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Autor Thema: Was wird für den Nachwuchs getan  (Gelesen 32441 mal)

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Offline spotts

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #15 am: 04 Dec 07, 09:40 »
Hallo zusammen,

seit Jahren veranstalte ich bereits Exkursionen und Wochenenden für Jugendliche und Familien allerdings nicht nur im Mineralienbereich sondern in der Geologie/Paläontologie und der Astronomie. Die Beteiligung und das Interesse waren bisher immer gut.
Probleme entstehen bei meinen Kursen immer dann, wenn es sich um Wochenendveranstaltungen handelt. Dabei nehme ich immer die Eltern mit da ich keine Lust habe mich mit zwölf 14-16 jährigen abends alleine herumzuschlagen. Nur haben viele Eltern wenig Kenntnisse über das Hobby der Kinder und sehen solche Veranstaltungen (und deren Kosten) als unnötig oder auch als unbezahlbar an.
Bei mir in der Eifel gibt es verschiedene Angebote die sich gern mit den spektakulären Themen wie Vulkane und Sauriern befassen. Leider kommt oftmals der wissenschaftliche Hintergrund zu kurz. Es nutzt eigentlich nichts irgendwelche Fossilien oder Mineralien im Schrank stehen zu haben wenn nicht der nächste Schritt erfolgt: zu fragen wie und warum gibt es dieses Stück.
Das "Überaltern" der Vereine ist natürlich ein Problem, da müsste man sich aber z. T. über die Art der Veranstaltungen unterhalten. Ein zwei Stunden Vortrag über den Titan-Gehalt von Brachiopodenschalen ist für "Neulinge" nicht unbedingt der Bringer.
Leider kenne ich auch Vereine die anscheinend gerne unter sich bleiben wollen. Auf meine Anfrage bei einem solchen Verein zwecks Eintritt bekam ich nicht einmal eine Antwort.
Ab dem Frühjahr startet die Geo-Station Eifel mit verschiedenen Veranstaltungen rund um die Geowissenschaften. DieTestphase war bisher gut besucht. Mal sehen wie das Angebot angenommen wird.

Genug für's Erste,

Gruss
Spotts

Offline Krizu

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #16 am: 04 Dec 07, 10:18 »
Hallo,

fragen wir doch einmal anders herum:

Ich sehe es an meinem Sohn (8J) : Er hat ein Auge für Mineralien und kann auch schon einige richtig bestimmen.
Das Problem ist aber, in welchen Steinbruch, auf welche Halde kann man hier in der Umgebung gehen? Die blaue Halde haben wir zum Teil im Keller  ;) , aber es sind eher Mikromounts, genau wie die Eifelmineralien aus den Dellen. Holzen ist zu.  Wuppertal liegt zwar in der Nähe, es sind aber auch pro Weg rund 40km.

Selber war ich dieses Jahr höchsten 4x los. Wie soll ich da den Sohn fördern? Im Keller wachsen die Kristalle vor sich hin  ;D aber sonst?

Aus diesem Grund sehe ich die Kinderfundstellen als gute Idee an.

MfG

Frank


Offline Kerloc

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #17 am: 04 Dec 07, 12:18 »
Dabei nehme ich immer die Eltern mit da ich keine Lust habe mich mit zwölf 14-16 jährigen abends alleine herumzuschlagen.

Was soll das heißen? Sind die so nervig ?

Grüßle Martin

Offline spotts

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #18 am: 04 Dec 07, 12:46 »
@ Kerloc
in dem Alter geht das schon heftig mit Rauchen, Bacardi-Cola und Frauen los. Das macht meist keinen guten Eindruck wenn die Teenies nach Hause kommen und den Freunden erzählen wie "geil" es am Wochenende war (was haben wir tagsüber eigentlich gemacht??). Irgendwann bekommen das auch die Eltern mit. Deshalb fahre ich immer zumindest mit einigen Eltern los.

