Fossilien / Fossils / Fósiles > Präparation, Werkzeuge, Gerätschaften
Bitte um Hilfe
sparrow:
Ja, gefunden. Im Text zum Film auch die Sach mit dem Ritter. Dann bist Du wohl Sonja K.?
Ich hoffe ich habe Dir wenigstens helfen können. :D
Gruß
Sparrow
Unaluna:
Wie hast Du eigentlich das Konservierungsproblem im Drehbuch gelöst?
Gute Frage: Gar nicht.
Im Film präsentiert Katja ihrem Freund Johann, der in der Zwischenzeit im Krankenhaus war, den Helm und den Schädel. Der Zuschauer ist dabei in der Position des Jungen: total überrascht, denn vorher haben sie das Ausgraben immer verzögert, weil Katja Angst hatte, die Knochen könnten an der Luft zu Staub zerfallen...
Filme funktionieren einfach anders, da kann man das machen. Man muss es sogar so machen, weil fiktionale Filme nunmal über die emotionale Schiene laufen und nicht über den Verstand. Allerdings fand ich es doch ziemlich peinlich im fertigen Film, dass man so deutlich sehen kann, dass der Schädel aus Plastik ist (viel zu hell). Und der Helm sieht so perfekt aus wie ein Museumsstück - ich war nicht die einzige, die sich zu wenig Gedanken gemacht hat...
Deswegen will ich es jetzt in der Romanfassung besser machen. Leser kann man nicht so leicht austricksen wie Zuschauer, und außerdem mag ich selbst auch keine Bücher, denen man anmerkt, dass der Autor sich um gründliche Recherche gedrückt hat...
Oh, da ist ja schon die Bauanleitung für das Elektrolysegerät - tausend Dank!
Doch, das kriegt Katja hin. Schließlich ist es ihr auch gelungen, einen Ritter zu finden, von dem die meisten Fachleute dachten, er wäre nur eine Sage...
Aber nach Deinen wiederholten Ermahnungen werde ich mich dafür einsetzen, dass in einem Nachwort deutlich darauf hingewiesen wird, dass Grabraub illegal ist. Versprochen.
Sonja K? - Da bist Du wohl auf das Presseheft gestoßen... Nö, ich heiße Swenja, aber wer stört sich schon daran, dass der Name der Autorin nicht stimmt, ist ja nicht so wichtig...
wolfilain:
Zur not dürftes auch ein einfaches El Schweisgerät machen.
Das heist das ist so ein Gedanke von mir.
Die sind ja meist auch regelbar haben entsprechend Ampere und ein klein wenig mehr Spannung.
sparrow:
Gut dann also Hallo Swenja,
also ich habe den Film nicht gesehen, aber vielleicht wird er ja nochmal wiederholt.
Also wie Du richtig gesehen hast sind alte Knochen selten weiß(Ausnahme: sog. Leichenbrand der ist weiss-grau und verfärbt sich nur ganz langsam). Wenn die Knochen in der Erde gelegen haben, ist zumindest die Oberfläche mehr oder weniger braun bis teilweise schwarz und zwar abhängig vom Erdreich in dem die Knochen gelegen haben. Also wäre der Schädel mehr oder weniger braun unter Umständen gelblich. Zähne fallen übrigen gerne aus und liegen dann beim Schädel. Die Zähne sind natürlich auch nicht strahlend weiß sondern (teilweise schon zu Lebzeiten) verfärbt.
Zum Helm: nach der Elektrolyse sehen die Eisenteile grauschwarz aus. Man kann zwar auch diese Färbung wieder wegbekommen. Aber der Aufwand steigt dann natürlich. Man muss die Elektrolyse über einen längeren Zeitraum fortsetzen und das Teil regelmäßig abbürsten. Natürlich wird auch ein blankes Teil sofort wieder anlaufen und Flugrost ansetzen. Aus diesem Grunde werden die Teile entweder geölt (Ballistol z.B oder auch Olivenöl) oder aber Sie werden nach der Elektrolyse in Wachs gekocht. Also im Detail sind diese Techniken nicht ganz einfach und erfordern auch Erfahrung. Wenn der Helm nur erhalten wird (entrostet-konserviert) erhält man also eine relative empfindliche schwarzgraue Helmschale mit eventuell erhaltenen Verzierungen. Sehr schön kann man das übrigens an der römischen Maske sehen die man in bei Kalkriese gefunden hat. Hier siehst Du auch die wirkliche Farbe von alten Eisenteilen nach der Restauration. Die Restauration kann zwar noch mehr, aber dafür braucht man dann richtige Restauratoren mit speziellen Techniken und Geräten. Noch ein Hinweis jedes Metall verhält sich anders und für jedes Metall braucht man eine andere, wenn auch unter Umständen ähnliche Technik. Organische Stoffe wie Leder oder Holz können zwar gefunden werden, eine Restauration derartiger Teile aus dem Mittelalter übersteigt die Möglichkeiten der meißten Laien. Hier also besser weglassen.
Bitte beachte bei der Beschreibung der Helmrestauration das die Helme der Ritter aus Blech sind. Und zwar Eisenblech. In einer mehr oder weniger feuchten Umgebung bleiben normalerweise der Helm nur teilweise erhalten. Also kann der Helm des Ritters zwar als solcher erkennbar und restaurierbar bleiben. Er hat aber mit Sicherheit Beschädigungen und ist verformt ( in den Museen sind die meißten Stücke häufig ergänzt. Schließlich wollen die Leute ja einen kompletten Helm sehen und nicht die Trümmer wie Sie bei Grabungen gefunden werden.).
Also wie gesagt ich hoffe ich konnte Dir helfen.
Gruß
Sparrow (Andreas)
lisavelser:
Hallo Unaluna,
ich kenne dein Buch nicht, frage mich aber, wie genau du dich an die Präparation des Helmes und des Schädels halten mußt. Ich habe einen 13 jährigen Sohn und für die Altersgruppe soll der Film wohl auch sein. Oder? Für meine Kinder ist das genaue funktionieren einer Sache im Film nicht wirklich wichtig. Spannend muss es sein. Während eines Filmes etwas zu lernen lehnen sie zwar nicht ab, aber Fiktion und Wirklichkeit wird da durchaus auseinandergehalten. Es kann wohl auch nur im Groben über die Präparation informiert werden. Oder täusche ich mich?
mfg Lisa
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