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Autor Thema: Cetorhinus Portrait  (Gelesen 1491 mal)

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Offline AZRAEL

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Cetorhinus Portrait
« am: 09 Dec 07, 17:54 »

Cetorhinus BLAINVILLE 1816

Synonyme:
Tetroras RAFINESQUE 1810
Hannoveria VAN BENEDEN 1871
Polyprosopus COUCH 1862
Halsydrus FLEMING 1809
Selache CUVIER 1817
Squalus GUNNER 1765


Allgemeines

Mit einer Länge von über 10 m hinterlässt der Riesenhai Cetorhinus maximus(Gunner, 1765) als zweitgrößter Fisch der Welt einen überwältigenden Eindruck. Er ist in gemässigten und kalten
Meeren weltweit verbreitet.Sein Hauptvorkommen liegt südlich von Island,im Nordatlantik und Pazifik.Auch in der Nordsee ist er regelmäßig zu beobachten.Der Riesenhai wandert
über große Strecken,dabei hält er sich besonders an den Verlauf des Golfstromes.Er kann einzeln,aber auch in sehr großen Verbänden mit bis zu 200 Exemplaren auftreten.Es
wurden Exemplare beim Sonnenbaden beobachtet.Diese Verhaltensweise ist wahrscheinlich der Anlass für die zahlreichen Sichtungen von  Meeresungeheuern aus vergangenen Jahrhunderten.
Auch schwimmen die Riesenhaie oft in einer Linie hintereinander,um das Plankton aus dem Wasser zu filtern.Dabei kann durchaus der Eindruck von einer gigantischen Seeschlange entstehen.
Die Kiemen sind aufgrund der Spezialisierung auf Plankton mit großen Filteranlagen versehen,die aus abertausenden charakteristisch geformten,hornigen Kiemenreusenstrahlen bestehen.
Mit offenem Maul schwimmt er mit einer Geschwindigkeit von max.4 Km/h durchs Wasser.Dabei bleibt das Plankton an den Kiemenreusenstrahlen hängen,während das Wasser wieder aus den Kiemen
heraustritt.Es wird vermutet, das die Riesenhaie eine Art von Winterschlaf halten,bei der sie die Nahrungsaufnahme einstellen.In dieser Zeit wird der Kiemenreusenapparat neu gebildet. Dies wäre auch
eine Erklärung für das massenhafte Vorkommen von fossilen Kiemenreusenstrahlen an einigen bestimmten Fundorten u.a.aus den oligozänenschichten von Frauenweiler in Baden-Württemberg.
Aufgrund der tranhaltigen Leber wird der Riesenhai mit Harpunen gejagt.Seine Bestände sind seit Jahren sehr rückläufig,da die Tiere erheblich verfolgt werden und nur eine sehr geringe Vermehrungsrate
(alle 2 Jahre 1 Jungtier) haben! 1994 wurden Flossen des Riesenhaies für 30.000 US-Dollar gehandelt,pro Stück!Dies ist auch der Grund,weshalb z.B.norwegische Fischer den Hai auch jetzt noch
im Nordost-Atlantik jagen,obwohl er seit 1996 auf der Roten Liste der IUCN steht.
Trotz seiner Größe ist der Riesenhai im allgemeinen für den Menschen ungefährlich.Harpuniert weis er aber seine Schwanzflosse eindrucksvoll einzusetzen.
Auch sollten Taucher Hautkontakt vermeiden,aufgrund der großen Hautzähne,die schmerzhafte Wunden hervorrufen können.



Evolution:

Die ersten Vertreter der Gattung Cetorhinus wurden im mittl.Eozän von Seymour Island,Antarktis als Cetorhinus aff.parvus LERICHE,1908 beschrieben.Weitere Funde wurden auch an verschiedenen
Fundstellen des ob.Eozän der USA gemeldet,allerdings hauptsächlich als unbestimmbare Bruchstücke von Kiemenreusenstrahlen.Ab den unt.Oligozän wird die Art Cetorhinus parvus LERICHE 1908
weltweit nachgewiesen.An vielen Fundstellen des Oligozäns bis mittl. Miozäns ist diese Art anhand der Kiemenreusenstrahlen zu finden.Leider gibt es aufgrund der großen Variabilität Probleme bei der
Bestimmung dieser Funde.Die für die Bestimmung wichtigen Oralzähne sind aufgrund ihrer geringen größe nur unter großen Arbeitsaufwand,durch schlämmen und sieben zu finden.Cetorhinus parvus
war ein Vetreter einer warm-temperierten bis subtropischen Fauna.Ab dem mittl Miozän setzte in Europa eine deutliche Abkühlung der Jahresmitteltemperatur ein.In Mitteleuropa um mindestens 7°C.
Mann kann davon ausgehen,das aus diesen Grund die Art Cetorhinus parvus langsam verschwand.Sie wurde von der heutigen Art Cetorhinus maximus (GUNNER,1765) ersetzt.Diese Art ist seit dem
mittl.Miozän in Mitteleuropa nachzuweisen.An der bekannten Fundstelle Mill in den Niederlanden werden Oralzähne von Cetorhinus maximus relativ häufig gefunden.Als große Seltenheit auch Zähne
dieser Gattung die Art Cetorhinus parvus entsprechen.Sie haben deutlich ausgebildete-gespreitzte Wurzeläste,sind aber für diese Art viel zu groß.Leider kann man durch die Abbauweise keine
Aussage treffen, aus welchen stratigraphischen Niveau diese Funde stammen.



Zahnbeschreibung:

Die einheitliche Bezahnung dieser Gattung besteht aus sehr vielen kleinen Zähnen (weniger als 1 cm hoch).Bei den pliozänen und rezenten Formen ist die Krone ziemlich klobig,mäßig hoch,gerade
,leicht nach hinten gebogen oder stark nach innen geneigt.Die innere und äußere Seite ist konvex und der Schmelz ist glatt oder granuliert.Sehr oft sind die Schneidekanten auf den oberen Teil der
Krone beschränkt.Die Wurzel ist stark und klobig,so hoch wie die Krone und zeigt manchmal einen Ansatz von Wurzelästen.Bei der oligozänen-miozänen Art Cetorhinus parvus sind die Zähne merklich anders
als bei der rezenten Art und erinnern stark an Zähne von Alopias exigua,obwohl sie deutlich kleiner sind.Bei diesen Zähnen besitzt die Wurzel noch gut ausgebildete und unterschiedene Wurzeläste.
Neben den Oralzähnen kann man noch Kiemenreusenstrahlen finden.Diese sind seitlich abgeflacht,besitzen eine breite,beilförmige obere Region und einen langen,schlanken Stab mit einem oft unregelmässigen
Schmelzüberzug.


Arten:

Cetorhinus aff. parvus( LERICHE ,1908)  Eozän
Cetorhinus parvus( LERICHE ,1908) unt.Oligozän - mittl.Miozän
Cetorhinus maximus (GUNNER,1765)  mittl.Miozän - rezent

 

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