In der Eifel kenne ich einige Steinbrüche die noch offen sind. Dort baue ich dann für die jüngeren Kinder eine Art Waschstrasse zum reinigen der Funde auf, Das, zusammen mit dem "Ausgraben", ist u.a, für mich der Ansatz Kinder für die Geowissenschaft zu begeistern.

Gruss
Spotts



Offline trommeln

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #19 am: 04 Dec 07, 13:22 »
Wie schauts denn aus mit unseren "Jungen" hier?
Donnerkeil85 und Gsiberger sind "Kinder/Junioren". Kennt ihr noch andere hier?
Ich denke Gsiberger kann mit Vater mitgehen, der Donni ist sicher immer froh, wenn jemand, der bei ihm vorbeikommt ihn irgendwohin mitnimmt.. der sucht mit Begeisterung.

Meldet euch mal, die ihr unter 18 seid und nicht Hilfe von der Familie oder so habt... ev. wohnt ja jemand in der Nähe und nimmt euch mal mit?

Offline spotts

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #20 am: 04 Dec 07, 14:08 »
Für den Bereich Eifel - Laacher See Gebiet - Siebengebirge stehe ich gerne zur Verfügung.

Spotts

Offline Krizu

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #21 am: 04 Dec 07, 14:31 »
Hallo,

Siebengebirge klingt gut (60km), Eifel für einen Ausflug auch (Mendig 120km). Nur um den Nachwuchs (=Sohn) gezielt zu födern, braucht man sowas um die Ecke.

Vielleicht können wir da was schaffen?

MfG

Frank

Offline Kerloc

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #22 am: 04 Dec 07, 19:12 »
@ Kerloc
in dem Alter geht das schon heftig mit Rauchen, Bacardi-Cola und Frauen los.

Lol das weis ich selber - werd doch jetzt erst 17 ^^

Zitat
Wie schauts denn aus mit unseren "Jungen" hier?
Donnerkeil85 und Gsiberger sind "Kinder/Junioren". Kennt ihr noch andere hier?
Ich denke Gsiberger kann mit Vater mitgehen, der Donni ist sicher immer froh, wenn jemand, der bei ihm vorbeikommt ihn irgendwohin mitnimmt.. der sucht mit Begeisterung.

Meldet euch mal, die ihr unter 18 seid und nicht Hilfe von der Familie oder so habt... ev. wohnt ja jemand in der Nähe und nimmt euch mal mit?

Hast du nicht jemanden vergessen?  :)

Wie ich bereits erwähnt habe gab (gibt es eigentlich immer noch) so manchen Junior hier in Rostock der sich damit angesteckt hat. Warum weiß ich nicht, zumal Mineralien sammeln hier an der Ostsee schon etwas abwegig ist.

Grüßle Martin
(werde am 9. Dezember 17)

Offline gsiberger

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #23 am: 04 Dec 07, 20:33 »
Hallo!

Also ich hab den Thread eben mal überflogen und meine Meinung ist folgende:

Irgendjemand hat schon erwähnt, dass, wenn man Jüngere für das Hobby begeistern will, es praktisch nur bei den Junioren ( 5 - 12? schätzungsweise) einen Sinn macht. In meinem Alter sind die Kollegen so gut wie gar nicht zum Mineraliensammeln zu animieren. Jeder hat schon seine Hobbys und Gewohnheiten, denen er nachgeht, und so bleibt nicht viel Zeit für etwas Neues. Seis jetzt abends ausgehen, saufen, verschiedene vereine, turnen,... Da gibts viel! Ich habe nur 3 Kollegen, die sich auch für Mineralien interessieren, allerdings nicht so begeistert sind wie ich.  Wirklich begeisterungsfähig für Steine sind finde ich nur die Kleinen! Ehrlich gesagt wundert es mich überhaupt nicht dass Jugendliche zwischen 12 bis 18 nicht sonderlich viel Interesse in dem Gebiet haben!

