Goethe in Ehren, aber in der Schule war er doch eher qualvoll und kam nie in den naturwissenschaftlichen Fächern zur Sprache...

Historische Sammlungen kranken ja auch immer an der langen Zeit - Kriege, Verbringung an andere Lagerorte, zeitweise Vernachlässigung (jawoll, auch in Museen) - dass da auch mal was auf der Strecke bleibt dürfte logisch sein.
Wie haltet Ihr es mit der Dokumentation eurer Sammlungen? Damit steht und fällt ja eigentlich das ganze, denn weder ein Käufer noch ein Museum möchte Stücke, die nur vage oder womöglich gar nicht dokumentiert sind. Hatte das Pech, auch schon "Mustermnännchen"-Fälle mitzuerleben, bei denen die Erben mit der Sammlung nicht viel anfangen konnten, sich aber immerhin um der Verkauf der Stücke statt gleich um einen Bauschuttcontainer bemüht haben. Und dann steht man da vor dem Tisch an der Börse und kriegt zu einem unbezeichneten Stein einen Stapel Sammlungsetiketten, aus dem man sich das passende raussuchen darf, sofern man eine Zuordnung so ganz ohne Bild und Nummer hinkriegt. Oder Mustermännchen war stolz drauf, alles, aber auch alles ganz genau in seinem Kopf zu haben und kein Inventarbuch zu benötigen. Was hinterher auch niemandem mehr nützt

Bei mir hat jedes Stück seine Registriernummer fest angeklebt oder direkt aufgeschrieben, und dazu gibt es dann eine Datenbank mit den Infos samt Foto. Das ganze noch mit mehrfachen Sicherungskopien und natürlich formatunabhängig in Nur-Text, samt Komplettausdruck einmal im Jahr. Die Familie weiß wie sie an die Daten kommt und wie wichtig mir die Stücke sind, und wer sich im Notfall drum kümmern soll und auch kann. Von mir aus kann die Zukunft kommen, ich bin gerüstet

Dass ein Museum üblicherweise keine Komplettsammlung samt Dubletten und Belegstücken haben möchte dürfte nachvollziehbar sein, und bei den heutigen Budgets auch keine hohen Summen dafür ausgeben will. Also, meine besten Stücken gehen als Stiftung weg, wenn die Zeit reif ist, ich habe ja nicht für den Geldbeutel der Erben gesammelt
