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Autor Thema: Rutilquarz  (Gelesen 6929 mal)

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Offline faulesau

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Rutilquarz
« am: 11 Dec 07, 18:08 »
Hallo mineralienfreunde,
habe einen Rutilquarz ca. 15 cm mit 2 Luftblasen mit einer Flüssigkeit drin aus Madagaskar und hier nun meine Frage: Werden diese in der Regel nachgeschliffen? Siehe Bild.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß der in der Natur so vorkommt.
Danke
Tschüß  Johns

Offline -M-

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Re: Rutilquarz
« Antwort #1 am: 11 Dec 07, 18:53 »
Hallo Johns,
schönes Stück ... aber wieso nachgeschliffen ?
( was kannst du dir denn daran nicht vorstellen ? )
Kannst du mal ein Detailbild von den Libellen versuchen ?
Gruß -M-

Offline faulesau

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Re: Rutilquarz
« Antwort #2 am: 11 Dec 07, 19:18 »
 na klar

Offline gsiberger

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Re: Rutilquarz
« Antwort #3 am: 11 Dec 07, 19:52 »
Hallo!

Aha! Da hör ich seit langem wieder mal Libellen! Hab das mal irgendwo gelesen und lange versucht herauszubekommen was Libellen bei Quarzen sind. Kann mir das bitte mal jemand erklären?

Der Rutilquarz kann schon so gewachsen sein - auch wenn er eine untypische Form hat! Der hatte halt im Wachstum zuwenig Platz oder es gab Unregelmäßigkeiten in der Bildungsphase!

Lg Johannes

Offline -M-

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Re: Rutilquarz
« Antwort #4 am: 11 Dec 07, 20:05 »
« Letzte Änderung: 11 Dec 07, 20:12 von -M- »

Offline Goldi85

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Re: Rutilquarz
« Antwort #5 am: 11 Dec 07, 20:11 »
Hallo

@faulesau ( ;D): So wie man das sehen kann, hast du da einen glücklicherweise nicht nachgeschliffenen Kristall.

@Johannes: Libellen dürften ein- oder mehrphasige (Flüssigkeit/Flüssigkeit+Gas) Einschlüsse (manchmal mit Steinsalzkristall) oder Risse im Inneren sein.  
Bei dem gezeigten Kristall glaube ich nicht, dass der beim Wachstum behindert war. Ich glaube eher, dass der etwas schnell gewachsen ist (Fensterbildung) und zerbrochen/rekristallisiert ist (wegen der vielen Kristallspitzen)

Gruß  Daniel

Offline faulesau

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Re: Rutilquarz
« Antwort #6 am: 11 Dec 07, 20:35 »
Hallo Jungs,
na ich komme darauf, weil beide Enden ohne Beschädigungen sind. Außer an einer Kante 5 mm kleine Schadstelle. Sonst sind alle Kanten tadellos.  Und die
Flüssigkeit bewegt sich, wenn man den Stein bewegt. Also werden sie meistens doch nachgeschliffen ? Als Laie kann ich mir nicht vorstellen wo und wie sie
in der Natur vorkommen, weil gar keine Kratzer da sind.
Dank an alle! Vielleicht kommen noch andere Antworten. Und bei den Tips bei dem angegebenen Link habe ich nichts gefunden. Oder vielleicht übersehen.
Tschüß

Offline Goldi85

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Re: Rutilquarz
« Antwort #7 am: 11 Dec 07, 21:31 »
Hallo,

Zitat
na ich komme darauf, weil beide Enden ohne Beschädigungen sind.
Dann ist es ein Doppelender. Entsteht zb., wenn ein "normaler" Kristall erst abbricht und dann weiterwächst. An der Bruchfläche daher die vielen Spitzen.
Viele Rutilquarze werden nachgeschliffen, damit man den Rutil im Inneren besser sehen kann. Das dürfte bei diesem Kristall aber nicht der Fall sein, der scheint noch ganz natürlich zu sein. Ansonsten sind (auf den ersten Blick!!!) völlig glatte Flächen/scharfe Kanten bei Kristallen eher die Regel als die Ausnahme, gerade bei Quarz.
Nettes kleines Beispiel: http://www.kristalle.ch/sammlung/Slides_Riesenkristalle_Planggenstock.asp?inFrame=0&Seite=21
oder: http://www.kristalle.ch/sammlung/Slides_Riesenkristalle_Planggenstock.asp
Bei dem Lexikonlink steht etwas unter Gas- und Flüssigkeitseinschlüsse, das trifft hier zu.

