https://www.mineralbox.bizhttps://www.geolitho.eu/finanziell-unterstuetzen/https://edelsteintage-bremen.de

Autor Thema: Grüne Mineralien im Sandsteinquader  (Gelesen 18726 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« am: 19 Sep 08, 12:19 »
Fundort:
Baden Württemberg
Odenwald
Buntsandstein

Hallo
welche Bedingungen waren nötig um diese Mineralien zu bilden,
die diese grüne Schicht hervor bringt?
Wie kommt diese grüne Schicht zwischen Buntsandstein?

Danke für mögliche Antworten
Gruß Marie

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #1 am: 19 Sep 08, 14:07 »
dazu müßte man erst wissen welches mineral das ist.

ich würde in dem fall schlicht sagen: da ist halt irgendeine lösung drübergegangen, die den sandstein verändert haben. auf die schnelle kenne ich zwar nicht den genauen mineralbestand des buntsandsteins in der gegend, aber farblich würde ich meinen: rot durch oxidiertes eisen und in den grünen zonen hattest du eben irgendeine lösung, die die oxidationsstufe des eisens verändert hat. ---> aus rot mach grün.

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #2 am: 19 Sep 08, 14:11 »
Hallo,

Das könnte ein Reduktionshorizont sein. Hier liegt das Eisen dann nicht mehr dreiwertig (in Hämatit = rotbraun) vor, sondern wird zu Fe2+ reduziert und/oder weggelöst. In jedem Fall ist der Farbwechsel vom Eisen abhängig. Solch ein Horizont kann durch den raschen Wechsel der Bedingungen bei der Ablagerung (Sturmflut oder Überschwemmung einer Küstenebene) oder einen kurzfristigen Anstieg und kurz darauffolgenden Fall des Meeresspiegels zustande kommen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #3 am: 19 Sep 08, 14:32 »
Hallo,
danke für die Antworten.
Was würde noch auf eine marine Ablagerung deuten außer dem grünen Sandstein?
Eventuell das was auf dem unteren Bild zu sehen ist?

Marie
« Letzte Änderung: 19 Sep 08, 21:05 von Druide »

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #4 am: 19 Sep 08, 16:58 »
also allein von der farbe sollte man nicht in marin und lakustrin trennen. wenn dann in küstennah und küstenfern bzw. festländisch oder aquatisch.

marine ablagerungen von festländischen unterscheidet man z.b. am fossilbestand. natürlich in dem fall auch an der farbe, da glaukonit eine tiefseebildung ist. da aber mehrheitlich sedimente im marinen milieu abgelagert werden ist die wahrscheinlichkeit marine bildungen zu haben sehr hoch, v.a. wenn es große flächen betrifft.

beim buntsandstein braucht man an sich nicht nach weiteren marinen faktoren zu suchen, die für jeden sofort sichtbar sind. der vorteil ist, daß der buntsandstein weit verbreitet ist und bekannt ist, daß er während der trias marin abgelagert wurde.

Offline Psaronius

  • *****
  • Beiträge: 746
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #5 am: 19 Sep 08, 19:39 »
Hallo,
bin zwar kein "Gesteine-Spezie", habe aber schon solche rötlichen Sandsteine in Skandinavien gesehen. Die dort zwischengeschalteten Schichten verdankten ihrer Farbe wohl dem Mineral Glaukonit,
dass übrigens ja auch auf ein marines Sediment hinweist...
Bloß eine Idee.
Gruß
Psaronius

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #6 am: 19 Sep 08, 21:02 »
Hallo,
habe ich das richtig verstanden?
Wenn der Bundsandstein küstenfern gebildet wird
finde ich Glaukonit
Ist der Sandstein küstennah sollten Fossilien; Bohrwurmlöcher  oder Steinkerne vorhanden sein oder so.
Ich verinnerliche jetzt all die neuen Infos und wühl dann in meiner "Schatzkiste"
schau nach was ich vor finde......
Danke für die Hilfe
Maria




Offline Psaronius

  • *****
  • Beiträge: 746
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #7 am: 19 Sep 08, 21:57 »
Hallo Druide,
nein nicht ganz !
Glaukonit ist eigentlich immer eine marine Bildung(was noch nichts aussagt über  die Tiefe, in der dieses Mineral entsteht...) U.a. kennt man ihn aber aus Sediment in einer Meerestiefe von 200 m...
Gruß
Psaronius

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #8 am: 19 Sep 08, 22:03 »
Hallo,

So weit ich weiss ist Glaukonit eher flachmarin. Die grüne Farbe kommt von den CT-Übergängen, wegen Fe(II) und Fe(III) im selben Molekül. Das ist aber nur als Einschub, brauchst du nicht zu verstehen.

