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Autor Thema: physikalische Frage  (Gelesen 10510 mal)

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Offline Uwe Kolitsch

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Re: physikalische Frage
« Antwort #30 am: 30 May 08, 21:02 »
Ein Link zu einem Projekt an der Uni Wien (Inst. für Mineralogie & Kristallographie) zu "radiohaloes":

        http://www.univie.ac.at/Mineralogie/MINSPEC/Rita.html


Und 3 Publikationen aus diesem Projekt:

Krickl, R., Götze, J., Nasdala, L. (2007): New record of radiohaloes in feldspars (Abstract). Mitteilungen der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft 153, 70.

Krickl, R., Nasdala, L., Wildner, M. (2007): Radiohaloes in chlorite and muscovite - a spectroscopic study (Abstract). Abstractband, 6th European Conference on Mineralogy and Spectroscopy, Stockholm, 08.09 - 11.09., 53.

Krickl, R., Nasdala, L., Möller, A. (2007): Radiohaloes in cordierite: Radiochemical transformation of channel constituents (Abstract). Abstractband, Goldschmidt Conference 2007, Köln, 20.08. - 24.08., A523.

Offline berthold

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Re: physikalische Frage
« Antwort #31 am: 02 Jun 08, 16:51 »
Hallo,

nun bin ich mir sicher dass die von mir gefundenen "Kanäle" wirklich eine Halo-(Sonder-)Form darstellen. In alter Literatur (Schilling) wird nämlich eine ähnlich Erscheinung beschrieben:

"Fig. 10 zeigt im mittleren Teil, wie sich beiderseits an den hell erscheinenden Spalt eine gleichmäßige Verfärbung anschließt in 23,5  µ Breite, entsprechend der Reichweite von RaA. Die Begrenzung der Färbung ist gewissermaßen die Umhüllende von zahllosen kreisförmigen Höfen, deren Mittelpunkte längs der Spalte aufgereiht sind." 

weiterhin werden auch Spalten mit Verfärbungsreichenweiten von 34,5 µm (wie von mir beobachtet) genannt.

Gruß
Berthold

@Uwe: Vielen Dank für den Hinweis, mit Herrn Krickl hatte ich mal (ich glaube es ging um Verwendung eines Fotos von mir für seine Wanderausstellung) Kontakt. Ja, vieleicht funke ich ihn mal an. 


Offline berthold

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Re: physikalische Frage
« Antwort #32 am: 20 Jun 08, 10:36 »
Hallo,

nun ist mir ein Fehler in meiner Reichweiten-Berechnung aufgefallen, die Po218-Reichweite deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen. In Wikipedia ist eine Energie von 6.615 MeV angegeben. Die müsste kleiner sein. In parktisch jeder Internet-Quelle stehen andere Werte drinnen (knapp über 6.1 MeV scheint meinen Messungen zu entsprechen).

In das Foto im Anhang habe ich die Ringe entsprechend meiner Berechnung eingezeichnet. Der zweite Ring von außen ist der Po218 Ring, eingezeichnet die erwartete Lage bei 6.615MeV, tatsächlich sitzt der aber weiter innen.

Frage: Wo finde ich zuverlässig diese Energien?

Gruß
Berthold


Offline Krizu

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Re: physikalische Frage
« Antwort #33 am: 20 Jun 08, 10:50 »
Hallo,

habe eine PN an Andreas abgesetzt!
Ich versuche auch mal einen Bekannten in der Kernphysik anzutriggern.

MfG

Frank

Offline Hg

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Re: physikalische Frage
« Antwort #34 am: 20 Jun 08, 11:54 »
Hallo Berthold,
ich biete Dir mal eine alpha-Energie von 6,11488 MeV an.
Gute und zuverlässige Quellen sind entweder ein richtiger alpha-Katalog (alle alpha-Energien, Halbwertszeiten, Übergangswahrscheinlichkeiten usw. drin) oder eine gute Nuklidkarte. Auf meinem Rechner habe ich das Programm "Nuklides 2000" installiert. Damit kann man noch weitere schöne Spielereinen betreiben.
Gruß,
Andreas

Offline berthold

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Re: physikalische Frage
« Antwort #35 am: 20 Jun 08, 12:19 »
Hallo,
 
vielen Dank. Also Wikipedia kann man wirklich nicht trauen  :(. Jetzt habe ich mit dem Hinweis "Nuklidkarte" etwas gefunden: Die NUDAT-Datenbank. Auf deren Daten beziehen sich einige Autoren, scheint also aktuell und seriös zu sein:
http://www.nndc.bnl.gov/nudat2/

Die haben für Po218  6114.689 keV drinnen stehen, da bin ich mit meinen vermuteten "knapp über 6.1 MeV" also recht gut dabei  :D.

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 20 Jun 08, 12:22 von berthold »

Offline berthold

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Re: physikalische Frage
« Antwort #36 am: 20 Jun 08, 15:08 »
Hallo,

ups, das ist noch eine Nummer komplizierter. Der Wert von Po218  6114.689 keV ist der Energie-Unterschied zum Tochter-Nuklid (q-value), nicht die alpha-Energie. Die alpha-Energien (sind in der NUDAT Datenbank auch zu finden) sind etwas kleiner (für Po218 z.B. 6.00235 MeV). Und jetzt konnt's: Ein Nuklid kann unterschiedliche alpha-Energien machen, z.B. Ra226 macht zu ca. 94% 4.7843 MeV und zu ca. 5.55% 4.601 MeV alphas. Diese Energien/Ringe liegen so weit auseinander dass ich zwischendrin Energien/Ringe von anderen Nukliden (hier zweimal U238 und zweimal Th243) habe.

Aber jetzt glaube ich hab ich's kapiert.

Gruß
Berthold

Offline Hg

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Re: physikalische Frage
« Antwort #37 am: 20 Jun 08, 18:03 »
Zitat
Ein Nuklid kann unterschiedliche alpha-Energien machen, z.B. Ra226 macht zu ca. 94% 4.7843 MeV und zu ca. 5.55% 4.601 MeV alphas.

sicher; das meinte ich ja mit den Übergangswahrscheinlickeiten  ;)

Offline berthold

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Re: physikalische Frage
« Antwort #38 am: 20 Jun 08, 23:02 »
Hallo,

so, jetzt sieht das schon anders aus  :D - die berechneten Werte (farbig eingezeichnet) decken sich sehr gut mit den beobachteten.

Gruß
Berthold

Offline berthold

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Re: physikalische Frage
« Antwort #39 am: 10 Jul 08, 21:40 »
Hallo,

jetzt bin ich mal der Frage nachgegangen, warum wir eigentlich Ringe und nicht "Scheiben" bekommen. Das liegt daran, dass am Ende der Laufweite der alpha-Strahlung weit mehr Fehlstellen produziert werden als am Anfang. Mit dem SRIM-Programm konnte ich eine Fehlstellen-Häufigkeits-Statistik (hier für U238-alpha in Fluorit) in Abhängigkeit vom zurückgelegten Weg machen (Monte-Carlo-Simulation). Der Peak im Diagramm bei 13-14um zeichnet den ca. 1um breiten U238-Ring (mit Radius 13-14um).

Gruß
Berthold

Offline stoanklopfer

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Re: physikalische Frage
« Antwort #40 am: 11 Jul 08, 01:24 »
Ah ja!  :-\  ::)

 

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