Bei mir ist es so, dass mein Dad immer wieder Steine mit kleinen Kristallen von seinen Wanderungen mitgebracht hat, und irgendwann hat es sich halt so ergeben, dass wir gezielt auf die Kristalle irgendwohin gefahren sind. Daswar so mit 5,6,7 Jahren(?) Auf alle Fälle auch noch im begeisterungsfähigen Alter! Und das Hobby hat sich ja auch gehalten - es ist mir heute noch eine Freude  :D So kam der Stein ins Rollen... Wenn mein Vater mal nicht kann fahre ich in die näheren Gebiete mit dem Bike, ich gehe ja auch sonst gerne mal in die Berge biken. Seit neuestem nimmt mich ein erfahrener Strahler mit in die Schweiz, der mir das Strahlen sozusagen beibringt  :D

Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen, im Verein Vorarlberger Mineraliensammler gibt es meines Wissens nicht viel Jugendarbeit, es werden jedoch hin und wieder geführte Sammeltouren für die Junioren angeboten. Die finden tw erstaunliche Sachen!

Lg - der 16 jährige  ;D
« Letzte Änderung: 04 Dec 07, 20:37 von gsiberger »

Offline jürgen lange

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #24 am: 04 Dec 07, 21:01 »
hallo Leute,

wir haben hier im Raum Darmstadt einen jungen Sammler, der früher (vor ca. 10 ... 15 Jahren) mit dem Bus und dem Fahrrad in die Brüche gefahren ist.  Jetzt ist er passionierter Sammler, der auch kommerziell tätig ist.


In meiner  Studentenzeit habe ich den Sammlern meine Telefonnummer hinterlassen, damit sie mich mal mitnehmen. Wegen Automangel konnte ich  nicht selbst. Auf die zahlreichen Anrufe warte ich noch heute...

Einfach mal anbieten...


Glück auf Jürgen Lange/de

Offline trommeln

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #25 am: 04 Dec 07, 21:36 »
Na ja, ich hab den Donni in die Schweiz eingeladen... sammle zwar anderes als er, aber wir werden schon zusammen was finden.. bin am Sonntag extra über den Lägern-Steinbruch durch Berg und Wald geklettert um zu schauen ob ich Fossilien finde... leider nix gefunden... - wir werden dann halt zusammen auf die Klopfhalde in Frick gehen... Gold waschen will er auch...

Offline Gucknetso

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #26 am: 04 Dec 07, 22:51 »

ja trommeln ich stimme dir zu :-)

und ich habe den donni auch schon zweimal mitgenommen und da war er erst 14 lach
das war ein abenteuer, aber es war lustig und er hat die sandgruben wie ein maulwurf
durchgepflügt und wir sind auch gut fündig geworden :-)
ich werde ihn auch zukünftig mitnehmen wenn eine exkursion in seiner richtung ansteht
grüßle aus dem bottwartal
lg siggi

Haldenschreck

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #27 am: 05 Dec 07, 09:37 »
hallo,
gsiberger hat es auf den punkt gebracht.

machen wir uns nichts vor: "sammeln" überhaupt ist eine spießige angelegenheit und antiquiert, vor allem bei den kids und pubertierenden, da würde ich mir die mühe sparen. sammeln (=haben) als freizeitbeschäftigung wird mittelfristig aussterben, sei es briefmarken, kronkorken, zahnstocher - oder eben auch mineralien. so is es nun mal ....

grüße vom antiquierten und spießigen  ;)
haldenschreck

Offline Yoscha

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Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #28 am: 05 Dec 07, 11:43 »
Dass das Sammeln von Mineralen, Fossilien oder Gesteinen aussterben wird, möchte ich nicht unterschreiben. Ich denke zumindest eine Gruppe wird auch noch in Zukunft einen Haufen Gestein aller Arten sammeln, nämlich Geologie bzw. Geowissenschaftsstudenten.
Meine Begeisterung für Steine fing zwar schon irgendwann mit 5 Jahren an, flaute dann aber langsam wieder ab. Richtig los ging es mit dem Sammeln erst, als ich mein Studium begann, und ich bin da nicht der einzige. Eine ganze Reihe meiner Mitstudenten hat sich auf den Exkursionen ihre Trophäen ersammelt. Es ist ein guter Trick diverser Profs die Studenten auf Exkursionen zu mind. einem guten Sammelpunkt zu bringen, wo sich gute Funde machen lassen, und so die Motivation hochhalten.
Sicher, nicht jeder Geologiestudent sammelt, und nicht jeder macht es zu einem "echten" Hobby,  aber der Grundstein ist da.