Gruß  Daniel

Offline michaelh

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Re: Rutilquarz
« Antwort #8 am: 11 Dec 07, 22:29 »
@gsiberger
Libelle nennt sich auch das Teil der Wasserwaage wo die Luftblase in der Flüssigkeit eingeschlossen ist - so ähnlich wie bei diesem Rutilquarz.

Gruß

Michael

Offline caliastos

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Re: Rutilquarz
« Antwort #9 am: 11 Dec 07, 22:42 »
bei natürlichen kristallen sieht man auf der oberflächen immer entweder löcher, erhebungen, rillen, striemen, abdrücke usw. nachgeschliffene stücke sind dagegen viel zu glatt und die kanten entweder zu scharf bzw. gerundet.

der sieht aber absolut natürlich aus.

nur warum soll das unwahrscheinlich sein, wenn ein krisatll so erscheint. pyrit kann z.b. perfekte würfel ausbilden. an den natürlichen formen sieht man aber trotz aller regelmäßig immer kleine defekte und unregelmäßigkeiten.

Offline faulesau

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Re: Rutilquarz
« Antwort #10 am: 11 Dec 07, 23:01 »
na gut, habe ihn paar Mal gestreichelt, keine scharfen Kanten, die Oberfläche ist glatt, außer bei den Löchern merkt man was. Und wenn er geschliffen wäre,
wäre auch nicht so schlimm. Nochmal schönen Dank und gute Nacht!

Offline -M-

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Re: Rutilquarz
« Antwort #11 am: 11 Dec 07, 23:04 »
Hallo Johns,

was den Link angeht, 
schau doch noch mal im Abschnitt: "Flüssigkeits- und Gaseinschlüsse"
und was den Begriff "Libelle" angeht:
Abschnitt : "Weitere Begriffe"

Darüber hinaus wäre vlt. noch anzumerken,
daß solche Einschlüsse in Quarz rel. häufig auftreten, wenn auch i.d.R. ziemlich klein.
Allerdings gibt es verschiedene Arten der Entstehung eben dieser, und bei einigen
dieser Varianten, können eben durchaus auch größere "Libellen" entstehen.
Doppelender sind ebenfalls gerade ( nicht nur ) bei Quarzen rel. häufig.
Was du mit den nichtvorhandenen "Kratzern" vermutlich eigentlich meinst 
( daß Quarz im Allgemeinen eher selten echte "Kratzer" hat, liegt natürlich
an seiner Härte , und hat in so fern überhaupt keinen Indizienwert bezügl.
künstlicher Bearbeitung ), ist die Tatsache, daß keine Anwachsspuren zu erkennen sind.
( oder ? ) Auch dies ist - nicht nur - bei Quarzen gar nicht mal so ungewöhnlich. Solche
Kristalle werden häufig als "Schwimmer" bezeichnet. Und diese findet man z.B. häufig
in lockeren - erdigen - lehmigen Ansammlungen versch. Min. / Min.-gemische lose "schwimmend".
Auch dazu wirst du sicher im Lexikon oder anderswo noch mehr Infos bekommen können.

Gruß -M-

Offline Krizu

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Re: Rutilquarz
« Antwort #12 am: 12 Dec 07, 09:45 »
na gut, habe ihn paar Mal gestreichelt, keine scharfen Kanten, die Oberfläche ist glatt, außer bei den Löchern merkt man was. Und wenn er geschliffen wäre,
wäre auch nicht so schlimm. Nochmal schönen Dank und gute Nacht!

Hallo,

es gibt da einen Trick:
Lass doch mal eine Leuchtstoffröhre in den Flächen reflektieren. Geschliffene Flächen sind meist leicht unrund, die LSR läuft an den Rändern krumm weg. Natürliche Flächen haben meist stufenartige und/oder runde Störungen, die der Flächensymmetrei entsprechen. z.B. auf der dreieeckigen Fläche meist krumme Dreiecke.

Im Vergleich zum natürlichen Kristall sieht man auch manchmal Winkelabweichungen! Dann war ein Laie am Werk  ;D



hth

Frank

Offline berthold

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Re: Rutilquarz
« Antwort #13 am: 12 Dec 07, 10:30 »
Hallo,

"Libellen" sind kombinierte Gas-Flüssigkeitseinschlüsse in Kristallen. Siehe z.B. für Fluorit:

http://www.mineralienatlas.de/showpict.php?pict=1178282390.Fluorit%20Einschluss.jpg

Gruß
Berthold

Offline faulesau

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Re: Rutilquarz
« Antwort #14 am: 12 Dec 07, 11:05 »
hier noch 2 bilder melde mich heute abend

 

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