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Autor Thema: Pegmatit-Mineralien von Slobrekka, Iveland, Norwegen / Aeschynit-(Y), Gadolinit, etc.  (Gelesen 7475 mal)

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Online guefz

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Hallo,

ich habe diese Frage auch schon auf Strahlen.org gestellt, aber hier lesen ja auch noch andere Leute mit. Auf einem Stück aus Slobrekka, Iveland, Südnorwegen habe ich zwei Sorten Kristalle gefunden: braune Kristalle, die ich für Zirkon halte und eine Gruppe schwarzer Kristalle, die ich für Gadolinit halte. Im einzelnen:

Die braunen Kristalle sehen m.E. recht eindeutig nach tetragonalem System aus, wenn auch etwas verzerrt. Mit einem kleinen Kristall (2x1x1mm), der aus der Matrix herausgefallen war habe ich versucht einen Härtetest zu machen, was aber etwas schwierig ist, da ich bei so einem kleinen Stück mit der Pinzette nicht allzuviel Druck für eine Ritzprobe aufbringen kann bevor der Kristall zerbricht. Daher bin ich mir nicht sicher, ob Feldspat geritzt wird, Apatit scheint er zu ritzen und durch Fluorit geht er wie durch Butter. Mit diesem Ergebnis würde ich Xenotim ausschließen, der ja eine ähnliche Kristallform bilden kann und komme daher zu Zirkon, obwohl der in der Mindat-Liste nicht enthalten ist.

Bei der Gruppe schwarzer Kristalle gehe ich von den Kristallflächen des vorderen Kristalls aus. Die Winkel zwischen der Frontfläche und den ersten Seitenflächen ist deutlich sichtbar größer 90°, die weiteren Flächen haben wieder kleinere Winkel bezogen auf die Frontfläche, sind aber leider teilweise durch weitere Kristalle im Wachstum behindert worden oder durchdrungen worden und jetzt beschädigt. In den Bruchflächen erkennt man unter dem Bino und teilweise auch auf dem Foto braune Lichtreflexe. Es sieht so aus als wären die Kristalle im innern durchscheinend bis durchsichtig. Daher meine Vermutung, dass es sich hierbei um Gadolinit handeln könnte.

So, und jetzt eure Meinungen dazu...

Günter
« Letzte Änderung: 24 Apr 17, 19:25 von oliverOliver »

Online smoeller

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Hallo,

Zumindest das von dir als Zirkon angesprochene Mineral zeigt Sprengsonnen in Quarz, so dass du von erhöhten Gehalten an U/Th ausgehen kannst. Daher käme Zirkon, der bis zu 18 % ThO2 einbauen kann, gut hin. Die Sonnen um das andere Mineral sind schwächer, daher sind Allanit, Euxenit, Samarskit, Polykras eher unwahrscheinlich, da dies reiche U/Th-Minerale sind. Gadolinit könnte von der xx-Form her sein.

Glück Auf!
Smoeller

Online guefz

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Hallo,

danke erst mal für die Zusatzinformationen. Ich habe hier auf einem anderen Stück noch eine interessante Kombination gefunden, leider ist der untere Teil nicht vollständig.

Günter

Offline loismin

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Hallo Günter.

Wenn du eine Höhensonne ( Gesichtsbräuner) hast probier mal beim Gadolinit? ob er grün leuchtet.
Bei den alpinen ist das gut zu beobachten, ob das bei den norwegischen auch so ist kann ich nicht sagen
aber einen  Versuch wärs wert.
Und Zirkon leuchtet ja meist im UV !

Gruß
Loismin

Online guefz

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Hallo,

Kurzwellen-UV fehlt noch in meiner Ausrüstung, steht aber auf der Liste...

Günter

Offline -M-

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Hallo Günter,

Zitat: "...da ich bei so einem kleinen Stück mit der Pinzette nicht allzuviel Druck für eine Ritzprobe aufbringen kann bevor der Kristall zerbricht..."

Würde dazu eine möglichst glatte Fläche des zu ritzenden Materials benutzen, den zu prüfenden x auflegen, und mit einer anderen
relativ glatten Fläche ( möglichst härter ) drauf drücken + schieben. Ob der x dabei nun zerbricht, oder nicht spielt keine besonders
große Rolle ( jedenfalls nicht wenn es um Mohs-härte -grade geht )

Gruß -M-

Online guefz

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Wenn der zu untersuchende Kristall bei so einer "Schiebung" zerbricht, habe ich aber sicher auch Kratzer des Schiebe-Instruments, die ich nicht sicher von eventuellen Kratzern des zu untersuchenden Kristalls unterscheiden kann. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass ich bei 1mm Abstand zwischen Probefläche und Schiebe-Instrument auch ohne Zerbrechen des zu untersuchenden Kristalls Ritzspuren erhalte, die eben nicht von diesem Kristall stammen. Desweiteren habe ich bei dieser Methode flach aufeinanderliegende Flächen, die bei geringen Härteunterschieden wohl auch keine deutlich sichtbaren Ritzspuren erzeugen würden. Unterhalb einer gewissen Materialgröße funktioniert ein Mohshärtetest eben nicht mehr sonderlich gut.

