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Autor Thema: Mein Haus wackelt  (Gelesen 24051 mal)

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Offline Klinoklas

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Mein Haus wackelt
« am: 04 Dec 07, 14:58 »
Hallo Sammlerkollegen,

Ich habe heute mal eine Frage bei der ich mich wahrscheinlich auf sehr dünnem Eis bewege.
Zuerst dachte ich "René du bist bekloppt" ;) aber jetzt weiß ich das etwas nicht stimmt.

Mein Haus (Standort Duisburg) hat schon immer mal hier mal da ein wenig gewackelt, was von mir mit der
wohl hier am plausibelsten Erklärung Bergbau begründet wurde. Nun findet unter meinem
Haus schon lange kein Bergbau mehr statt. Von daher greift das jetzt nicht mehr so ganz.

In den letzten Wochen hat das Wackeln des Hauses zugenommen. Es ist nicht stärker, dafür aber häufiger geworden.
Das Problem war und ist ich bin anscheinend der einzige der es merkt. Der Inhalt eines Wasserglases schwappt hin und her.
Ein frei an der Decke aufgehängtes Netz wackelt, Der Arm der Schwanenhalslampe ebenfalls freihängend wackelt. Und ich selber
nehme es auch war. Meistens dann wenn ich ruhig am Computer sitze. Wenn ich meine Mutter frage dann hat sie nie etwas mitbekommen.

Ich mache mir langsam sorgen das mein Haus aufgrund unverfüllter Stollen irgendwann im Erdboden verschwindet. Das soll im Ruhrgebiet ja schon öfters vorgekommen sein.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder eine Ahnung ob es noch andere eventuell harmlosere Möglichkeiten gibt warum das Haus so wackelt. Gerade verstärkt in letzter Zeit.

Gibt es via Internet Einblicke in ein aktuelles seismologisches Protokoll wo ich meine Bemerkungen ggf. überprüfen kann?

Viele Fragen, aber ich bin nicht verrückt.

Gruß
René

Offline Krizu

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« Letzte Änderung: 04 Dec 07, 15:23 von Krizu »

Offline MichaelP

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #2 am: 04 Dec 07, 15:19 »
Hallo,
"Die Deutsche Steinkohle AG (DSK) in Duisburg hat vor einigen Jahren das Servicecenter Bergschäden eingerichtet. 145 Mitarbeiter befassen sich dort mit den Anliegen der Anrufer (Tel. 0800-2727271, Internet: www.bergbau-im-dialog.de/servicecenter, e-mail: bergschaeden@deutsche-steinkohle.de). So laufen jährlich bis zu 39.000 Schadensberichte und Anfragen ein."
Vielleicht kannst du da was erfahren.
Viele Grüße
Michael

Offline stollentroll

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #3 am: 04 Dec 07, 15:21 »
Natürliche Erdbeben (also nicht durch Bergbau oder Sprengungen verursacht) in NRW werden vom Geologischen Dienst NRW erfasst:

http://www.gd.nrw.de/a_beben.php

Glück Auf
der Stollentroll

Offline Krizu

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #4 am: 04 Dec 07, 15:23 »
Hallo,

da hat sich mein "editieren" mit deiner Antwort überschnitten!

 :D

Frank

Offline berthold

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #5 am: 04 Dec 07, 15:26 »
Hallo René,

da wäre ich schon sehr beunruhigt. Ich vermute Bergschaden aus Altbergbau. Und das ist nicht ungefährlich. An erster Stelle würde ich mal alles dokumentieren, genau aufschreiben wann und was. Dann auch mit Foto im Bereich der Keller (innen und außen) alle Mauern fotografieren.

Ansonsten - wie Michael geschrieben hat - im Servicecenter anrufen.

Gruß
Berthold

Offline trommeln

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #6 am: 04 Dec 07, 15:54 »
Kannst auch mal einen Filzschreiber oder ähnliches an einer Schnur anbinden und unten ein Blatt festkleben... einfachster Seismograph...

Man kann sehr wohl Bewegungen wahrnehmen und je jünger man ist umso besser... ich bin einmal von einem Erdbeben erwacht und wusste sofort, was los war.. habe Licht gemacht und siehe da.. die Schlafzimmerlampe hat noch gependelt.

