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Autor Thema: Laune der Natur oder Werkzeug  (Gelesen 26226 mal)

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Offline caliastos

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #15 am: 18 Jan 08, 21:30 »
nun, wenn die sage schon älter ist, stellt sich die frage wie alt. denn an sich wandern steine nicht auf dem berg herum. aber alte kulturen haben durchaus vorlieben dafür gehabt. man schaue nur die ganzen monolithischen steinkreise, die moais usw. kann sein, daß der stein aus so ner zeit stammt.

Offline minuwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #16 am: 18 Jan 08, 21:53 »
Genau- ein Bild vom wahren Ursprung zu bekommen ist sehr mühsam. Manchmal hilft, alte Leute zu befragen, manchmal erinnert sich jemand. Manchmal weisen Namen von Wegen, Straßen, Gütern, Hügeln, Waldstücken auf eventuelle frühere Tätigkeiten wie Eisenverarbeitung oder Gesteinsabbau hin.

Ehemalige Eisenteile sind die abgebildeten Stücke nicht, dazu sind sie wieder zu sehr geröllmäßig und zu rot. Stark korrodierte Eisenteile sehen mehr gelb bis braunschwarz aus (was ich gesehen habe). Innen sind sie gammelig schwarzbraun (da ist das Eisen noch nicht so stark in Limonit umgewandelt und ist zum Teil noch magnetisch. Eher könnten Reste von Eisenschmelzerei in Frage kommen.

Theoretisch denkbar wäre magnetithaltiger Sandstein. Kenne zwar nur Limonit- und Hämatit- haltigen, aber magnetithaltigen kann es theoretisch auch geben. Es stand ja schon mal die Frage im Raum, wie die Dinger innen aussehen. Müssten innen deutlich dunkler sein, wenn magnetithaltig. Oder es sind eben magnetithaltige Basaltstücke. Denkbar, wenn auch recht unwahrscheinlich ist, dass es sich um Hämatitsandstein handelte, welcher von Menschen bereits geglüht wurde, so dass sich das Hämatit zu Magnetit reduzierte, wodurch er erst magnetisch wurde. Anschließend verwitterte die Randschicht wieder zu Hämatit/ Limonit. Aber das ist schon recht spekulativ.

Es wären mal Bilder von halbierten Stücken, also das Innere interessant.

Was die umherliegenden Blöcke betrifft, ist alles mögliche denkbar. Von Verwitterungsschutt über zerfallene oder zerstörte Bauwerke wie Wälle, seitwärts angelegte Lager abgebauter Steine, Formatierungsplätze (die habe noch keine Festplatten, sondern eben Blöcke formatiert  :D , ). Wenn in der Nähe ein Steinbruch war, ist das meistens zu erkennen, wenn er nicht völlig verfüllt wurde.

Also doch bissel Forschungsarbeit für's WE  :D

Glück Auf
Uwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #17 am: 18 Jan 08, 21:55 »
Hallo Caliastos,

ich komme aus der Nähe Miltenberg und unser Dorf sitzt auf dem oberen Buntsandstein 381,5 Meter, das weis ich jetzt, habe geologische Karte :D
Auffällig ist, das die Steine  in einer Höhe von 350 Meter (pi mal Daumen) erst anfangen Kreuz und Quer zu liegen
Eine besondere Anordung kann ich nicht sehen.

Was mir aber eben einfällt ist, das ich die Eisensteine vor fast 4 Jahren mit anderen Magnet anziehenden Steinen eingeschickt habe. Die Kügelchen besitzen Magnetit.
Sorry das hatte ich völlig vergessen. Da war ich noch Laienhafter als heute und konnte gar nix mit anfangen, heute nicht viel mehr;)

Was mir noch zu der Klinge einfällt ist, das am Hang wo die Erde weg gerutscht ist und der Boden zu sehen ist, gröllhaltiger Lehm ist. Nix mit Blocksteinen.  Wenn ich das auf der Karte richtig erkennen kann, ist das Ende der Klinge auf der Karte dort wo Quarzitischer Hauptbuntsandstein ausgezeichnet ist. Die Klinge fällt steil ab bis auf 273 Meter im Tal. Gegen Westen fällt die Gemarkung fast rund herum ins Tal. Ach und ein Kohlbach gibt es auch. hat er sein Name vielelicht von Kohle?Möglicherweise helfen diese Infos weiter.
Vielleicht fällt mir noch was ein.
Ich bedanke mich schon mal für eure Geduld, die ihr mir entgegen bringt
Maria