Offline Anatas

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    • Anatas - Alpinsammler und mehr
Re: Was wird für den Nachwuchs getan
« Antwort #29 am: 05 Dec 07, 14:14 »
also den Beitrag von Maulwurf finde ich bemerkenswert und sehr richtig.
Man kann Samen ausbringen doch er muss auch auf gute Erde fallen um zu keimen.


noch ein paar Anmerkungen:

Thomas / McBrook hat mich vor ca. zwanzig Jahren als Jüngster bei den Mineralienfreunden VHS Diessen
abgelöst und er ist es auch heute noch ...

Auch mein Südtiroler Hausherr hat es nicht geschaftt einen seiner drei Söhne zum Sammeln zu bringen;
und sein Kollege seine Kinder übrigens auch nicht  - die tollen Sammlungen werden nicht erhalten bleiben...

Alois Steiner jun. meinte vor wenigen Jahren zu mir: Die Sammelverbote in den Alpen werden sowieso bald aufgegeben,
die "Alten" Sammeler werden immer weniger und wegen der paar  wenigen Jungen die nachkommen die ganzen Verbote
zu regeln lohnt nicht - also selbst alpin ist kaum Nachwuchs da obwohl die Fundstellen vor der Türe sind ...

Alpin-Sammeln jetzt anzufangen ist ja fast schon Harikiri, durch die vielen Verbots-Zonen tummeln sich jetzt alle
Sammler auf den Restgebieten und die sind daher sehr stark abgesucht. Finde ja selber im Ahrntal kaum mehr was
mit 30Jahren Sammel-Erfahrung; wie soll es da einen Neuling ergehen ?
Mikro-Mounting bietet fundmäßig da noch eine Nische; das bedeutet für einen Jugendlichen aber auch wieder große
Geldausgaben (Mikroskop, Beleuchtung, Fahrten etc) da müsste man ja notfalls aufs Handy verzichten - impossibel.

Freizeit-Aktivitäten sind in Hülle und Fülle geboten - warum sich dann noch (meist umsonst) plagen und wenn ich sehe
wie die Werbung die Meinung der Leute beeinflusst (wer schwitzt ist ein Schwein - um es mal grob auszudrücken) ......
Ausserdem sind Fundstellen nur für die wenigsten "um die Ecke" - für die meisten bedeutet es viele km Anfahrt, also
besteht ja auch nicht die große Möglichkeit überhaupt auf dieses Hobby zu stossen.

Ich glaube im Lapis stand mal was über den typischen Mineralien-Sammler:
in jungen Jahren mal Kontakt/Interesse an Mineralien bzw Sammeln gehabt; in der Pubertät durch Freundin und Freunde auf
andere Aktivitäten umgestellt.  Es folgt der Aufbau der Familie und deren Sicherung. Wenn es dann im Leben ruhiger
wird, alles getan ist und man auch schon mal an Rente denkt erinnert man sich wieder an die Mineralien und so fangen
die meisten Sammler erst im Alter von > 50 Jahren an Ihrem Hobby nachzugehen. 

Wie ist denn der Ruf der Mineralien-Sammler heute ?  "Mystischer Schatzsucher" oder "Umweltzerstörer" ?
Wir tun viel zu wenig um uns einen guten Ruf zu schaffen; also machen andere (Neider und Pseudo-Grüne) unseren Ruf und
wer will schon ein "Umwelt-Zerstörer" sein ?

Ich bin der Meinung das fehlender Nachwuchs, Sammel-Verbote und die enormen andersartigen Freizeitangebote
unser Hobby leider langsam aussterben lassen. 

Grüße   Anatas
« Letzte Änderung: 05 Dec 07, 15:43 von Anatas »

 

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