Günter

Offline minuwe

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Hallo Günter,

da hier ein Härtewert gut wäre, würde ich das mit der "Schiebung" mal machen. Allerdings sollte die Platte, die den Kristall anschiebt, sehr weich sein (Holz), so dass sich der Kristall in die Oberfläche des Holzes drückt und beim Schieben nicht wegschnappt. Außerdem ist so die Bruchgefahr gering, da das Holz den Kristall etwas umschließt. Ich sag mal, das Holz sollte so weich sein, dass der Kristall mit wenig Kraft hineingedrückt wird und etwa zu 50 % hervorschaut. Beim Hineindrücken sollte aber auch Holz (härter als das Schiebeholz) zum Gegendrücken genommen werden, sonst kann er schneller zerbrechen. Und wie du schon richtig bemerkst, natürlich mit einer scharfen Kante, nicht einer Fläche ritzen.

Glück Auf
Uwe

Online guefz

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Hallo,

die Idee mit dem Holz hört sich zwar gut an, geht aber mit meinem Kristall doch nicht so gut. Habe es gerade mal versucht und ein Stück Eichenholz genommen und dort eine kleine Kerbe hineingedrückt, sodass der Kristall eben zur Hälfte darin liegt und genau eine Kante hervorsteht. Dass Problem ist dann aber die Unebenheit der Proben aus meinem Härte-Set. Der Apatit ist ein ganz wildes Bruchstück mit nur wenigen glatten Teilflächen, die für diesen Versuch zu ungünstig liegen. Der Feldspat hat zwar eigentlich gute Spaltflächen, aber kleinere Unebenheiten sind immer noch vorhanden. Fazit: dieser Kristall ist für meine Möglichkeiten zu klein um eine exaktere Härteangabe zu machen. Wie schon vorher erwähnt, lässt sich mit dem Kristall in der Pinzette Fluorit problemlos ritzen und Apatit geht noch so geradeso ohne viel Druck auszuüben. Feldspat geht nicht mehr, aber das kann eben auch am mangelden Andruck liegen, ist also keine gesicherte Aussage. Ich habe als Vergleich mal getestet wie viel Andruckkraft ich brauche, um den Feldspat mit einer scharfen Quarzspitze zu ritzen, da bin ich mit der Pinzettenmethode noch weit von entfernt.

Günter

Online guefz

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Hallo,

noch ein Satz Fotos, alle 4 vom selben Stück: einmal Allanit, der mehr oder weniger stark in Bastnäsit umgewandelt ist (laut Beschreibungen auf mindat) und mehrere kleine Kristalle, die wohl Euxenit oder etwas ähnlich zusammengesetztes sein werden. Das dunkle derbe Material ist Magnetit.

Günter

Online guefz

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Hallo,

auf einem der möglichen Zirkon-Kriställchen habe ich noch etwas winziges gelbes entdeckt. Bei der Größe komme ich allerdings an die Grenzen meiner Optik. Einmal das ganze Bild, das Dunkle ist der Magnetit, das Gelbliche oben rechts ist der umgewandelte Allanit. Dazu noch mal ein Bildausschnitt mit dem unbekannten Objekt.

Ideen?

Günter

Online smoeller

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Hallo,

Das auf den letzten Bildern ist Zirkon (oder Xenotim, da die Härte aber schon getestet wurde, scheidet der eher aus). Das gelbe könnte vieles sein. Monazit wäre durchaus eine Möglichkeit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Uwe Kolitsch

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Kurzprismatische tetragonale xx: Xenotim oder Zirkon, letzterer ist aber wahrscheinlicher (beide können in skandinavischen Pegmatiten auch in endotaxischer Verwachsung auftreten - auf mindat gibt's sicher Photos).
Schwarze Tafeln: Zirkonolith? Es kommen sicher aber mehrere Minerale in Frage (mind. chemische Analyse nötig).

Online guefz

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Erstmal danke für die Meinungen, bei den schwarzen Tafeln ist wahrscheinlich die einzige halbwegs sichere Erkenntnis, dass das irgendetwas aus der Niob-Tantal-Oxid-Verwandschaft ist.

Günter

Offline Lars23

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Hallo,
Bei Bild 1, 2 und 4 schonmal an den typischen Aeschynit der Gegend gedacht? Und Bild 3 ist definitiv Gadolinit.

Mfg aus Iveland
« Letzte Änderung: 23 Apr 17, 11:31 von Lars23 »

 

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