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Autor Thema: Hauyn aus Sachsen  (Gelesen 23576 mal)

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Offline altes-gebirge

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Hauyn aus Sachsen
« am: 29 Dec 07, 19:51 »
Glück Auf, geschätzte Sammlergemeinde,

möchte als erstes,bevor ichs vergess,allen wohlgesonnenen Kristallfreunden einen guten Rutsch und ein frohes,erfolgreiches neues Jahr wünschen.
Habe vor wenigen Tagen von einem guten Freund, ein Stück mit Hauyn(Aggreg,ca4 mm Durchmesser)in typ. basalt.Matrix geschenkt bekommen.Ja,es gibt noch gute Freunde!Lag zwischen seinen Eifel-Hauynen und ist erst dieses Jahr aufgefallen.Hatte mich gewundert ,warum es halt dort zwischen,den weitaus besseren,lag.
Fundort:Hochwald,Nahe tchechische Grenze,gef.1884.Ich schätze mal das ist irgendwo südlich von Steinigtwolmsdorf/Lausitz.Irgendwo in der Kante.Habe gerade mal in den "Unheimlichen Minerale"nachgeschaut,finde aber nicht so viel.  Mal schauen, was Ihr,spez.die Sachsenspezialisten,so rausfindet.

Vielen Dank und rutscht schön aus auf den "Spiegelblanken"Kristallflächen!

Marcus

altes-gebirge

Offline Conny3

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #1 am: 30 Dec 07, 09:09 »
Hallo Marcus,

Hochwald ist ein Berg im Zittauer Gebirge zur Hälfte auf tschechichem Gebiet. Dort gibt es Basalte und Phonolithe. Vielleicht ist Dein Stück auch mehr ein Phonolith? Hauyn von dort - das habe ich auch noch nicht gehört. Es soll aber welchen im Basalt des Geisingbergers nahe Altenberg geben. Vielleicht weiß es aber jemand anders genauer.

Guten Rutsch wünscht der Conny

Offline Topas

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #2 am: 30 Dec 07, 21:06 »
Glück Auf

Laut alter Literatur soll Hauyn auch bei Bad Elster/Bad Brambach vorgekommen sein.

Topas

Offline Schluchti

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #3 am: 31 Dec 07, 00:30 »
Bei Frenzel findet sich folgendes:

"Hauyn. Wurde bis jetzt nur als Einsprengling von mikroscopischer Kleinheit in einigen Basalten gefunden, jedoch in solcher Menge, dass man die betreffenden Gesteine Hauynbasalt genannt hat. Hierher gehört der Basalt von Brambach i.V. und von Neudorf (Forstrevier) bei Annaberg."
Aus: Frenzel, August; Mineralogisches Lexicon für das Königreich Sachsen; Leipzig 1874;  S. 153

Das führt also nicht direkt weiter.

Aber in  "Einheimische Minerale" von Vollstädt, steht doch:

"Sodalith, Nosean und Hauyn sind Gemengeteile einiger Lausitzer Phonolithe"

Insofern würde Hochwald doch u.U. ganz gut zu der Beschreibung passen.
« Letzte Änderung: 31 Dec 07, 00:32 von Schluchti »

Offline giantcrystal

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #4 am: 31 Dec 07, 12:50 »
Vor einigen Jahren gab es in einem Lapisheft einen kurzen Fundbericht eines sächsischen Sammlers unter "Besondere Eigenfunde" , bei dem in einem Nebensatz von einem "blau- roten Paar" die Rede war : gemeint war ein Fundstück mit gemeinsamen Auftreten von Hauyn und Granat, wenn ich mich recht erinnere.

Das hörte sich nach ziemlich großen Hauynkristallen an. Müßte man vielleicht einmal nachschauen, wo genau das stand

Glück Auf und Guten Rutsch

Thomas

Offline Topas

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #5 am: 04 Jan 08, 18:51 »
Auch wurde Hauyn bei Oberwiesenthal als weiße,Graue manchmal auch blaue Einsprenglinge in den Vulkaniten der Umgebung festgestellt. Siehe dazu auch Lapis Nr. 3 /2005.

Gruß topas

Offline altes-gebirge

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #6 am: 11 Jan 08, 18:59 »
Vielen Dank für Eure Antworten.
Conny:Hast Recht.Phonolith!Mittlerweile ist mein Auge hier in der Köln-Koblenzer Ecke gut geschult.Das Stück is ein Sachse.
Viele Grüße

Marcus

Offline smoeller

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #7 am: 11 Jan 08, 19:08 »
Hallo,

Bestimmt Phonolith. Phonolithe bestehen meist aus Aegirinaugit, Sodalith und Hauyn sowie Sanidin, untergeordnet teilweise noch Nosean.

Hauyn dürfte also in vielen Phonolithen vertreten sein, auch wenn er in der Regel nicht so auffällig blau ist wie in der Eifel sondern schmutziggrau oder grauweiß. Eine Möglichkeit, Hauyn zu erkennen, ist seine hellrote Fluoreszenz unter UV-Licht. Zumindest meine Stücke aus Kaiserstuhl und Eifel zeigen das.