Fossilien gibt es im Buntsandstein allgemein recht wenig, habe in 10 Jahren Suche auf Helgolandnie welche gefunden. Lokal gibt es dafür aber Hohlformen ehemaliger Gipse und Steinsalzkristalle. Diese zeugen von flachmarinen, eher lagunenartigen Ablagerungsbedingungen in trockenem Klima.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #9 am: 19 Sep 08, 22:45 »
Hallo Smoeller

Zitat
Das ist aber nur als Einschub, brauchst du nicht zu verstehen
*lach da bin ich aber froh...

Also bewußt sind mir noch keine Fossilien über den Weg gelaufen.
Was ich hätte ist,
das was auf den nächsten Bildern zu sehen ist.
Maria

Offline stoanklopfer

  • ******
  • Beiträge: 2.335
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #10 am: 20 Sep 08, 07:10 »
Hallo!

Also ich muss schon feststellen, dass hier aber schon allzusehr verallgemeinert wird. "Der Buntsandstein" ist absolut nicht zur Gänze marin abgelagert. Große Teile sind in ehemaligen Wüsten als Dünensedimente und noch mehr als Flußsedimente abgelagert worden. Unterscheiden kannst die Fazies allerdings nur sehr schwer ohne ausreichende Kenntnis über Sedimentstrukturen und deren Entstehung. Nachdem ich mich über mindestens 10 Jahre forschungsmäßig sowohl mit dem alpinen als auch "germanischen" Buntsandstein auseinandergesetzt habe, muß ich sagen, bevor man solch verallgemeinernde Antworten wie oben gibt, ist es besser, nur auf Literatur zu verweisen oder nichts Genaueres dazu zu sagen. Zur Farbe: Wer heute noch behauptet, die Gesteinsfarbe sagt was über das Bildungsmilieu aus, hat viel verschlafen. Es liegt wohl auf der Hand, daß die Farbe nur etwas über das Diageneseregime im Ablagerungsraum aussagen kann: die Farbe wird entweder dort erhalten oder verändert (was stimmt, wird sich selten wirklich feststellen lassen). Dazu kommt noch, daß vielfach das farbgebende Pigment mit dem Sediment schon im Ablagerungsraum mit angeliefert wird und nicht dort gebildet wird.
Also, alles nicht so einfach, wie hier dargestellt. Ich könnte viel mehr drüber schreiben, aber das würde zu weit führen in diesem Forum. Nur so als Tipp: Sedimentologie beschränkt sich nicht auf das Betrachten von einzelnen Handstücken oder Blöcken, Dünnschliffen oder gar nur Fotos, sondern v.a. auf das Erkennen großräumiger Fazieszusammenhänge, die mühsam aus dem Gestein herausgelesen werden müssen, was jede Menge Erfahrung braucht!

Nicht übel nehmen

stoanklopfer

Offline Psaronius

  • *****
  • Beiträge: 746
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #11 am: 20 Sep 08, 09:21 »
Hallo stoanklopfer,
Du hast ja eigentlich total recht, - und solche Verallgemeinerungen sind wohl meist dem knappen Platz im
Forum geschuldet. Über manche Frage müßte man seitenlange Beiträge schreiben und wohl zuerst einmal haufenweise Begriffe und Definitionen erklären...
Es ist doch alles etwas komplizierter !
Mein Spezialgebiet ist ja eigentlich die Paläobotanik. Da geht es mir oft ähnlich.
Einer stellt ein fast unscharfes Foto eines Kieselholzfragmentes ohne weitere Angaben ins Forum, - und möchte dann die Pflanzenart wissen...
Wenn der wüßte, wie ich mich manchmal mit der Bestimmung quäle, - trotz diversen An- und Dünnschliffen
und umfangreichen Kenntnissen über die Geologie der Fundstelle usw.
Wenn alles so einfach wäre...
Danke für Deine Hinweise und Bemerkungen.
Gruß
Psaronius