Offline Klinoklas

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #7 am: 04 Dec 07, 15:58 »
Danke erstmal für die vielen Antworten.
Bergschäden sind praktisch fast überall im Ruhrgebiet zusehen.
Viele Risse an Hausfassaden werden verputzt und einfach überstrichen.
Man merkt es an Straßen bei denen Senken entstanden sind und
der Asphalt wellig oder aufgerissen ist.

Ich hatte mir die Webseite http://www.gd.nrw.de/a_beben.php schon angesehen.
Hier wird eher auf größere geologische Erbeben in der Vergangenheit eingegangen.

Die Frage ist ob sich die Menschen im Servicecenter überhaupt für meine
Warnehmung interessieren. Ich möchte mich nicht beklagen oder Schadensersatz haben.
Allein zuwissen das ich nicht der einzige bin der es spürt wäre schon gut.

Das mit dem Stift probiere ich mal aus. :)

Also wenn klinoklas hier mal keine Beiträge mehr schreibt dann ist er mit seinem Haus
nach Sohle 2 umgezogen  ;)

Gruß
René

Offline smoeller

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #8 am: 04 Dec 07, 18:31 »
Hallo,

Setzungen aus dem Altbergbau. Diese sind im Ruhrgebiet altbekannt. Das können schon schon mal ein paar Meter sein. Dabei sind die bekannten Strecken aus den Abbauphasen im 19. Jhd. und nach 1950 zumindest bekannt. Schwerer zu fassen sind die Notstollen aus den Jahren nach den beiden Weltkriegen, die oft nicht einmal in den Karten eingetragen sind und daher dem Bergamt oder der Ruhrkohle AG nicht bekannt sein können.

Glück Auf!
Smoeller

Offline guefz

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #9 am: 04 Dec 07, 18:32 »
Hmmm,

fahren in deiner Nähe schwere LKW über eine zunehmend schlechtere Straße? Oder Züge über defekte Gleise? Auch das kann erhebliche Vibrationen ergeben.

Günter

Offline Klinoklas

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #10 am: 04 Dec 07, 19:02 »
Das mit den nichtverfüllten Stollen ist ein Problem, aber nicht nur hier im Ruhrgebiet.
Sind in Freiberg nicht gerade tolle Torbernitkristalle aus einem alten Abbau geborgen worden?
Soviel Glück habe ich hier bestimmt nicht ;)

@Guefz

In meiner Nähe ist ein riesiges Stahlwerk und ich weiß das da ziemlich monströse Maschinen hausen.
Ob die Schwingungen bis zu mir verursachen weiß ich nicht. Züge sind von weitem auch zu hören.
Irgendwie muss das Eisen ja zum Stahlwerk kommen.

Letzteres wäre wohl etwas harmloser ersteres aber nicht auszuschließen.

Hier sind ein paar Bilder und Informationen über die Zeche Deutscher Kaiser.
Bei den meisten Stollen steht zum Glück die Angabe verfüllt hinter  ;)

http://der-foerderturm.de/deu/deutscherkaiser1-6-bilder1.htm
http://der-foerderturm.de/deu/deutscherkaiser-start-ger.htm

Gruß
René

Offline Walpurgin

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #11 am: 04 Dec 07, 19:28 »
Bei mir wackelt schon alles wenn ein LKW vor der Türe rumgurkt...und ich wohne im Hinterhaus..... ::)
Evtl. hast du Kopfsteinpflaster vor der Türe, das reicht meistens um die Bude in Schwung zu versetzen.

Offline jürgen lange

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #12 am: 04 Dec 07, 20:48 »
Hallo René, als Mensch, der Jahre in Duisburg gewohnt hat:  sogar die Berliner Brücke (die mit der Stadtautobahn über den Hafen) ist auf Stelzen gebaut. Ab und zu kommt dann ein neues Blech drunter, damit die Fahrbahn auf der selben Höhe bleibt. Die Brücke wird dazu mit Hydraulik nach oben gefahren... Wenn du in den Osten um Dortmund schaust, da gibt es Strassen, die auf normalem Niveau sind, während die Anrainergrundstücke eher einer Mondlandschaft  (wegen Verbruch) gleichen.

