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Autor Thema: keine Vergrößerung angeben  (Gelesen 5835 mal)

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Offline berthold

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keine Vergrößerung angeben
« am: 17 Jan 08, 09:49 »
Hallo,

immer wieder sehe ich, dass ein Bildmaßstab in Form einer Vergrößerung angegeben wird. Ich möchte darauf hinweisen, dass eine solche Zahl ohne weitere Bezugsgröße nutzlos/sinnlos ist. Da steht z.B. 10-fache Vergrößerung. Wie groß ist die Bidbreite dann? Also, wenn ich das Foto meinem Laptop ansehe, wird es mit ca. 26cm Bildbreite dargestellt, auf meinem PC-Monitor ist es ca. 17cm breit (klar, da habe ich höhere Auflösung). Bei 10-facher Vergrößerung wären das also 1,7 bis 2,6 cm Bildbreite im Original. Nach meiner Schätzung dürfte die tatsächliche Bildbreite aber so um 3-4mm liegen.

Woher kommt also die Angabe 10-fach? Ich denke, aus grauer Vorzeit, als Abbildungsmaßstab Objekt zu Film. In der Zeit als 24x36mm Kleinbildfilme Standard waren, war das noch verständlich oder nachvollziehbar. Nur, wie ist das heute? Wenn man nicht dazuschreibt wie groß der Sensor war - witzlos. Bei Bildausschnitten witzlos. Bei den zurzeit auf dem Markt angebotenen 10-Megapixelkameras variieren die Sensorgrößen von 7,2 x 5,3 mm (1/1,8") bis hin zu 28,1 x 18,7 mm, meine DCS14n hat sogar 36x24mm (Vollformatsensor). So ist ein Unsicherheitsfaktor von 5 gegeben, was bedeutet, dass ein Kristall 2mm oder 1cm sein könnte.

Präzise(r) sind Angaben der Bildbreite oder der Kristallgrößen. Zwar habe ich oft den Eindruck, dass die (oft mit unterschiedlicher Qualität) geschätzt werden, doch ist das noch allemal besser.

Gruß
Berthold

Offline guefz

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #1 am: 17 Jan 08, 22:28 »
Hallo,

ich habe sowohl mit meiner alten Kamera als auch mit der neuen Kamera vor allen Mineralien-Aufnahmen erstmal Testaufnahmen mit allen vorhandenen Optikkombinationen gemacht. Als Fotoobjekt nutze ich dabei ein kleines Stahllineal mit 0,5mm Teilung, was auch bei sehr starker Vergrößerung durch das Mikroskop noch recht genaue Angaben über die Bildbreite erlaubt. Schätzen muss ich eigentlich nur wenn ich eine Aufnahme mit der Kamera ohne Zusatzoptik mache und dabei nur einen Teil einer größeren Stufe abbilde. In solch einem Fall ist aber wohl etwas mehr Toleranz bei der Angabe der Bildbreite zu verschmerzen.

Günter

Offline berthold

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #2 am: 18 Jan 08, 08:51 »
Hallo Günther,

ja, das ist natürlich eine praktische Methode (ich habe früher Milimeterpapier genommen, heute nehme ich auch ein Präzisions-Stahllineal).  Was weniger schön ist, wenn das Lineal mitfotografiert wird (und einen erheblichen Teil des Bildes einnimmt). Kurios, nein peinlich, wenn durch optische Verzerrung das Kineal zur "Banane" wird. Auch von Streicholz, Zigarettenschachtel, Münzen und sonstigem Hausrat möchte ich abraten.

Gruß
Berthold

Offline guefz

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #3 am: 18 Jan 08, 16:45 »
Auf den Testfotos ist natürlich nur das Lineal und auf den Mineralienfotos nur das Mineral  ;)
Für Bildausschnitte >3mm ist sicher auch Millimeterpapier oder ein normales Lineal ausreichend genau. Wenn das dann alles dokumentiert ist, kann man später bei allen Fotos mit dem gleichen Aufbau die Bildbreite dabeischreiben. Bei Bildausschnitten lässt sich mit Hilfe des Verhältnisses der Pixelzahlen auch eine Breite angeben (so man den Dreisatz beherrscht  ;D )

Günter

Offline MichaelP

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #4 am: 18 Jan 08, 20:29 »
Aus den Größe des Kamerachips, der Vergrößerung des Kameraadapters und des Objektives sowie dem Zoomfaktor lässt sich die Bildbreite leicht errechnen.
Ich habe mir zu diesem Zweck eine Tabelle erstellt, aus der ich sofort ablesen kann, bei welcher Vergrößerung welche Bildbreite vorliegt.
Im Lexikon habe ich das alles mal unter der Seite http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Sichtfeld zusammengefasst.