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #12 am: 20 Sep 08, 10:42 »
Hallo,
ich weis,
es ist  nicht so einfach mit der Bestimmerrei.
Alles ist auf den Bildern augenscheinlich, herausgerissen aus einem Gesamtgefüge.
Würden Bilder des Bruches etwas weiter helfen?
Gruß
Marie

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #13 am: 20 Sep 08, 14:57 »
natürlich ist der BS nicht zu 100% marin. nur erkläre das mal jemand von jetzt auf gleich. an manchen sedimenten wird seit jahrzehnten geforscht und es kommt immer noch was dazu. wenn man eine verbreiterung eines sedimentes nennt, dann auch nur eine grobe fläche ohne irgendwelche ausbisse und der gleichen dinge. nur erzähle das mal auf die schnelle ohne ganze abhandlungen schreiben zu müssen. man kann ganze bücher über eine region schreiben, obwohl das beschrioebene sediment in dem bereich gerade mal 1% der verbreitung ausmacht, wenn überhaupt. dann zu jedem neuen begriff eine erklärung seiner bedeutung. usw.
das macht an sich keinen sinn. das ist etwas für wissenschaftliche oder projektbezogene abhandlungen und arbeiten, aber nicht für die beantwortung kurzer fragen sinnvoll.
allein wenn man die entstehungsgeschichte des odenwaldes in dem fall erklären wollen würde, so wären das locker mehrere seiten text ohne irgendwelche definitionen und tiefe einstiege. --> da bringt nur lehrbuch und co etwas.
ein schönes beispiel finde ich da immer die alpen. relativ jung und von zahlreichen leuten beschrieben. und das schon weit über hundert jahre. und dennoch ist man immer noch weit entfernt, trotz hunderter abhandlungen, zu verstehen, wie die genaue entstehung abgelaufen ist.

man kann natürlich alles penibel und fein säuberlich und politisch korrekt verfassen, doch es bringt nichts, wenn man nicht ein bischen in der sache drinnen ist. oft sind veralgemeinerte beschreibungen besser verständlich als fachchinesisch.

wenn man es ganz genau nimmt, dann darf man an sich kein gestein im ganzen beschreiben, denn es ändert sich das erscheinungsbild mm-weise. so dürfte man keine faziesräume ausweisen. alles ist mehr oder minder immer eine form der verallgemeinerung.

man muß eben immer versuchen zu jedem fall das passende modell zu finden. wenn hohe detailiertheit möglich ist, heißt es nicht, daß sie in dem fall sinn macht. dem millionär braucht man z.b. nicht erklären wie sein gold entstanden ist. für ihn zählt nur wie er daran kommt. für denjenigen, der allerdings die lagerstätte sucht ist das hingegen schon interessant. der eine braucht die detailinformation, für den anderen reicht der rundumschlag in kurzform.

ansonsten schreibt jeder nur riesen romane, die niemand lesen wird.

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: Grüne Mineralien im Sandsteinquader
« Antwort #14 am: 20 Sep 08, 16:22 »
Hallo caliastos,

ja es ist so
nicht einnmal mal der "langweilge" Buntsandstein ist mit wenigen Worten zu beschreiben.

Und ich finde unser "Buntsandstein" macht seinem Namen alle Ehre. Er ist bunt in Form und Farbe.
Das zu beschreiben.........

Er trägt oben auf dem Berg schwarze kleine nach Bitumen stinkende Perlen. Etwas tiefer liegt  Muschelkalk mit sehr kleinen Muscheln. Und zum Teil hat der Muschelkalk schwarze Schlieren.
Ich finde Hornstein- und Kieselgeröll, tiefer im Boden liegen grünliche Kalksteinbrocken ohne Fossilien mit "Eisengeröll".
Dann finde ich Bilder vom Schilfsandstein, wenn die alle so aus sehen......hätte ich die eventuell auch im Angebot.
Ach ja und da sind die Bröckeltonschichten, Lesehaufen deren Steine schwarze Oberflächen haben...... Ton allgemein und...und..und....ich habe noch nicht einmal ansatzweise angefangen zu "erzählen"

...........hier würden vielleicht schon die ersten schlafen ;)
Zitat:
der eine braucht die detailinformation, für den anderen reicht der rundumschlag in kurzform.

So gesehen bin ich mit einem Rundumschlag zufrieden,

Gruß Marie












 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge