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Autor Thema: Probleme mit EDUS Steinsäge  (Gelesen 5249 mal)

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Offline Findus

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Probleme mit EDUS Steinsäge
« am: 14 Dec 07, 13:59 »
Hallo miteinander,
Mal wieder eine Frage an die Steinsägeprofis:
Ich habe vor längerem eine EDUS Steinsäge (bis Blattdurchmesser 460 mm, Standgerät) bekommen, diese war in einem sehr schlechten Zustand (Lager/Führungen kaputt , verrostet).
Diese habe ich "generalüberholt" und sie steht da wie neu.
Nun habe ich aus Gründen des Korrossionschutzes die Führungswellen, auf denen der Schlitten läuft, aus rostfreiem Edelstahl eingebaut.
Der Grund dafür ist, dass die eingebauten Stahlwellen derart verrostet waren, dass der Schlitten nur noch mit Gewalt zu bewegen war und ich musste alles blank schleifen, damit ich die Wellen aus dem Schlitten ziehen konnte.
Vor wenigen Tagen habe ich die Säge dann zum ersten mal laufen lassen, die Führungswellen habe ich vorher gefettet, damit der Schlitten leicht läuft. Der Querschlitten läuft auf verchromten Hydraulik- Kolbenstangen. Damit nun zukünftig nichts mehr rostet, benutze ich eine wasserlösliche Emulsion (Kühlschmierstoff) wie sie im Maschinenbau eingesetzt wird.
Beim sägen kleinerer Stücke funktioniert alles bestens, ich kann dann sogar ein Gewicht entfernen. Wenn ich jedoch mal einen dickeren Brocken, so um die 4 - 5 Kg einspanne, reicht das Gewicht nicht mehr aus, damit der Schlitten gezogen wird, - die Folge davon ist, dass ich mit der Hand "nachhelfen" muss und zusätzlich an den Gewichten ziehen muss.
Als Resultat davon hat das Sägeblatt keinen gleichmäßigen Druck und läuft leicht schief.

>> Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen hinter sich, und wie kann man dieses beheben? Sollte ich vielleicht doch härtere Stahlwellen einbauen, da der Edelstahl rel. weich ist und sich evtl. Abrieb bildet der dann zu Schwergängigkeit führt?
>> Gibt es noch einen Händler, der diese/solche  Sägen verkauft und an den man sich wenden kann?

Grüße,
Bernd ;)

Offline felsenmammut

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Re: Probleme mit EDUS Steinsäge
« Antwort #1 am: 14 Dec 07, 15:20 »
Glück Auf!

Das Problem mit dem Schieflaufen des Sägeblattes bei größeren Stücken habe ich auch gelegentlich. Allerdings muss ich dazusagen dass ich die Säge in einem Verein nutze und nicht den Überblick habe was, wieviel und auf welche Art und Weise noch so gesägt wird. Die Säge (von Krantz) ist mittlerweile über 15 Jahre alt, wurde aber gut gepflegt, so dass alles noch ganz gut funktioniert. Meiner Meinung kann es verschiedenen Ursachen für das Schieflaufen geben.

1. Das Sägeblatt wird ungleichmäßig abgenutzt. Wenn es keine Materialfehler im Sägeblatt sind, dann liegen die Ursachen dafür vor allem darin wie man sägt. Da wir in unserem Verein auch viel Bastelarbeiten (Dekorationssachen, Schmuck, aber keine Fälschungen von Mineralienstufen) mit Gesteinen und Mineralien machen, werden haufenweise Stücke formatiert. (Wir zerschroten aber keine wertvollen Kristallstufen, sondern verwerten nur das Material das sonst wieder auf der Halde gelandet wäre) Um sich manche Schleifarbeit zu sparen werden unpassende Ecken an den Stücken am Sägeblatt grob abgeschliffen. Da die eine Seite des Sägeblattes durch den Spritzschutz etwas schlecht zu erreichen ist, wird vor allem die andere Seite genutzt. Meistens ist das kein Problem, da das Sägeblatt eh eher verbraucht ist als dass sich die einseitige Abnutzung bemerkbar machen würde. Wir hatten aber auch schon Sägeblätter die einseitig völlig abgnutzt waren und dann eher Kreisbögen produzierten statt eines geraden Schnittes.

