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Autor Thema: Kristalle aus klüften  (Gelesen 5087 mal)

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Offline geodenfreund

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Kristalle aus klüften
« am: 13 Mar 08, 14:53 »
Hallo,

Ist jetzt mal ne blöde Frage aber wie genau bekomme ich die Kristalle aus den Klüften heraus??
Setzte ich direkt am übergang zum gestein an oder sollte ich das umliegende Gestein bearbeiten bis ich es samt Kristall heraus nehmen kann??

MfG Chris

Offline thothie

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #1 am: 13 Mar 08, 15:09 »
Du solltest das angrenzende Gestein auf Rissbildungen untersuchen und dort den Meißel ansetzten. Wenn man zu dicht an der Anwachsstelle kloppt, bekommt man meist nur Bruchstücke der Stufe heraus.

Haldenschreck

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #2 am: 13 Mar 08, 17:28 »
hallo,
am reizvollsten sieht es immer aus, wenn du auch die matrix (=nebengestein) auf einer stufe hast. freigwachsene quarz-kristalle z.b. sehen auf/mit gestein besser aus als nur auf einer groben quarzschicht. also: immer so weit weg wie möglich von den kristallen klopfen und gestein mitnehmen. ich weiß, ich weiß, gerade bei großen klüften ist das nebengestein gerne im 90-grad-winkel zur kluftachse, da ist dann erfahrung angesagt, will man nicht alles zerbröseln.

haldenschreck

Offline geodenfreund

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #3 am: 13 Mar 08, 17:38 »
Danke,

neue Frage was ist der Unterschied zwischen Quarzkristallen (normal) und Hochquarzen??

MfG Chris

Offline guefz

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #4 am: 13 Mar 08, 18:19 »
Das bezieht sich auf die Druck- und Temperatur-Verhältnisse bei der Entstehung der Kristalle.

Günter

Arminius

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #5 am: 13 Mar 08, 21:54 »
Hallo!

Bei generellem Interesse:
Eine sehr gute und lobenswerte Homepage über Quarz findest Du hier:

http://www.quartzpage.de

Die Frage nach Alpha- und Beta Quarz hatte ich mir auch mal gestellt und wenn ich alles richtig verstanden und behalten habe, dann ist Betaquarz (Hochquarz) eine Modifikation von Quarz, die bei Temperaturen von ca. über 573 °C (und 1Kbar Druck) entsteht und auch nur in diesem Temperaturbereich stabil ist. Sinken die Temperaturen, wird aus dem Beta Quarz wieder ein Alpha Quarz. Demnach hat niemand Beta Quarz in seiner Sammlung. Außerdem hat Beta Quarz eine höhere Symmetrie (Hexagonal), Quarz ist trigonal.

Gruß,
Armin


Offline stone87

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #6 am: 14 Mar 08, 10:16 »
he!
eine kluft bei der noch alle kristalle an den kluftwänden hängen ist meist eine mit sehr viel verlust.... da durch das händische abtrennen und die damit verbundenen vibrationen sehr viel zu bruch geht....
alpine sammler sind viel glücklicher wenn sie eine sogenannte "reife" kluft finden, bei der sich zb. das quarzband von der kluftdecke gelöst hat und dann entweder mit abstand in der kluft "steht" oder überhaupt schon eingebrochen ist und dann die stufen im kluftlehm oder chloritsand "eingepackt" sind! solche stufen sind dann auch oft durch rekristallisation (verheilen der bruchstelle) allseitig mit xx flächen begrenzt!
falls du das aktuelle lapis zu hause hast: dort sieht man beim adular fund aus dem südtirolern ahrntal sehr schöne fotos einer kluft!

aber am besten kannst du dir ein bild von klüften machen indem du "feldforschung" betreibst und dir die dinge vor ort anschaust! denn eines muss auch klar sein: KEINE kluft gleicht der anderen!!!

mfg daniel

Offline geodenfreund

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #7 am: 14 Mar 08, 12:03 »
Hallo,

Danke für die Info.

MfG Chris

Offline caliastos

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #8 am: 14 Mar 08, 13:26 »

Demnach hat niemand Beta Quarz in seiner Sammlung. Außerdem hat Beta Quarz eine höhere Symmetrie (Hexagonal), Quarz ist trigonal.


äh, nein, ist so nicht ganz richtig. es sind nur andere entstehungsprozesse, das heiß aber nicht, daß man die kristalle nie hat (woher wären die außer im labor bekannt). ich habe jetzt z.b. aus graniten bis zu daumennagelgroße, hexagonale quarze mit schönen kristallflächen. der kristall ist nach wie vor hexagonal. welche menge des sio2 nun umgewandelt ist... keine ahnung. die offizielle bezeichnung bleibt aber dennoch.

man kann die anderen modifikationen schon finden. an sich stelle man sih nur ein gestein in die vitrine, welchen den passenden p/t-bedingungen ausgesetzt war, und die wirst jede modifikation sammeln können, halt nur unter dem pol-bino zu sehen. andere kristalle sind in sichtbarer größe must du suchen.

Offline smoeller

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #9 am: 14 Mar 08, 13:41 »
Hallo,

@Caliastos: Es gibt unter den p-T-Bedingungen der Erdoberfläche keinen Hochquarz. Alle hexagonalen Kristalle sind in Wahrheit Paramorphosen von Tiefquarz nach Hochquarz. Das liegt daran, dass die Phasenumwandlung ein displaziver Prozess ist, bei dem die SiO4-Tetraeder nur um einen Winkelbetrag gedreht werden. Dieser Prozess läuft innerhalb von ca. 2 °C unterhalb der Umwandlungstemperatur spontan und vollständig ab und ist reversibel wenn man den Kristall wieder erhitzt. Im Gegensatz zu manchen rekonstruktiven Prozessen (bei denen Bindungen verändert werden müssen) ist dieser Prozess kinetisch kaum gehemmt, so dass selbst bei rascher Abkühlung das Gitter umstellen wird.

Glück Auf!
Smoeller

Arminius

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #10 am: 14 Mar 08, 13:45 »
oh nun startet die Diskussion ;)

Einige der Kristalle behalten vielleicht ihren hexagonalen Habitus bei, aber unter den "häuslichen Bedingungen" wird der Quarz von den chemischen Bindungen wieder zu alpha Quarz (hab es gestern nochmal nachgelesen). Eigentlich müsste man wohl "Quarz nach Beta Quarz" sagen...

Edit:

uups...Überschneidung

Offline caliastos

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #11 am: 14 Mar 08, 13:52 »
ich sagte ja nicht, daß es nichts umgewandelt hat, sondern daß lediglich der name bleibt. bei mir läuft das nur unter quarz, auch wenn mineralogen und tektoniker hochquarz dazu sagen und die fundstelle als hochquarzfundstelle bezeichnen.

dennoch kann man quarzmodifikationen sammeln, da nicht alle voll umgewandelt sind.

Arminius

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Re: Kristalle aus klüften
« Antwort #12 am: 14 Mar 08, 13:56 »
Mhhh... es geht doch eben gerade darum, dass es kein Hochquarz ist. Es war mal Hochquarz und es lässt sich auch noch nachvollziehen, aber es ist letztendlich Tiefquarz, da Hochquarz nur bei Temperaturen über 573 °C besteht. Soweit ich weiß findet die Umwandlung auch vollständig statt.

Das sagt ja nun nichts über die äußere Gestalt aus, sondern über den Chemismus...

Gruß, Armin


 

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