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Fluorit -Arten

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Collector:
Hallo Chris

tiefblaue und violette Farbe im Fluorit wird durch kolloides Calcium hervorgerufen. (wobei die blaue, meist hellere Farbe, auch auf Seltenen Erden oder Fe+3 und Fe+2-Komplexen mit Cu beruht ).

Die beiden wichtigsten Veröffentlichungen zu der blauen und violetten Farbgebung stammen von Allen (1952) und
Calas (1995).

gruss

collector

McSchuerf:
Hallo Collector,

ich hätte jetzt eher auf die Bildung kolloidalen Natriums statt Calciums getippt, das dann, wie beim blauen Steinsalz auch, durch die Radioaktivität freigesetzt worden wäre (Fluorit als --> 'Stinkspat')... :P ;)

Das ansonsten sehr leicht flüchtige Natrium ist eigentlich oftmals für die Blaufärbung von Mineralien verantwortlich. Mir fallen momentan nur keine weiteren Beispiele dazu ein.

..aber gut..der Fluorit besteht ja hauptsächlich aus Calcium und Fluor - nicht aus Natrium, obwohl das, wie wir ja alle wissen, nichts zu sagen hat..

Gruß Peter

Philip Blümner:
Hallo Peter M!

Aber beim Stinkspat werden doch F-Atome/-Ionen aus dem Gitter geschleudert...Natrium stinkt nicht, oder?

berthold:
Hallo,

beim Stinkspat ist es definitiv kolloides Calcium (das färbt, F stinkt dann). Beim Wölsendorfer Stinkspat hat man das sehr eingehend untersucht. Die Gitterstörungen sind auf natürliche radioaktive Strahlenwirkung zurückzuführen, teilweise sogar duch im Kristallgitter eingelagerte U-Atome. Man konnte unter dem Mikroskop (im Dünnschliff) radioaktive Höfe um Einschlüsse im Fluorit beobachten. Diese "Halos" (Emanationshöfe) sind farbige, konzentrische Ringe, die je nach zerfallendem Isotop unterschiedlich weit (Reichweite der Alpha-Strahlung im Fluorit) vom Kern für einen/mehrere dunkle(n) Ring(e) sorgen. Eine Abbilung eines Halos findet sich z.B. in Klockmann/Strunz. Und am Rande bemerkt: Es laufen derzeit Forschungen möglicherweise bislang nicht bekannte überschwere Elemente indirekt durch ihre Banden in Halos (genauer gesagt nicht die Elemente sondern deren Zerfalls-Isotope) nachzuweisen.

Über die Farbe von Flußspat aus Wölsendorf siehe hier: http://www.berthold-weber.de/w_f_fa.htm

Gruß

Berthold

Collector:
Fluorit-Farben

hallo Chris und Peter

ich stell Euch mal die Ursachen der Farbgebung beim Fluorit auf; es ist interessant, dass Na in keinem Fall als Farbgeber auftritt.

Man kann farblosen Fluorit durch Einwirkung metallischer Calciumdämpfe oder durch elektrische Entladungen violett färben ! (Analog : Genauso kann man farbloses Steinsalz durch Einwirkung metallischer Na-Dämpfe oder durch Einwirkung von Kathodenstrahlen blau färben )

Farben und deren Ursachen

- Blau :        Fe+3 plus Fe+2 komplex mit Cu sowie kolloides Ca, auch Seltene Erden
- Tiefblau:   Kolloides Calcium
- Violett:     Kolloides Calcium
- Braun:      Gehalte an Mn2+, Mn3+, Th sowie organische Einschlüsse
- Gelb:        Fe und Seltene Erden, Eu+2, O3 sowie isomorphe Chlorbeimengungen
- Gelbgrün: Y / Ce assoziierte Zentren
- Grün:        Kolloides Calcium, Fe2+ plus (Mn,Cr,Ni oder Cu), Sm+2,Sm+3
- Orange:    Mn+2
- Rosa /Rot: Fe+3, Cr & Mn+3, YO2

Die grüne Farbe mancher alpiner Fluorite kann durch eingelagerten Chlorit hervorgerufen werde, auch die rosafarbenen Fluorite von der Göschener Alp sind, abgesehen von den farbgebenden Komponenten, durch Einschlüsse gefärbt.

Wichtige Literatur:

- Allen, R.D.; 1952; Variationsn in chemical and physical properties of fluorite; Am.Min., 37, 910-930
- Bill, H.; Sierro, J.; Lacroix, R.; 1967; Origin of coloration in some fluorites; Am. Min., 52, 1003-1008
- Bill, H.; Calas, G.; 1978; Color centers, associated rare earth ions and the origin of coloration in natural fluorites;
  Phys.Chem.Min., 3, 117-131
- Calas, G.; 1995; Etude de la coloration bleue de quelques fluorites naturelles; Bull.Soc.Franc.Min.Crystalloogr., 95,
  470-  474
- Przibaum, K.; 1953; Colour bands in in flurospar; Nature 172, 860-861


gruss
collector


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