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Autor Thema: Schörl, Vesuvian, Hornblende - Unterscheidung  (Gelesen 1439 mal)

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Offline uwe

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Bei bestimmter Farbe und Aggregatform können Schörl, Vesuvian und Hornblende ein sehr ähnliches Erscheinungsbild zeigen (vor allem wenn man die Endflächen nicht sieht. Gibt es eigentlich eine Faustregel wie man diese drei Minerale (evtl. hinsichtlich der Entstehung oder Paragenese) visuell unterscheiden kann ? ...

fragt sich Uwe
« Letzte Änderung: 01 Sep 24, 15:23 von oliverOliver »

Offline grauwacke

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Re: Schörl, Vesuvian, Hornblende
« Antwort #1 am: 04 Jan 08, 01:26 »
Hallo Uwe,
Turmalin ist trigonal, hat daher einen im weitesten Sinne dreieckigen Querschnitt, wenn auch manchmal gerundet, Vesuvian ist tetragonal (Querschnitt quadratisch), Hornblende ist monoklin (Querschnitt parallelogrammförmig). Statt Endflächen also einen Querbruch suchen!
Paragenese: Vesuvian ist ein Kalksilicat, kommt also praktisch nur in umgewandelten Kalksteinen/ Marmoren vor.
Hornblende kann dort auch vorkommen, ist dann aber sehr hell (farblos bis hellgrün) gefärbt. Basaltische Hornblende und vor allem die Hornblenden der kristallinen Schiefer (Ötztal, Zillertal) sind schwarz bis dunkelgrün.
Turmalin als Schörl ist makroskopisch schwarz. Bis zur Untersuchung des Kristallquerschnitts hatte ich schon mal Mühe mit der Unterscheidung gegenüber Hornblende. Beise können etwa in Gneisen vorkommen. Turmalin in Kalksilicatgesteinen ist meist brauner Dravit. Die Unterscheidung von Hornblende ist unproblematisch aufgrund der Farbe, schwieriger wird es mit der Abgrenzung zum Vesuvian, da bleibt nur wieder die Betrachtung des Kristallquerschnitts.
Komplizierter ist das alles, wenn es nur unter dem Mikroskop stattfindet und aufgrund der dünneren Kristalle makrokopisch dunkle Farben heller und durchscheinend werden. Eifel-Micromounts sind allerdings nicht mein Gebiet.

Gruß
Grauwacke


Offline smoeller

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  • Diplom-Mineraloge
Re: Schörl, Vesuvian, Hornblende
« Antwort #2 am: 04 Jan 08, 11:27 »
Hallo,

Hornblende hat zudem eine charakteristische sehr gute Spaltbarkeit und zeigt oft gute Spaltflächen sowohl im Längsbruch (Kristall sieht wie gestreift aus) als auch im Querschnitt. Hier erkennt man unter dem Mikroskop einen Winkel von 120 ° zwischen den Spaltflächen.

Glück Auf!
Smoeller

 

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