Glück Auf!
Bei meiner letzten Namibiareise war ich unter anderem im Skelettküstengebiet im Bereich des Skeleton Nationalparks wandern. Achate sieht man quasi reichlich überall dort wo die Basalte aufgeschlossen sind, zum Beispiel die ganze Gegend um Terrace Bay. Südlich von Terrace Bay gibt es sogar Gegenden wo man vor lauter Achat den Basalt nicht mehr sieht (das ist kein Witz und keine Übertreibung sondern selbst erlebte Realität). Viele dieser Achate sind aber verwittert und Zerfallen. Da der Anteil der Achate mit Uruguay-Bänderung in der Gegend sehr hoch, zerfallen die Achate in haufenweise Scheiben. Man läuft quasi auf einem Achatparkett. Man sieht aber auch viele unbeschädigte Achate, teilweise mit orangen und gelben Bändern. In Regionen wo granitische Gesteine vorherschen findet man zwar reichlich Pegmatitgänge, aber nur wenig sedimentäre Ablagerung mit fast gar keinen Achaten. Wenn Hohlrräume in den Pegmatiten zu sehen waren, so waren sie immer auch genauso sandgestrahlt wie alle anderen Steine und Felsen. In der Gegend um das Uniab-Delta scheit es nur sehr wenige Achate zu geben, da in den dortigen mächtigen Sedimentablagerungen, in die sich der Bach eingeschnitten hat, nur selten mal ein Achat zu sehen ist. Die Ausbildung der Achate kann in den Gegenden wo sie Vorkommen auf engstem Raum sehr unterschiedlich sein. nördlich von Terrace-Bay sieht man sehr helle, farblose Achate mit dünnen weißen Bänderungen und gleich daneben auf wenigen hundert Quadratmetern dunkelblaue, fast schwarze Achate mit dünnen, weißen oder gelben Bänderungen. Die meisten Achatvorkommen in den Basaltgesteinen sind nicht durch Transportprozesse umgelagerte Vorkommen. Wenn man da so durch die Landschaft, auch nördlich von Terrace Bay, läuft sieht man an manchen Stellen auf wenigen Quadratmetern plötzlich eine enorme Häufung von Achaten, wie Nester im Gestein und dann wieder lange nix. An einigen Stelle findet man auch Drusen mit Bergkristall, Rauchquarz und Amethyst als kurzprismatische Kristalle. Ich habe auch ein Stücke Skolezit (gelb-orange bis weiß) gesehen. Man sieht auch dunkel-grasgrünen Chalcedon (nicht gebändert und kein Chrysopras) und roten, fast glasigen Basalt. Es ist aber kein Jaspis, da man die Körnung des Gesteins noch erkennt.
Hier im Mineralienatlas sind auch einige Achate abgebildet mit der Fundortangabe Skelettküste
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Namibia. Ich will nicht behaupten dass die Fundortangabe falsch ist, da ich auch nicht die gesammte Skelettküste kenne, aber dieses Aussehen ist für ein anderes Fundgebiet sehr typisch, wo ich auch wandern war. Die Gegend zu der die Achate sehr gut passen liegt um und vor allem südlich von Palmwag. Palmwag liegt östlich vom Skeleton Nationalpark aber für viele wird es aufgrund des gut bekannten Namen zur Skelettküste gezählt. Das ist aber aus zwei Gründen ungüstig. Zum ersten ist die Gegend um Palmwag kein Nationalpark mehr und meistens auch frei zugänglich, so dass man da ohne Probleme Achate einsammeln kann. Zum anderen ist es als Fundortangabe schon recht ungenau.
Und wo wir gerade bei Achaten aus Namibia sind. Am Tafelkopf in den Goboboseb-Bergen bei den berühmten Quarzfundstellen gibt es auch Achat. Die meisten sind sehr klein, unter 1 cm. Selten sieht man mal größere Achate (5 cm). Garantiert gibt es da auch Gegenden mit mehr und besseren Achaten, hatte aber vor lauter Bergkristallen vor der Nase keine Zeit für ausgedehnte Rundgänge. Am Grootberg (östlich von Pamwag) findet man auch Achate. Ansonsten kann man sich auch einfach das Verbreitungsgebiet der Basalte ansehen. Auf den Fahrten zwischen den Fundstellen wurden auch regelmäßig Pausen eingelegt. Wenn das Gestein basaltischer Natur war, hat man über kurz oder lang auch den einen oder anderen Achat gefunden. Sie waren aber nicht immer mitnehmenswert.
Glück Auf!
Felsenmammut