Samstag:noch eingefallen ......
@Caliastos
Es wird erzählt das in diesem Gebiet wo die Steine liegen, Sand geholt wurde.
In der gegengeseten Richtung, im Osten liegt Hang abwärts Lösslehm.
Auf der Karte als dl gezeichnet.
In nördlicher Richtung der Klinge liegt ein ähnlicher Schutthaufen auf dem Berg, (Laufradius von ungefähr 20 min) er ist nicht aufgetürmt sondern eher flach. Ab da gibt es dann erst einmal keine großen Steine mehr. In westlicher Richtung auf der anderen Seite des Berges gibt es weitere solche Steinquader. Einer hat den Namen Heunensitz. Ein Steinquader mit einem Abdruck als wäre ein Riese darin gesessen und daneben tiefe Kratzer als hätte er etwas "ausgebürstet".
Maria

« Letzte Änderung: 19 Jan 08, 13:42 von Druide »

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #18 am: 18 Jan 08, 22:05 »
Hallo Uwe,

ich habe alle alten Leute durch gefragt. da blieb keiner verschont ;D
Wenn geschmolze wurde, dann vor vielen Hundert Jahren.
Der "alte" Steinbruch liegt im Norden und ist als steilabfallendes Loch bekannt, das schon lange gefüllt wurde. Die Klinge wird nur erwähnt im Zusammenhang als "einfach vorhanden". Die war scho immer do ;)
Was ich jetzt erst erfahren habe ist, das der Berg neben der Klinge Weinberg heist.
Ich habe ab 1700 vieles durchwühlt was die Gemarkung betrifft. Aber von einer Eisenschmelze ist nichts bekannt. Auch nichts von Weinanbau.
Maria

Offline minuwe

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #19 am: 18 Jan 08, 22:25 »
Aha- Magnetit in den Kügelchen. Und Quarzit in der Nähe. Es könnte sich also um sogenannten Magnetitquarzit handeln. Das müsste aber jemand bestätigen, der die Gegend geologisch kennt, oder die Steine in die Hand nehmen kann. Magnetitquarzit ist, einfach ausgedrückt ein Gestein, welches aus Quarz und Magnetit besteht. Da du schon mal angegeben hast, der wäre recht hart, kann das passen.

Zitat
Ich habe ab 1700 vieles durchwühlt was die Gemarkung betrifft.
Nun kenne ich dein Alter!  ;D ;D ;D

Respektvollen Gruß
Uwe  ;D

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #20 am: 18 Jan 08, 23:27 »
Hallo Uwe

gut das ich nicht so alt aussehe :D
Die Steinchen sind unterschiedlich porös. Je dunkler um so härter. Meist sehen sie innen aus wie außen. Was mir aufgefallen ist, das manch umgebenden Steinchen, die nicht magnetisch sind eine schwarze "Rotznase" haben. Es ist kein größeres Geröll dabei ist. Alles Steinchen um die 1-5 cm.
Ja von den Steinchen habe ich keine mehr, die wurden gemahlen und als Gemälde verarbeitet:-) Ich müßte neue holen. Im Grunde kein Problem. Aber der Bauer hat inzwischen einen echt großen Schäferhund, der dort spazieren geht und recht unfreundlich ist.

Im oberen Bereich der Klinge fast am Ende befindet sich eine "Plattform" 2 m lang und halben Meter breit über den Daumen gepeilt:-) die aussieht als wäre sie zugeschüttet worden. Wenn ich die "Mauer" der Klinge so ansehe, könnte eine Schlammlavine in die Klinge "gerutscht sein. 
Ich wünsche noch einen schönen Abend
Maria
nein ich bin das nicht auf dem Bild ;)


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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #21 am: 20 Jan 08, 16:08 »
Hallo Uwe,
Zitat:
Es wären mal Bilder von halbierten Stücken, also das Innere interessant.

ich habe ein Bild gefunden, wo man die innere Fläche eines mag. Steinchens sehen kann. Rot eingekreist. Der Stein im grünen Kreis, solche waren besonders magnetisch. (Sie wurden von einem Magneten angezogen)
Maria



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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #22 am: 20 Jan 08, 16:26 »
...und noch was .....
Zu den Steinen im Wald habe ich noch eine Frage. Wenn die Sandsteinquader Verwitterungsprodukte wären, würden sie verwittern wie auf den Bildern?