2. Wenn man den Stein quer zum Sägeblatt nicht fixieren kann, provoziert man auch eine ungleichmäßige Abnutzung. Das Problem ist gegeben wenn der Schlitten nur die Führung in Längsrichtung übernimmt und der Rest mit der Hand gehalten und geführt wird.

3. Wenn Lager und Führungen zu viel Spiel haben, verdreht sich der Stein etwas. Das Spiel von Lager und Führungen ist auch von den Kräften abhängig die während des Sägens an dem Stein angreifen. Das ist auch das Hautproblem bei der Säge in unserem Verien. Nach über 15 Jahren und wer weiß wie viel tausenden Achaten und anderen Mineralien sind die Lager doch ein wenig klapprig geworden. Die Lager der Sägeblattwelle haben wir jetzt ausgewechselt und es geht wieder besser geradeaus. Manchmal hilft es ganz langsam anzufangen mit Sägen und den Druck nur ganz allmählich zu erhöhen. Wenn das Sägeblatt dann erstmal ein gerade Führung im Stein hat, geht es auch geradeaus weiter.

Generell kann ich noch sagen dass ich mit neuen Sägeblättern keine Probleme hatte. Es wurde immer erst dann problematisch wenn die Sägeblätter schon eine Weile im Einsatz waren. Seit einiger Zeit nutze ich aber immer mein eigenes Sägeblatt und bis jetzt sägt es wunderbar geradeaus.

Das Problem mit dickeren Brocken kenne ich auch, dass da manchmal mehr Druck notwendig ist. Ein Grund dafür ist dass das Blatt schief läuft. Ich arbeite bei größeren Stücken nur mit einem 5 kg Gewicht. Das reicht meistens aus. Gegebenenfalls schiebe ich noch ein bisschen mit. Bei abgenutzten Sägeblättern braucht man auch deutlich mehr Druck um den Stein durchzukriegen.

Glück Auf!

Felsenmammut

Offline minuwe

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Re: Probleme mit EDUS Steinsäge
« Antwort #2 am: 14 Dec 07, 15:44 »
Hallo Bernd,
Grundsätzlich sind zwar harte Führungen besser als weiche, aber wenn kein Steinmehl in den Führungsspalt gelangen kann, müsste normaler Stahl lange halten. Was läuft denn auf den Führungsachsen, Kunststoff-, oder Messingbuchsen, Kugelumlaufkäfige? Denke mal, es sind verschiedene Dinge: das Schieflaufen und die Leichtgängigkeit der Führung. Wenn du straff mit drücken musst, ist es entweder wie felsenmammut schon ausführte, werkzeugbedingt, oder die Führung geht unter Belastung schwer, da ist die Ursache zu ermitteln (Verkanten usw.).

Kannst du mal Bilder bringen?

