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Fluorit -Arten
berthold:
Hallo,
ja, in besagter Grube bei Zschopau fanden sich "skaleoedrische" Fluoritkristalle. Weltweit gab es -soweit mir bekannt- nur noch ein weiteres Vorkommen, wo diese seltene Form {731} gefunden wurde: Die Grube Cäcilia im Wölsendorfer Revier. Der angesprochene Lapis Artikel stammt von E. PREUSS "Skalenoedrische Flußspat-Kristalle mit {731} von Wölsendorf und Zschopau", Lapis 6, Heft 1, München 1981, S. 9-14. Mehr zu diesem Thema auch auf meiner HP http://www.berthold-weber.de/w_skal.htm
Das Bild hier stammt von einem Cäcilia-Fundstück, an einem Fluorit (mit solcher Kristallform) von Zschopau wäre ich übrigens sehr interessiert.
Gruß
Berthold
[gelöscht durch Administrator]
uwe:
Hallo Berthold,
leider habe ich selbst nur ein Stück von Zschopau. Es müßte aber noch etwas zu finden sein, da damals derartige Stück kaum Beachtung gefunden haben. Alle haben nur nach großen Würfeln geschaut.
Man müßte in der alten Halde schürfen. Vielleicht hat auch das Hochwasser diese Halde angenagt. Falls Du in der Nähe von Sachsen wohnst, findest Du die Halden leicht. Aus Zschopau Richtung Krummhermersdorf ist die Zschopau zu überqueren. Gleich nach der Brücke geht rechts ein Fußweg am Fluß entlang an dem die Halde liegt.
Glück Auf
Uwe
Peter Seroka:
Hallo Chris,
es gibt genau 5 einfache Kristallformen (Trachten) und insgesamt 26 Einzelformen des Fluorits. Die wichtigsten einfachen Formen sind Würfel (Hexaeder, Rhombendodekaeder, Oktaeder), Tetrakishexaeder (24-Flächner, Pyramidenwürfel), Triakisoktaeder, Ikositetraeder und Hexakisoktaeder (48-Flächner). Aus diesen einfachen Formen könne bis zu ca. 43 verschiedene Kombinationen gebildet sein.
Ungewöhnlich sind Zwillinge ( einfache und multiple ) sowie Skalenoeder mit der charakter. Fläche 731 (Heilige Dreifaltigkeit / Zschopau, Cäcilia / Wölsendorf, Elmwood / Tennessee ( letzterer extrem rar)).
Selten sind auch polysynthetische Formen (i.d.R. Überwachsungen); darunter Würfel, Rhombendokeaeder, Tetrakishexaeder, Kub`Oktaeder und Hex`Oktaeder auf Oktaedern sowie Oktaeder auf Würfeln.
Fluorit tritt in ungewöhnlich vielen Aggregatsformen (nicht Kristallformen) auf, darunter neben den klar definierbaren einfachen Formen und Kombinationen auch Fasern, Dendriten, Skelette, echte und unechte Szepter, Kapillar-stalaktitische Aggregate, botryoidale Aggregate (echte und unechte Kugeln). Letzendlich gibt es auch eine recht grosse Anzahl von verschiedenen Mineralien pseudomorph nach Fluorit sowie Perimorphosen.
Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die wachstumsgestörten Kristalle in 2-3-facher Generation, die seltenen Ochsenaugen (Schönbrunn, Pontgibaud) sowie die zahlreichen lösungsanisotropen Kristalle.
Im übrigen, Berthold hat nicht ganz Recht: Die " Seroka-Fluoritmonographie " hat " nur " 568 Seiten im Loseblatt-A4-Format (einseitig bedruckt); eine neue, vollständige aktualisierte Ausgabe mit mehr als 450 neuen Vorkommen wird ca. 325 Seiten haben und gebunden sein. (voraussichtlich Frühjahr 2005 ).
Gruss vom Autor
Peter Seroka
Collector:
3010.04
Hallo Chris
im Anhang zu Deinem Thema "Fluorit-Arten" vom 10.10.04 noch eine Anmerkung:
Fluorit-Spaltoktaeder sind keine Kristalle und keine " Fluorit-Art "
Bedingt durch die perfekte Spaltbarkeit nach dem Oktaeder ist es leicht, selbst aus kompakten Massen oder aus minderwertigen Würfeln oktaedrische Kristallfragmente abzuspalten. Unzählige dieser als "Kristalle" bezeichneten Spaltoktaeder werden seit Jahren angeboten und es ist erstaunlich, dass selbst in seriösen Sammlungen solche Teile als Fluoritkristalle geführt werden.
Gruss
Peter Seroka
Philip Blümner:
Grüß dich, Collector!
Spaltoktaeder sind jedenfalls schön anzuschauen. Wie ist eine solche Abspaltung möglich? Der Fluorit hat sowas doch nicht vorausbedacht oder? Oder entsteht das durch die Dichte?
bis dann
Philip
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