nun den Bleiglanz aus dem Calcit lösen willst, so wird dieser angegriffen, umgekehrt verschwindet dabei sogar der Calcit.

Da in einem Gestein oft mehr als 1 Mineral vorkommt, sollte man schon wissen, was man weglösen will und was stehen soll. Es bringt nichts, wenn man versuchen will ein Mineral wegzulösen, man aber dazu eine Säure braucht, die das zu erhaltende Mineral auch zerlegt.

Dann muss man halt einen Stoff finden, der passt. Z.B. löst sich der Chalkopyrit in NH3, Argentopentlandit aber nicht. Ich weiss gar nicht warum man darum so ein Büro aufmachen muss.

Zitat
Calcit ist wie Dolomit in HCL löslich, doch hängt die Löslichkeit von Dolomit dabei von der Konzentration ab. Andere Minerale sind vllt. nicht bei Raumtemperatur in der Säure löslich, sondern erst bei vllt 100° (und Säure kochen ist schon mal ne heikle Sache). Dann haste auch noch das Problem, daß Wechselwirkungen entstehen.

Dann geht man eben nach dem Prinzip vor, das jürgen lange beschrieben hat:

Zitat
wenn du dein mineral auf zusammensetzung untersuchen willst, solltest du erst mal mit wasser anfangen, erst kalt, dann erhitzen, bei nichtlösen, vorsichtig zu dieser probe nach erkalten etwas konz. salzsäure geben (damit du eine verdünnte salzsäure bekommst). ggf. dann etwas salpetersäure geben. so kannst du mit wenig substanz viele tests machen und mit erfahrung die geschichte eingrenzen.

Was meinst du mit den Wechselwirkungen ? Entstehende Chloride o.ä. ?

Gruss,
Wegwerfit


Offline caliastos

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Re: Löslichkeit von versch. Mineralien
« Antwort #13 am: 06 Dec 07, 22:02 »
1)
naja, sagen wir es so. du willst mineral xy lösen. dummerweise hat man aber garantiert mehr als nur 2 minerale in einem erz. ganz dumm ist es dann noch, daß minerale, die erzminerale sich ziemlich ähnlich auch noch verhalten. eine selektive lösung ist für den heimanwender nahezu unmöglich. nehmen wir mal silikate. du willst ein silikatisches erz aus einem quarzgang herauslösen. dumm, daß du für den quarz schon was von der härte von flußsäure brauchst, dummerweise wird die dir aber das andere, gewünschte silikat auch gut anknabbern. das kommt recht oft vor. und ich bezweifel, daß du immer das resistenteste mineral freipräparieren willst. das frißt dir immer die schwächeren mit weg.

und wie Hg schon sagte, die mehrheit dessen, was als erz bekannt ist ist sulfidisch (auch wenn es viel mehr gibt, was von der definition her erz ist). und die sulfide sind fast allesamt dermaßen säureunverträglich, daß selektives ausätzen kompliziert wird. zudem wird man die nötigen stoffe nicht ohne weiteres bekommen oder die bedingungen anpassen können.

2)
theoretisch möglich, nur es gibt auch theoretisch eine unzahl von stoffen, die man testen könnten und mit vielen bedingungen kombinieren kann. blind experimentieren ist aber nicht ratsam. viele minerale lassen sich ja an sich gut und wässrigen und CO2-reichen lösungen auflösen. der haken dabei ist, druck und temperatur müssen dabei stimmen bzw. die zeit dazu bleiben. man hat leider recht wenig davon, wenn sich 3 von 5 mineralen in einem erz bei warmen HCL auflösen, wenn das zu erhaltende mineral darunter ist.

3)
was ich mit wechselwirkung meine ist: du denkst z.b. "super, mit säure a löse ich nun das mineral x auf und verschone mineral y. blöde nur, wenn mineral x und säure a eine substanz bilden, die das mineral y angreift. du würdest dann z.b. ein sulfid mit hcl weglösen wollen um dein traummineral freizulegen und dabei H2S erzeugen, welches aber nun dummerweise dein freizulegendes mineral angreift.


 

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