Viele Grüße
Michael

Offline berthold

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #5 am: 18 Jan 08, 20:48 »
Hallo Michael,

ja, schön und richtig *).

Mir ging es nur darum dass ich immer wieder Bilder im Lexikon gesehen habe mit dem Vermerk "Vergrößerung x-fach". Und ohne weitere Angaben -und da wirst Du mir zustimmen- ist das nutzlos.

Ich hoffe, dass jetzt nicht irgendwer Größe des Kamerachips, Vergrößerung des Kameraadapters und des Objektives sowie dem Zoomfaktor angibt, die Bildbreite alleine tut es nämlich auch.  ;)

Gruß
Berthold

PS.: nur nicht ganz vollständig: höhere Sensorauflösung führt -bei gleicher Wiedergabeauflösung-  zu größeren Bildern, sprich, zu stärkerer Vergrößerung.

Offline MichaelP

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #6 am: 18 Jan 08, 21:11 »
Hallo Berthold,
hast vollkommen Recht. Die alleinige Angabe der Vergrößerung bringt nicht viel.
Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn meiner Mineralienfotografiererei nicht wusste, wie man die Bildbreite ausrechnet.
Und ich denke, das geht anderen Fotografen auch so. Möglicherweise ist das der Grund, warum die Bildbreite nicht angegeben wird.
Hoffentlich wird das jetzt mit diesen Formeln besser.
Noch schlimmer finde ich, dass viele, möglicherweise sogar die meisten Bilder überhaupt keine Größenangabe haben.
Daher hatte ich an anderer Stelle schon mal vorgeschlagen, die Größenangabe zum Pflichtfeld beim Bilderupload zu machen.
Das die Sensorauflösung Einfluß auf die Vergrößerung hat, ist mir nicht bekannt.
Kannst Du mir da Informationen per PM zukommen lassen, oder die Seite selber entsprechend ergänzen ?
Viele Grüße
Michael

Offline berthold

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #7 am: 18 Jan 08, 21:48 »
Hallo Michael,

Zitat
Das die Sensorauflösung Einfluß auf die Vergrößerung hat, ist mir nicht bekannt.

Das einzige Kriterium wie groß ein digitales Bild ist, ist die Breite mal Höhe in Pixel. (Manchmal wird auch eine Größe in Zentimeter bei XYZ dpi angegeben, kommt aber mit einer kleinen Rechenaufgabe auf's Gleiche raus).

So, nun hat man bei ansonsten gleichen optischen Einstellungen einen Sensor mit sagen wir mal linear doppelter Auflösung. Der produziert dann ein (linear) doppelt so großes Bild. Alles klar ? 

Gruß
Berthold

Offline MichaelP

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #8 am: 18 Jan 08, 22:09 »
Hallo Berthold,
vielleicht reden wir von verschiedenen Dingen.
Das Bild einer Kamera mit höherer Auflösung ist natürlich größer, als das Bild einer Kamera mit niedrigerer Auflösung.
Aber die reelle Bildbreite, also das, was da abgebildet wird, ist auf dem großen Bild genau so groß, wie auf dem kleineren Bild.
Richtig ?
Viele Grüße
Michael

Offline Helmi

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Re: keine Vergrößerung angeben
« Antwort #9 am: 28 Jan 08, 19:37 »
Hallo,
Ich habe mir für Mikroskopaufnahmen für jede Vergrößerung Maßstabsbilder angefertigt. Zunächst  habe ich die dünnste mir zur Verfügung stehende (d = ca. 0,1 mm) Angelsehne eng auf einen Nadel gewickelt. (musste mir natürlich als Angler einfallen) und die Anzahl der Windungen pro cm bestimmt.  Diese habe ich unter das Mikroskop gelegt und bei jeder Vergrößerung abfotografiert. Mit Hilfe dieser Bilder habe ich in Balkendarstellung transparente Massstabbilder im Bildverarbeitungs-programm erstellt. Diese kopiere ich dann in die jeweilige Aufnahme vom Gestein . Große Steine lege ich einfach neben ein Lineal auf einer Unterlage mit Gitterdekor (genoppt u.ä.). Damit kann man dann im Bild die Ausmaße exakt bestimmen (auch in der Tiefe)
Helmi


 

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