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Entstehen beim Uran-Zerfall neue Mineralien ?

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berthold:
Hallo,

naja, ich glaube dass wir Mineralneubildungen durch radiogenes Blei vergessen können. Das (häufigste) Uran-Isotop 238U zerfällt in 4,468 Milliarden Jahren erst zur Hälfte zu 234Th. Ich möchte den Mieraliensammler sehen, der so alte Uranmineralien in seiner Vitrine hat. Es muss ja ein geschlossenes System sein, einmal über die Öffnungstemperatur Mobilität tritt ein.

Nein, ich denke die kleinen Promillesätze stören das Gitter zwar etwas, aber so mobil werden die radiogen gebildeten Blei-Atome sicher nicht sein (und warum sollten die auch zusammenwandern?), dass  z.B. Galenit kristallisieren könnte, vom Schwefel mal ganz abgesehen.

Gruß
Berthold

smoeller:
Hallo,

@Trommeln: Wenn man Quecksilber mit Neutronen beschießt, erhält man Gold. Es ist allerdings so, dass die Menge sehr gering ist. Praktisch sind immer einzelne Atome betroffen.

Ansonsten: Bei Raumtemperatur und auch in den an der Erdoberfläche relevanten Temperaturen ist die Diffusionsgeschwindigkeit von Blei in den geologisch relevanten Uran-/Thorium-mineralen (Zirkon, Monazit, auch Pechblende) sehr gering. Deshalb wird man kaum eine größere Anreicherung radiogener Isotope wie 204-Pb, 207-Pb oder 208-Pb erhalten. Erst bei über 300 °C sieht dies anders aus. Kaum ein Uranvorkommen erlebte aber derart hohe Temperaturen.

Es kommt zu Gitterdefekten, wobei das Pb im Gitter oft die Stelle der Mutterisotope annimmt. Die Defekte entstehen unter anderem durch unterschiedliche Wertigkeiten und Ionenradien.

Anders ist dies beim Radon, das als Gas auf Rissen und Kristallbaufehlern diffundieren kann.

Glück Auf!
Smoeller

minuwe:

--- Zitat ---so alte Uranmineralien
--- Ende Zitat ---
...ein Stichwort für das, was man den Zerfallsprozessen dennoch abgewinnen kann (und abgewinnt): die Nutzung für die Geochronologie (Altersbestimmung). Der große Vorteil ist dabei, dass die Zerfallsprozesse unabhängig von anderen geophysikalischen Einflüssen wie z. B. Temperatur oder Druck konstant verlaufen und entsprechend verlässlich sind.

Also keine "Zerfallsreihe" in der Sammlung, dafür aber ein gut bestimmtes Alter des Stückes (wo es bestimmbar ist!) an der Schachtel.

Glück Auf
Uwe

Hg:

--- Zitat von: smoeller am 14 Feb 08, 16:13 ---.........Deshalb wird man kaum eine größere Anreicherung radiogener Isotope wie 204-Pb, 207-Pb oder 208-Pb erhalten. .......

--- Ende Zitat ---

aus welcher Zerfallsreihe soll denn Pb-204 kommen  ???

@Schluchti
Quecksilber kommt nicht in den nätürlichen Zerfallsreihen vor. Auch als Spaltprodukt wird man es kaum finden, da die Spaltausbeuten für Quecksilber ganz miserabel sind.

Gruß
Andreas

berthold:
Hallo smoller,


--- Zitat von: smoeller am 14 Feb 08, 16:13 ---Deshalb wird man kaum eine größere Anreicherung radiogener Isotope wie 204-Pb, 207-Pb oder 208-Pb erhalten. Erst bei über 300 °C sieht dies anders aus. Kaum ein Uranvorkommen erlebte aber derart hohe Temperaturen.
--- Ende Zitat ---

- Du meinst 206Pb

Ich kann mir irgendwie eine Anreicherung (unabhängig von der Temperatur) überhaupt nicht vorstellen. Die Isotope haben doch (wenn) die gleiche Ladung, warum sollten die in einem Gitter ausgerechent zusammenwandern - wo sie sich doch ladungstechnisch gesehen- abstoßen?

Gruß
Berthold

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