Allerdings gibt es auch durch Gießen von Stahl, Fahrzeugbewegungen u.ä. erhebliche Erschütterungen.

Du kannst sicherlich in deinem Haus schon Risse ausmachen (fast jedes Haus hat so etwas), auch unter normalen Bedingungen. Du kannst auf eigene Initiative Gipsmarken anbringen (das sind Gipspflaster ohne Verstärkungen). Wenn die reissen, ist dein Haus tatsächlich in Bewegung.

Um herauszubekommen, ob der Bergbau oder Setzungen beim Austrocknen des Untergrundes oder statische Fehler beim Bau deines Hause . oder beim Zusammenbruch eines Kanals oder Bunker.. oder  oder ... schuld ist, mußt du ins Archiv und sicherlich einen neutralen Gutachter heranziehen. hier in der Region um Weinheim gibt es Häuser, die auf der einen Seite mit dem Fundament in der alten Neckarterasse stehen, die andere Seite aber nicht .. Folge ..

denn, wenn es ums geld geht, war es immer der andere......

Es gibt da Speziallisten..  ich weiß von einem Haus im Raum Weilburg, zwischen dem Schlafzimmer und der Dcke des darunterliegenden Blindschachtes sollen etwa 8 m liegen und dann soll es etwa 70 m freien Fall haben..


Google mal unter Bergschaden, Siegener Loch,  auch die Tageszeitungen und der WDR im Siegener Raum kann dir da helfen.


Trotzdem Glück auf.


PS: wenn die Leitung zum PC reissen sollte, WLANS senden über mehrere Meter..

Offline ponsse ergo

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #13 am: 04 Dec 07, 21:07 »
Hallo!

Würdest Du im Saarland im Raum Nalbach - Saarwellingen wohnen , dann würde dein Haus wohl öfter wackeln (hier bergbaubedingt), siehe: http://www.igab-saar.de/

Gruß

Thomas

Offline minuwe

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Re: Mein Haus wackelt
« Antwort #14 am: 04 Dec 07, 21:44 »
Hallo Rene,

Zitat
Der Arm der Schwanenhalslampe ebenfalls freihängend wackelt.
Also von Erschütterungen wie km entferntem Stahlwerk u. ä. wäre das nicht so stark, wärend der menschliche Körper auch feinste Erschütterungen spüren kann. Auch LKW's auf Kopfsteinpflaster müssten direkt am Gebäude entlang fahren, dass Gegenstände wackeln. Und dann hättest du es ja schon in Beziehung gesetzt, du bist sicher nicht taub.

Es sieht nach Setzungserscheinungen aus. Im hiesigen Gebiet (Zwickau- Oelsnitzer Steinkohlerevier) stehen Gebäude bis zu 2,5 Grad schief. Da rollen einem die Gegenstände weg.

Würde auch, wie oben klug erwähnt, so gut wie möglich dokumentieren, von gerichtsfesten Zeugen ihre Wahrnehmung schriftlich bestätigen lassen. Gipsmarken an ev. vorhandenen Rissen (falls kein Holzbau) setzen usw. Es könnte ja der Fall eintreten, dass Schäden entstehen und auch jemand in Haftung genommen werden muß und kann. Es kann von der bloßen Erschütterung bis zum Totalschaden, d. h. Abriß reichen.

Aber keine Panik, meistens ist bei solchen Bauwerksbewegungen mit eventuellen Setzungserscheinungen nicht die Standsicherheit gefährdet. Das Problem ist (beim Mauerwerksbau) oft, dass es zu Rissen, klemmenden Elementen wie Fenstern und Türen, sich lockernden Putzschichten, einreißenden Dichtungsebenen wie Badabdichtungen usw. kommt. Es ist sicher auch ein schlechtes Wohngefühl. Besorgniserregend ist
Zitat
In den letzten Wochen hat das Wackeln des Hauses zugenommen
. Seismische Protokolle sind sicher interessant, werden dir aber nicht viel nützen. Um welchen Bautyp handelt es sich denn? Fachwerkbau, MFH um 1900, MFH 50ger Jahre, EFH 20ger bis 30ger Jahre, neueres EFH? Die Bauweise ist durchaus entscheidend für die Anfälligkeit für bestimmte Schäden aus Bauwerksbewegungen.

Glück Auf
Uwe

 

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