Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Themen zu Schlackenmineralien und -fundstellen, Verhüttungsprozesse etc.
Schlacke? / incl. Disk. zu Neuenbürger Revier u. keltischer Fe-Verhüttung
Helicat135:
Hi!
bei unserer ersten Frühlingspflanzung am Montag habe ich ein Faustgroßes Stück schwarze Schlacke gefunden. Ich muss die erst noch reinigen und fotografieren. Also ich nehme einfach stark an, dass es Schlacke ist. Ist ein blasiges, schweres und scharfkantiges Ding. Nun die eigentliche Frage: wir haben unsere Felder in einem ehemaligen Keltischen Siedlungsgebiet. Könnte die Schlacke aus der Zeit stammen? Wie erkenne ich das?
Habe letztes Jahr auch einen ganz komisch geformten Eisenbollen gefunden - diesmal eventuell kein Tracktorteil - wie sonst immer. Es hat irgendwie die Form eines "Engels" mir ganz arg viel fanthasie. Kann das aus der gleichen Epoche sein? Habe schon auf einen Tektit gehofft aber es hat keine Schmelzkruste.
smoeller:
Hallo,
Kann gut sein. Es gab mal eine Untersuchung über keltische Eisenverhüttung in der Gegend. Habe mal an der Uni einen Vortrag gehört zu dem Thema.
In Joldelund (Schleswig-Holstein) habe ich auch schon des öfteren Eisenschlacken aus der Eisenzeit gefunden, mal 9 Eimer aus einem Feld. Ist also nicht unwahrscheinlich.
Eisenerz kam unter anderem aus Neuenbürg bei Pforzheim. Dort weisen ein Wanderweg/Lehrpfad und ein Schaubergwerk auf den jahrtausendalten Bergbau hin. Limonit-Glaskopf ist dort heute noch reichlich zu finden.
Glück Auf!
Smoeller
Helicat135:
Danke.
dann fahre ich doch mal hin nach Neuenbürg. Ist ja gar nicht soweit weg.
Wie erkenne ich ob es Eisenschlacke ist? Ich habe heute noch ein anderes Stück gefunden mit einer deutlichen Schmelzkruste. Sieht eher aus Wie Glas.
Bei uns um die Ecke, in Hochdorf, gibt es ein Keltenmuseum - vielleicht gehe ich da mal hin. So wie mein Eisenbollen aussieht könnte das irgendwie übergelaufen und abgeschlagen wurden sein. Ein Schlepperteil ist es deffinitiv nicht - die finden wir sonst immer im Feld..
smoeller:
Hallo,
Es gibt neben kristallinen Schlacken mit vorwiegend Fayalit (Fe2SiO4), Magnetit(Fe3O4) und Wüstit (FeO) auch glasartige Schlacken aus frühgschichtlichen Schmelzen. Hatte die in Joldelund auch öfters gefunden. Ca. 20 % sind Glasschlacken.
In Neuenbürg schau mal vor dem oberen Stollen des Schaubergwerks, da liegt einiges an Limonit und Baryt.
Glück Auf!
Smoeller
joungster23:
Zum Eisen...: Könnte es die Engels Form haben weil es aus einem Schmelzofen stammt und so aus geschmolzen wurde...? (Erster Durchgang)
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