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #23 am: 20 Jan 08, 16:28 »
Noch ein mögliches Puzzleteil des Gesamten ist möglicherweise die Flachsdarre.
Sie ist am Ende der Klinge wenigen Meter am Hang. Das Modell dieser Flachsdarre konnte ich bis her noch nicht ersichten. Half kein googeln und kein Buch

Der aufsteigende Wind leitete die Hitze der Glut vor der Röhre, direkt in die Grube, die oberhalb der Feuerung liegt. Auf der Grube lag ein Gitter auf der man den Flachs dörrte.
Wer hat Hinweise aus welcher Zeit die Darre stammen könnte und von welcher Kultur?

Danke für die Geduld
Maria

Offline smoeller

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #24 am: 20 Jan 08, 17:16 »
Hallo,

Könnte sich um eine Wüstung aus dem 30-jährigen Krieg handeln. Leider kenne ich mich jetzt speziell mit der Ortsgeschichte dort nicht genug aus, um das bestätigen zu können. Wüstungen sind während des Krieges gebrandschatzte Orte, die von den Überlebenden aufgegeben wurden. Es kann sich bei den magnetischen Steinen dann natürlich auch immer um Eisenreste handeln.

Glück Auf!
Smoeller

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #25 am: 20 Jan 08, 18:54 »
Hallo Smoeller,
Ich denke deine Antwort bezieht sich auf die Flachsdarre. Unser Gebiet war früher  kaum bewaldet und es wurde Flachs angebaut bis Ende 1800. Die Flachsdarre gehörte zu unserem Dorf.
Das letzet mal war sie im Krieg in Betrieb. Da mußten die Bauern Flachs anbauen wegen dem Leinen für die Soldatenuniformen. Unsere Chronik ist ab 1294 bekannt.
Warum ist die Darre hier nicht die "übliche Bauweise", kleine Darrhäuschen?

Das Bild ist aus der Sicht der Steine. Hatten die ein Ausblick bevor dort Wald angepflanzt wurde!!

Maria
 
« Letzte Änderung: 20 Jan 08, 19:53 von Druide »

Offline smoeller

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #26 am: 20 Jan 08, 19:05 »
Hallo,

Auch die anderen abgebildeten Sandsteinquader sehen bearbeitet aus. Könnten durchaus Reste von Gebäuden sein.

Glück Auf!
Smoeller

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #27 am: 20 Jan 08, 19:46 »
Hallo Smoeller,

hmmmm nun bin ich etwas ratlos. Das sind ja große Steine und in der Chronik wird nichts erwähnt das da ein Gebäude im größerem Ausmaß stand.
Wenn ich mir den alten verfüllten Steinbruch im Norden ansehe und ihn mit der Geokarte vergleiche, fläuft er dem quarzitischer Hauptbuntsandstein entlang.
Die Klinge geht durch den krobkörnigen Hauptbundsandstein und endet an diesem quarzitischer Hauptbuntsandsteinband, das den Berg umgibt.
Hätten die Menschen im krobkörnigen Hauptbundsandstein auch solch große Steinequader gefunden um sie zu bearbeiten ?

Verzeih die laienhaften Fragen. ;)
Maria



Offline Erik

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #28 am: 20 Jan 08, 20:02 »
Der quarzitische Hauptbuntsandstein ist relativ verwitterungsbeständig und hat, wie der Hauptbuntsandstein im Allgemeinen, eine dickere Bankung; deswegen ist es klar, daß solche Gesteine bevorzugt als Baumaterial verwendet wurden.

Die  Verwitterungsbeständigkeit des quarzitische Sandsteins hat natürlich auch einen Einfluss auf die Geländemorphologie - so lässt sich die Klinge rklären

Gruß, Erik

Offline Druide

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Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #29 am: 23 Jan 08, 16:04 »
Halli hallo,
ich habe noch eine Frage zu den magnetischen Sandsteinchen. Ich habe ein Bild gefunden auf dem man das Beigeröll aus dem Lehm sehen kann, der mit bei den magnetischen Steinchen lag. Viel größer ist das "Geröll" im Lehm nicht.
Gibt das Geröll auf dem Bild eventuell eine Auskunft über die Herkunft der magnetischen Sandsteinchen?

Danke für die Hilfe
Maria

 

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