http://www.phillisverlag.de/Kalender-Shop/Mineralienkalender/https://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.mineralbox.biz

Autor Thema: Laune der Natur oder Werkzeug  (Gelesen 26233 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #30 am: 11 Feb 08, 23:08 »
Hallo,
ich hätte da noch eine Frage zu den eisenhaltigen Sandsteinchen und seinem Nebengeröll.
Auf der Seite
Einzelobjektanzeige des Umweltobjektkataloges (UOK) Bayern der Klasse Kartenkatalog
habe ich das gefunden:

http://www.uok.bayern.de/static/Kartenkatalog/Kartenkatalog_1098.html

Karbon -  Perm; Oberrotliegendes:

(Untere- Rote- Sandsteinabfolge).
-  Feinkonglomerat bis Grobkonglomerat, eisenreicher
Sandstein
, Arkose, Tonschiefer, mit Einschaltung von
Steinkohle (Untere- Konglomeratabfolge)

Karbon -  Perm; Oberrotliegendes,
ist es eine Zeit in der ich eventuell dieses Sandsteingeröll ein ordnen könnte?

Danke für eventuelle Antworten und Gehör

Maria

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #31 am: 11 Feb 08, 23:43 »
by the way: rote sandsteine sind nur ein hinweis auf kontinentale bildungen, d.h. es muß nicht immer das rotliegende sein.

eisensandsteine gibt es jedenfalls nicht nur im perm, der miltenberger aber liegt so perm-trias, soweit ich weiß.

Offline Erik

  • ******
  • Beiträge: 2.156
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #32 am: 12 Feb 08, 08:43 »
Nein, dieser Eisensandstein kann nicht aus dem Perm stammen; das Perm wird bei euch von 500 - 600 m Buntsandstein überlagert.

Gruß, Erik

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #33 am: 12 Feb 08, 09:43 »
Hallo,

Würde das Gestein auch eher in den Buntsandstein stellen. Auch im Buntsandstein gibt es eisenreiche Bänke. Leider kenne ich die Stratigraphie in der Gegend nicht, sonst wäre vielleicht eine nähere Zuordnung möglich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #34 am: 12 Feb 08, 10:56 »
also das alter habe ich jetzt nur mal so hergenommen, da auf seite 2 der miltenberg buntsandstein erwähnt wird. der an sich liegt eigentlich, wie auch im web nachzulesen an der grenze perm-trias an sich 1 mio jahr nach ende perm, wenn man mal einen festen wert nimmt.

wenn, dann dürfte es kein miltenebrger sein. sondern einer der anderen eisensandsteine.

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #35 am: 12 Feb 08, 12:23 »
Hallo
danke das ihr euch die Mühe macht über meine Gemarkung nach zu denken.
Wenn ich mir die Wände der Klinge ansehe und das Gelände in betracht ziehe, erweckt es den Eindruck, als wäre eine große Schlammwelle  von Nord/Ost nach Süd/Westen geschwappt.

Auf der geologischen Karte ist ab der Klinge
 SMs zu finden oberhalb So. Auf der Ebene ganz oben wo das Dorf steht befindet sich Löss und Löslehm.
Ich habe mir die Mühe geamacht und habe das Gelände der Klinge unter Wasser gesetzt. Ist vielleicht laienhaft aber das benötige ich für meine Phantasie :-)
Das Wasser fliest gegen Miltenberg.
Müßte ich jetzt wohl auf der Karte schauen, welcher Grund sich in nordöstlicher Richtung befindet?!
Irgendwo muß ja der eisenhaltige Sandstein her kommen.

Die Fliesrichtung erklärt aber nicht warum die Klinge ohne Übergang abrupt anfängt
Und außgerechnet dort in der Klinge befinden sich die großen Sandsteinquader und an dem Rand. Ich habe mit den zuständigen Behörden gesprochen.

Nach ihrer Ansicht ist und bleibt es eine natürliche Klinge.
Und da regt sich mein Widerstand ungemein.

Wäre es die einzige Klinge die so ihren Anfang hat, na ja...
aber ich kenne bestimmt noch zwei dieser Erscheinungen.  Und an diesen Stellen befinden sich ebenfalls die Steinquader, oberhalb der Klinge und in der Klinge.
Aber besonders an der orts nahen Klinge, kann man die Steinhalden  am oberen Rand besonders gut erkennen.
Was ich die ganze Zeit übersehen habe ist ein tief eingefahrener Weg (Hohlweg?), der an den Rand der Klinge geht.

Könnte es nicht letztendlich doch eine Klinge sein in der etwas heraus geholt wurde?
Steinequader  oder eisenhaltige Steine.