Glück Auf
Uwe

Offline Findus

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Re: Probleme mit EDUS Steinsäge
« Antwort #3 am: 14 Dec 07, 20:03 »
Hallo Uwe und Felsenmammut,
Danke erstmal für Eure Antworten!
Das Sägeblatt ist gebraucht und sieht  rein optisch eigentlich ganz passabel aus, läuft auch (fast) ohne Schlag.
@ Uwe:
Die Führungen sind noch original, massive Messingbuchsen. Nicht sehr ausgelaufen, lediglich durch das festrosten etwas "angenagt".
Eigentlich hätte ich vor zwei Tagen Bilder machen sollen, als die Säge noch "in vollem Glanz erstrahlte":
Komplett blau lackiert, innen teilweise mit Unterbodenschutz versehen, Rasenteppich zum auffangen der Steinsplitter, die Metallteile neu verzinkt, alles schön sauber!! ;D ;D ;D
Nach einigen Stufen kann man davon nicht mehr reden. :'( :'(
>> Ich habe mir heute mittag nochmal das Sägen etwas kritischer angeschaut und ohne die (oft trügerische) Freude über die nun wieder laufende Säge, also unabhängig vom erhofften Ergebnis:
Da ich nicht wollte, dass beim Sägen so eine mordsmäßige Sauerei in der Säge entsteht (Spritzwasser), habe ich zusätzlich eine separate Kühlung gebaut, bei der das Kühlmittel direkt mit einer Pumpe und flexiblem Schlauch (> modulares Schlauchsystem) auf den oberen Rand des Blattes gespritzt wird. Leider muss ich diese anfangs recht  gute Idee* verwerfen (*meine Meinung), da das Sägeblatt ja eine nicht unerhebliche Luftströmung erzeugt, die einen Teil des Kühlmittels "wegbläst". Dieses "wegblasen" wird erheblich durch die Größe/Form des eingespannten Steines beeinflusst. > Bei kleinen Steinen passiert fast nichts, bei größeren Brocken legt sich eine Luftströmung über den Stein, was zur Folge hat, dass ein Teil des  Kühlmittels entlang dieser Luftströmung mitgerissen wird. Kann durchaus sein, dass das Blatt dadurch ungleichmäßig geschmiert wird und vielleicht deswegen schief läuft !!??
Insofern werde ich wohl oder übel dazu zurückkehren müssen und die Säge innen mit einem großen Tuch auslegen (bessere Reinigungsmöglichkeit) und das Sägeblatt direkt im Wasser laufen lassen.
Vielleicht läuft dann auch der Schlitten besser, wenn ständig das Kühlwasser (Emulsion) darüber läuft, weil das Sägeblatt vermutlich mehr mitnimmt, als die kleine Pumpe liefert.

Vielleicht gibt es diese Messingbuchsen ja noch irgendwo als Original - Ersatzteile.

Grüße, Glück Auf!

Bernd ;)
« Letzte Änderung: 14 Dec 07, 20:06 von Findus »

Offline minuwe

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Re: Probleme mit EDUS Steinsäge
« Antwort #4 am: 14 Dec 07, 21:01 »
Na ja, ich meine, dass das Ding dreckig wird- dafür werden doch die Steine schön  :D. Wenn die Führung zu schwer geht, weil Steinmehl reinkommt, hilft nur gut abschirmen oder besser Führungsbuchsen mit Schmutzabstreifringen einsetzen. Die gibt es fertig (teuer aber passend) oder manchmal beim Schrotthändler (billig aber nicht passend). Dann dürfen aber die Führungssäulen nicht zerkratzt sein. Nicht anfällig für Schmutz sind Rollenführungen, d. h. über und unter der Säule laufen Rollen spielfrei. Man müsste die Konstruktion erst mal sehen. Bilder?

Glück Auf
Uwe


Offline Geröllheimern

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Re: Probleme mit EDUS Steinsäge
« Antwort #5 am: 14 Dec 07, 21:21 »
Hallo Findus,
zwar habe ich keine Säge von EDUS aber auch eine mit Zuggewichten, Blattgröße d=400 und meine Erfahrungen sind folgende:
ich säge auch mit Emulsion und habe keine Probleme damit, auch nicht bei großen Stücken oder Achaten, solange die Schnittstelle ausreichend Emulsion abbekommt, lieber mehr als zu wenig.
Die Zuggewichte richte ich nach dem Gewicht des Stückes, bei leichten Stücken etwas mehr (leichte Stücke haben oft zu wenig Eigengewicht) und bei ohnehin sehr schweren Stücken benutze ich die Zuggewichte nur so lange, bis das Stück sich durch sein Eigengewicht durch die Säge zieht, dann hänge ich die Zuggewichte aus, weil sonst der Druck zu groß ist und das Blatt "beult" und schief läuft. Um das Schieflaufen zu vermeiden sollte man möglicht nicht per Hand nachschieben, der Druck ist zu ungleichmäßig und kann unbemerkt zu stark sein! Dann gibt es meistens keinen sauberen Schnitt und das Blatt ist schneller kaputt als nötig.
Soweit meine Erfahrungen, jedenfalls bis jetzt, vielleicht ist ja was dabei was Dir weiter hilft.

Gruß  Emma  ;D

 

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