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1. Klinge , ein nur noch im g. L. einiger Gegenden übliches Wort, welches sowohl den Begriff der Erhöhung, als auch den damit verwandten Begriff der Vertiefung hat.
1. Der Höhe, in welchem Verstande es noch hin und wieder einen Hügel bedeutet, besonders in den eigenthümlichen Nahmen mancher Oerter, Kaltenklingen, Klingenau, u. s. f.
Schon bey dem Ulphilas ist Hlaina, im Schwed. Klint, Klett, und im Jßländ. Klettur, ein Berg, Hügel; wohl nicht von klettern, klimmen, Schwed. klaenga, weil man solche Oerter hinan klettern muß, sondern ohne Zweifel, so fern alle diese Wörter den Begriff der Verbindung haben, eine Masse mehrerer mit einander verbundener Theile zu bezeichnen. Siehe Pfeil-IconKlunker.
2. Der langen Vertiefung. Ein enges zwischen Bergen gelegenes Theil, besonders im Oberdeutschen. Das Schloß liegt auf einem Horn des Berges Blauen, da kommt man durch diese Klingen, Wurstisen bey dem Frisch. Um Mittag kamen wir auf Höhen, und hatten unter uns eine fast tiefe und enge Klinge, Felix Faber, eb. das. Gebirg, Klingen und wüste Wälder, Hans Sachs. Ein Bach heißt bey dem Ottfried im männlichen Geschlechte ein Klingo, bey dem Notker aber im weiblichen Chlinga. Die von starken Regengüssen ausgerissenen Vertiefungen, besonders an abhängigen Orten, heißen im Oberdeutschen Klingen, an andern Orten Schluchtern. Die kleinen flachen Canäle fließenden Wassers, worin die Brunnen=Kresse erzeuget wird, sind in Thüringen unter dem Nahmen der Klingen, im g. L. der Klinkern, bekannt, und in Franken heißen die Gräben, welche das Wasser aus den Weinbergen ableiten, Klingen.
Im Nieders. ist Klinke, eine Falte in der leinenen Wäsche, ingl. ein winkeliger Schnitt oder Riß, Klinkenmanen, in Falten gelegte Aermel, klingen, klinken, einklinken, in Falten legen. Es scheint in bieser Bedeutung mit dem Worte Klinse, Klunse, eine Spalte, ein Riß, von klieben oder klaffen abzustammen; wo es nicht vielmehr unmittelbar zu dem vorigen Worte gehört, indem die meisten Wörter, welche eine Höhe bezeichnen, auch eine Tiefe bedeuten; wie Wall und Vallis, Bak, Deich und Teich, Damm, Kimme, Katze, und viele andere mehr.
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Quelle:
http://www.kruenitz1.uni-trier.de --> "1. Klinge"