Wer hat eine Idee für mich? Bin für jeden Tip dankbar.
Maria

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #36 am: 12 Feb 08, 16:33 »
Hallo Maria,

meist sind geologische Zusammenhänge derart komplex, dass es oft sinnvoll ist, mit einem Geologen vor Ort das Gelände zu begehen, oder einen zu befragen, der das schon getan hat. Selbst Karten sind da im kleinteiligen Bereich nicht so genau. Sollte dich aber nicht hindern, hier zu fragen.

Die Frage, ob die Klinge ein Bruch ist oder natürliche Bildung, lässt sich gut vor Ort untersuchen. Denn Geländeform, eventuelle Spuren von Gesteinsabbau oder Erosion und so weiter verraten dann meistens einiges. Es kann auch sein, dass eine natürliche Vertiefung durch Gesteinsabbau teilweise oder vollständig überformt und erweitert wurde. So etwas muss man selbst sehen, um eine Meinung zu finden.
Die Kluft in dem Moos- bewachsenen Stein kann eine Spur menschlicher Tätigkeit, aber auch eine ausgewaschene Mineralkluft (Ton, Calcit, Limonit oder weniger verfestigtes Gestein usw.) sein. Manchmal lässt sich mehr erkennen, wenn man solche Steine vollständig reinigt, wie es die Archäologen tun. Dann kann man ggf. Bearbeitungsspuren erkennen.  Spachtel, Brechstange zum Umwenden, Grabungswerkzeuge, Bürste, Drahtbürste leisten hier Dienst. Der Verwitterungsgrad scheint hier aber stark fortgeschritten.

Gruß
Uwe




Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #37 am: 12 Feb 08, 17:52 »
Hallo Uwe,
ich habe die ganze Klinge schon zerlegt.
Mit dem zuständigen Geologe hatte ich schon telphoniert. Mache ich jetzt noch mal, da ich weis das es in der Klinge eisenreiche Sandsteinchen sind.
Die Löcher im Stein habe ich auch schon gebürstet und gereinigt. Das sind keine Mineralienspuren. Die selben konischen Löcher sind auch an einem anderen Stein zu finden.
Danke für deine Antwort. 

Maria

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #38 am: 13 Feb 08, 06:39 »
Halli Hallo,
hier mit findet die Suche nach den Spuren der Flachsdarre und der Klinge nun ein Ende.
Ein Mitglied des Mineralienatlas hat mir Hinweise für eine logische Erklärung gegeben.
Für mich auf jeden Fall stimmig
Die Auflösung des Rätsels

Die Halden können den Transport gedient haben,die Steine wurden auf diesen durch unterhebeln von Holzstangen gerutscht.
Die Flachsdarre können Feldschmiedefeuer sein.Da beim Steine zuschlagen die Meisel schnell stumpf wurden,hat man diese gleich an Ort und Stelle wieder ausgeschmiedet.In den Gruben hat also ein Holzkohlefeuer gebrannt.


Ich möchte mich nochmals recht herzlich bei allen bedanken, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen.

Maria

Online stoanklopfer

  • ******
  • Beiträge: 2.335
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #39 am: 15 Feb 08, 01:57 »
Zitat
rote sandsteine sind nur ein hinweis auf kontinentale bildungen

Hallo caliastos,

diese Bemerkung ist nicht richtig. Ich weiss, bis vor einigen Jahren war dies Meinung recht verbreitet (manche vertreten sie heute noch), aber so einfach ist diese Sache nicht. Es gibt auch durchaus marine Sandsteine mit roter Farbe, auch die Diagenese (mit Hämatitbildung etc.) muss berücksichtigt werden, das Thema ist fast grenzenlos...

Stoanklopfer
« Letzte Änderung: 15 Feb 08, 02:00 von stoanklopfer »

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #40 am: 15 Feb 08, 05:57 »
Hallo,
vielleicht helfen ja die Bilder um etwas über marine oder kontinentale Bildungen aus zu sagen. Der rote Sandstein ist voller Bohrwurmlöcher. Keine Ahnung bin nur Laie und beobachte.
Ich finde das Richtung Osten ein See lag. Das Gelände fällt nach dem Steinbruch ab.
Außerdem gibt es nördlich im Steinbruchs viele Steinbrocken die heraus wittern und grün (Claukonit? nennt sich das so?) rot gefärbt sind.
Und ich habe in dieser Ecke eine Blase Kaolin gefunden.
Durch den Lehrgang Eisen und Sandstein im Forum, weis ich jetzt das Richtung süd/west weiter Eisensandstein zu finden ist. Er liegt oberhalb der Mulde wo ich in der Vergangenheit ein See sehe. Dank Erik ist nun auch bekannt das die angeblichen magnetit haltigen Sandsteine,
Sandsteine mit viel Eisen sind , die von einem Magneten angezogen werden. Sie fand ich in westlich des Kammrückens. Wir liegen 381 Meter hoch.
Maria


Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #41 am: 15 Feb 08, 11:13 »
Also BIFs oder Diagenetische Sandsteine meine ich nicht.  BIFs sind ja Sonderfälle, deren Eisen durch den Sauerstoff später oxidiert wurde. Diagenetische Sandesteine befinden sich bereits in der Umwandwandlung.

