Hallo Volkmar
sobald wir dazu die wissenschaftlich und historisch haltbare Erstbeschreibung, den Autor und das Jahr haben, können wir die IMA ja bitten, die Typlokalität zu ändern.
Es gibt in der Geschichte der Mineralogie massenhaft Erstbeschreibungen, was jedoch nicht unbedingt oder nur unter Vorbehalt zur eigentlichen Typlokalität führte. Letztlich ist es fast immer eine Frage, wer beschrieben hat, wie dessen Glaubwürdigkeit war und - vor allen Dingen - wie diese Beschreibung von den kokurrierenden wissenschaftlichen Kollegen akzeptiert wurde.
Sehr ähnliche Geschichten zur "Erstentdeckung" eines Minerals sind Vanadinit (2x erstentdeckt) und Morganit ( 5 x erstentdeckt) ; kannst Du ja mal in den Portraits nachlesen.
Im übrigen ist der Erstentdeckungort völlig irrelevant zur Typlokalität. Schon der alte Römer Plinius hat im 1. Jh. in seiner berühmten "Naturalis Historia" an die 50 Mineralien mit ihren damals bekannten Vorkommen beschrieben - ohne dass bis heute auch nur ein einziger dieser Orte, Lagerstätten oder Gruben als Typlokalität bestätigt wurde.
Es ist auch komplett irrelevant, wer zuerst was beschrieben hat - was zählt, ist einzig und allein, wer oder welche wissenschaftliche Institution letztlich über die Vergabe der Typlokalität entschieden hat (wobei nicht selten subjektive Entscheidungen getroffen wurden, sei es zugunsten eines Beschreibers ( der nicht der erste gewesen sein muss), , eines Ortes oder eines Mäzens.
Gruß
collector