Glück Auf!
Smoeller

Offline altes-gebirge

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #8 am: 11 Jan 08, 19:40 »
Hallo Smoeller,vielen Dank!Passt genau.Also was nettes fürs Auge aus/für meine Sachsensammlung.Kannst Du mir helfen das ich mal heut ein Foto hier rauflade?
Grüße
Marcus

Offline smoeller

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #9 am: 11 Jan 08, 19:48 »
Hallo,

Einfach auf "Erweiterte Einstellungen" unterhalb des Schreibfeldes (links) gehen, draufklicken und dann den Ort der Datei auf deiner Festplatte angeben. Mit Browse rechts neben diesem Feld kannst du den Ort der Datei suchen, dann die Datei mit Doppelklick anklicken. Danach erscheint die Datei in der Zeile. Nun kannst du auf Schreiben gehen. Aber kein Bild größer 256 kB. Das kannst du über die Bildgröße steuern.

Glück Auf!
Smoeller

Offline altes-gebirge

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #10 am: 11 Jan 08, 20:21 »
Hi Smoeller,vielen Dank.Ich hau mal jetzt am WE rein.
Schönen entspannten Freitagabend mit uns Sammlern hier.Or Whatever:
Bis bald
Marcus

P.S.Der Atlas ist echt ergiebiger als manche "Abonnierte"Zeitschrift!Dank Euch allen!Ohne Namen und Rangliste.  Einfach Danke für die Bereicherung!

Offline uwe

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #11 am: 11 Jan 08, 21:24 »
@Sebastian:

Das mit dem sächsichen Hauyn ist schon ein Hammer. Nun werde ich mal meine Stufen mit Phonolithmatrix aus HUW unterm UV-Licht ansehen. Eine Frage: Fluoresziert Hauyn im kurzwelligen oder langwelligem UV ?

Gruß
Uwe

Offline smoeller

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #12 am: 11 Jan 08, 21:49 »
Hallo,

@Uwe: Habe meine Stufen aus der Eifel mit einer handelsüblichen Langwellenlampe (Falschgeldprüfer) zum Leuchten gebracht. Seltsamerweise aber nicht so deutlich die aus den Phonolithen des Kaiserstuhls, bzw. die Fluoreszenz ist so schwach, dass sie von dem schlecht gefilderten Licht (viel violett) überstrahlt wird. Auch ein Stück von Hammerunterwiesenthal schimmerte zwar rotviolett, aber das könnte genauso gut das violette Lichtgewesen sein.

Glück auf!
Smoeller

Offline rene

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #13 am: 12 Jan 08, 21:45 »
Hallo
Das Stück kommt sicherlich aus dem Zittauer Gebirge. Die Größe ist aber wirklich Spitze. :o  Alles was ich bisher gelesen habe ist unter 1 mm. Würde ich auch gern mal finden wollen. ;D
In dem Buch "Minerale der Oberlausitz" steht bei Haüyn geschrieben : In den Phonolithen der Oberlausitz als Nebengemengeteil in der Grundmasse sowie als Einsprenglinge bis 2 mm ;  farblos bis blau ; selten auch als Nebengemengeteil der Basalte.

Bisher bekannte Fundorte : Bahruth - 1873
                                                      Bertsdorf - 1897
                                                      Eibau - 1978
                                                      Großhennersdorf - 1897 sowie 1978
                                                       Hörnitz - 1967
                                                       Johnsdorf - 1897 sowie 1898
                                                       Lückendorf - 1897 sowie 1898
                                                       Niederoderwitz - 1978
                                                       Oberoderwitz - 1873 / 1898 / 1978
                                                        Pethau - 1873 / 1897 /1898
                                                        Rennersdorf - 1873
                                                        Seifhennersdorf - 1898 / 1920
                                                        Spitzkunnersdorf - 1873
                                                        Tauchritz - 1939 / 1978
                                                       Walthersdorf - 1897 / 1978
Tschüss
Rene´

Offline Krizu

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Re: Hauyn aus Sachsen
« Antwort #14 am: 13 Feb 12, 16:05 »
@Uwe: Habe meine Stufen aus der Eifel mit einer handelsüblichen Langwellenlampe (Falschgeldprüfer) zum Leuchten gebracht. Seltsamerweise aber nicht so deutlich die aus den Phonolithen des Kaiserstuhls, bzw. die Fluoreszenz ist so schwach, dass sie von dem schlecht gefilderten Licht (viel violett) überstrahlt wird. Auch ein Stück von Hammerunterwiesenthal schimmerte zwar rotviolett, aber das könnte genauso gut das violette Lichtgewesen sein.

Hallo,

aus gegebenem Anlass habe ich einige Hauyn-Kristalle mit 365nm LW-UV bestrahlt und mal geschaut wie die leuchten. Alle stammen aus der Grube in den Dellen und die Untershciede sind deutlichst.

Hauyn aus Sachsen


Hauyn aus Sachsen



MfG

Frank