Wenn man nur sedimentäre Sandsteine nimmt, dann wird das wieder enger.

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #42 am: 15 Feb 08, 13:21 »
Hallo Caliastos,
hat etwas gedauert mußte erst googeln um dich richtig zu verstehen ;)

Zitat:Calistro
Wenn man nur sedimentäre Sandsteine nimmt, dann wird das wieder enger.

Die Bilder oben vom Steinbruch sind dann wohl die Bifs

Das habe ich  hier:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Sediment?redirectfrom=sediment%E4r
gelesen:
Sedimentite entstehen u.a. in den Mündungsbereichen von Flüssen und Strömen. Im küstennahen Bereich lagern sich die groben Schüttungen ab, im küstenfernen Bereich die leichten, feinen Schwebstoffe.
Die eisenhaltigen Sandsteine behaupte ich jetzt ganz einfach sind verlagerte Sandsteine. Im Steinbruch selbst habe ich noch keinen Sandstein gefunden, den man Eisenstein nennen könnte.

Also doch ein grenzenloses Thema
Maria

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #43 am: 15 Feb 08, 14:38 »
naja, BIFs sind älter. die sind entstanden als der O2-gehalt der atmospähre nicht für die oxidation reichte. daher liegt das zeug als eisen pur vor. das zeug verwittert aber sobald sauerstoff hinkommt, also rostet quasi. vorkommen vor allem in alten kratonen, da das ganze mehrheitlich präkambrisch ist. also keine chance bei uns.

sedimentäre rote sandsteine enthalten an sich immer eisenverbindungen in oxidierter vor. da man dafür aber logischerweise sauerstoff braucht um um derartige mengen zu produzieren, wird man sich in der tiefsee und den reduzierenden bedingungen schwer tun eisen zu oxidieren. gegen eintrag vom festland sagt keiner was, allerdings muß das schnell gehen und schnell luftdicht verpackt werden. viel zu selten. flachwasserbereiche mit hoher schüttungsrate wie z.b. flußeinmündugnen, bereiche mit starkern strömungen sind dahingegen besser dran.

sedimentgesteine entstehen überall. alles was nicht magmatisch oder metamorph ist, ist ein sediment. nimm die sahara. der sand dort ist durch den eisengehalt rötlich. verfestigt sich das äolische sediment mit der zeit haste einen roten eisensandstein, der vorwiegend quarz enthält. sedimente an sich sind limnisch fluviatil, äolisch, glazigen oder marin.

küstennah hat man starke strömungen, die große komponenten bewegen können. daß selbige nicht üblicherweise 100km auf offener see vorkommen ist an sich verständlich (außer man hat olitostrome, turbidite usw.). dort lagert sich das feine, tonige material + das organisch gebildete ab. daher vorwiegend feinkörnig.

eisenreiche sandsteine sind im grunde nur sandsteine, die eine rostschicht haben. der eisengehalt kann dabei +/- hoch sein, aber das eisen reichert sich aber durch andere prozesse während der diagenese an bzw ab. kann so weit gehen, daß man richtige eisenlagen hat (könnte da einen eisensandstein aus dem dogger mal zeigen).

Offline minuwe

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.137
Re: Laune der Natur oder Werkzeug
« Antwort #44 am: 15 Feb 08, 14:45 »
Hallo,

Zitat
Dank Erik ist nun auch bekannt das die angeblichen magnetit haltigen Sandsteine,
Sandsteine mit viel Eisen sind

Dürfte wohl ein Missverständnis sein. Wenn der Magnet anschlägt, ist er natürlich magnetithaltig. Reines Eisen kommt im Sandstein nicht vor, sondern als Oxide mit Sauerstoff gebunden . Also Magnetit, Hämatit, Limonit oder Goethit. Man sagt nur gelegentlich: "eisenhaltig", stimmt ja auch, nur dass es eben kein gediegenes Eisen ist, sondern als Verbindungen vorliegt. Es gibt in seltenen Fällen aber auch gediegenes Eisen, z. Bsp. in Basalten.

Glück Auf
Uwe

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center